One practice task for every Teil of the Hören module from A1 to C1, with the questions, the full transcript and an answer key with explanations. Read the questions first, as in the exam, and open the transcript only as often as the recording is played: once or twice, depending on the Teil.
Goethe-Zertifikat A1: Start Deutsch 1 (A1). Hören: about 20 min, 3 Teile.
Was ist richtig?
Kreuzen Sie an: a, b oder c.
Sie hören jeden Text zweimal.
Sie hören kurze Gespräche auf dem Wochenmarkt.
Beispiel (example)
Heard twice in the exam
Text 1 (question 1)
Heard twice in the exam
Text 2 (question 2)
Heard twice in the exam
Text 3 (question 3)
Heard twice in the exam
Text 4 (question 4)
Heard twice in the exam
Text 5 (question 5)
Heard twice in the exam
Text 6 (question 6)
Heard twice in the exam
In the exam the three options are small drawings; here each one is given in words.
Was kauft Maja? (Beispiel / example)
Lösung: b
Wie viel kosten die Tomaten?
Wie viele Eier nimmt Karim?
Was kauft Leyla zuerst?
Wann treffen sich Ben und Aylin?
Was möchte Herr Yilmaz kaufen?
Wie viel kostet der kleine Blumenstrauß?
Answer key
1. b — Die Tomaten kosten drei Euro. Zwei Euro ist der Preis für Gurken, vier Euro wird nicht genannt.
Evidence: „Die Tomaten kosten drei Euro das Kilo.“
2. c — Karim möchte zwölf Eier. Sechs Eier fragt die Verkäuferin nur, zehn Eier werden nicht genannt.
Evidence: „Nein, bitte zwölf Eier.“
3. a — Leyla kauft zuerst Äpfel. Brot kauft Sofia später, und die Bananen sind zu weich.
Evidence: „Ich kaufe zuerst Äpfel.“
4. b — Sie treffen sich um zehn Uhr. Halb zehn ist zu früh, halb elf wird nicht genannt.
Evidence: „Ja, gut, um zehn Uhr am Käse-Stand.“
5. c — Herr Yilmaz möchte Wurst kaufen. Käse wird nur vorher gefragt, Fisch wird nicht genannt.
Evidence: „ich möchte heute Wurst.“
6. a — Der kleine Blumenstrauß kostet fünf Euro fünfzig. Sieben Euro fünfzig kostet der große Blumenstrauß, sechs Euro fünfzig wird nicht genannt.
Evidence: „Der kleine kostet fünf Euro fünfzig.“
Transcript
Beispiel (example)
Beispiel
Maja: Guten Morgen. Was kosten die Bananen?
Herr Demir: Die Bananen kosten zwei Euro. Die Äpfel sind auch sehr gut.
Maja: Dann nehme ich die Bananen, bitte. Ein Kilo.
Text 1 (question 1)
Frau Nowak: Guten Tag. Was kosten die Tomaten heute?
Herr Rossi: Die Tomaten kosten drei Euro das Kilo. Gurken kosten zwei Euro.
Frau Nowak: Gut, dann nehme ich ein Kilo Tomaten.
Herr Rossi: Sehr gern.
Text 2 (question 2)
Karim: Guten Morgen. Ich brauche Eier.
Frau Berger: Gern. Möchten Sie sechs Eier?
Karim: Nein, bitte zwölf Eier. Ich backe heute Kuchen.
Frau Berger: Zwölf Eier, bitte schön.
Text 3 (question 3)
Leyla: Hi Sofia, kaufst du Brot?
Sofia: Ja, später. Und du?
Leyla: Ich kaufe zuerst Äpfel. Die Bananen sind heute zu weich.
Sofia: Okay. Ich warte am Stand.
Text 4 (question 4)
Ben: Hallo Aylin, wann treffen wir uns auf dem Markt?
Aylin: Geht halb zehn?
Ben: Halb zehn ist zu früh. Können wir um zehn Uhr kommen?
Aylin: Ja, gut, um zehn Uhr am Käse-Stand.
Text 5 (question 5)
Herr Yilmaz: Guten Tag. Haben Sie Käse?
Frau Keller: Ja, jungen Käse und alten Käse.
Herr Yilmaz: Danke, aber ich möchte heute Wurst. Zwei Stück, bitte.
Frau Keller: Natürlich, die Wurst ist frisch.
Text 6 (question 6)
Nina: Entschuldigung, wie viel kostet der kleine Blumenstrauß?
Herr Novak: Der kleine kostet fünf Euro fünfzig. Der große kostet sieben Euro fünfzig.
Nina: Dann nehme ich den kleinen Blumenstrauß.
Herr Novak: Sehr gern.
Kreuzen Sie an: Richtig oder Falsch.
Sie hören jeden Text einmal.
Durchsagen am Hauptbahnhof
Sie hören kurze Durchsagen am Hauptbahnhof.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Der Zug nach Bonn fährt von Gleis 3 ab. (Beispiel / example)
Richtig / Falsch
Lösung: richtig
Der Intercity nach Hamburg-Altona fährt um 10 Uhr 45 ab.
Richtig / Falsch
Der Regionalexpress nach München fährt von Gleis 4 ab.
Richtig / Falsch
Der Zug aus Frankfurt kommt um 18 Uhr 30 an.
Richtig / Falsch
Die S-Bahn nach Mainz fährt heute nur bis Wiesbaden.
Richtig / Falsch
Answer key
7. richtig — Die Aussage ist richtig. Die Durchsage nennt 10 Uhr 45 als neue Abfahrtszeit.
Evidence: „Neue Abfahrt ist um 10 Uhr 45“
8. falsch — Die Aussage ist falsch. Der Zug fährt nicht von Gleis 4, sondern von Gleis 6.
Evidence: „fährt nicht von Gleis 4 … steht heute auf Gleis 6“
9. falsch — Die Aussage ist falsch. Die Durchsage sagt 18 Uhr 10, nicht 18 Uhr 30.
Evidence: „Die Ankunft ist um 18 Uhr 10“
10. richtig — Die Aussage ist richtig. Wegen Bauarbeiten fährt die S-Bahn heute nur bis Wiesbaden.
Evidence: „fährt die S-Bahn nach Mainz heute nur bis Wiesbaden“
Transcript
Beispiel (example)
Beispiel
Markus Weber: Liebe Fahrgäste, der Regionalzug nach Bonn fährt heute von Gleis 3 ab. Abfahrt ist um 9 Uhr 20. Bitte steigen Sie jetzt ein. Der Zug hält auch in Köln-Süd.
Text 1 (question 7)
Leyla Demir: Liebe Fahrgäste, der Intercity nach Hamburg-Altona hat heute etwa 15 Minuten Verspätung. Neue Abfahrt ist um 10 Uhr 45 auf Gleis 8. Bitte achten Sie auf weitere Durchsagen. Wir bitten um Entschuldigung.
Text 2 (question 8)
Jan Kowalski: Achtung, eine Durchsage für Reisende nach München. Der Regionalexpress nach München Hauptbahnhof fährt nicht von Gleis 4. Der Zug steht heute auf Gleis 6. Abfahrt ist in wenigen Minuten. Bitte gehen Sie sofort zu Gleis 6.
Text 3 (question 9)
Fatma Yilmaz: Liebe Fahrgäste, der Zug aus Frankfurt kommt heute auf Gleis 2 an. Die Ankunft ist um 18 Uhr 10. Der Zug fährt danach weiter nach Leipzig. Bitte bleiben Sie hinter der gelben Linie.
Text 4 (question 10)
Anna Richter: Sehr geehrte Reisende, wegen Bauarbeiten fährt die S-Bahn nach Mainz heute nur bis Wiesbaden. Sie fährt auf Gleis 11 ab. Reisende nach Mainz nehmen bitte den nächsten Zug um 14 Uhr 05 von Gleis 12.
Was ist richtig?
Kreuzen Sie an: a, b oder c.
Sie hören jeden Text zweimal.
Arztpraxis und Termine
Sie hören fünf kurze Telefonansagen zum Thema Arztpraxis und Termine.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Wann soll Herr Demir kommen?
Warum kann Frau Nowak nicht kommen?
Welche Telefonnummer sollen Patienten in dringenden Fällen anrufen?
Wo ist Saras Termin?
An welchem Tag ist der neue Termin?
Answer key
11. a — Herr Demir soll am Mittwoch um halb elf kommen. Dienstag um neun Uhr ist nicht möglich, Freitag wird nicht genannt.
Evidence: „Bitte kommen Sie am Mittwoch um halb elf.“
12. b — Frau Nowak sagt, dass ihre Tochter krank ist. Arbeit und Urlaub werden nicht als Grund genannt.
Evidence: „weil meine Tochter krank ist“
13. c — In dringenden Fällen soll man die Praxis Nord anrufen. Die anderen Nummern stehen nicht in der Ansage.
Evidence: „In dringenden Fällen rufen Sie die Praxis Nord an: 030 48 26 19“
14. a — Sara soll ins Ärztehaus am Bahnhof kommen. Die Praxis am Markt ist ausdrücklich nicht richtig, ein Krankenhaus wird nicht genannt.
Evidence: „Du sollst ins Ärztehaus am Bahnhof kommen“
15. b — Der neue Termin ist am Donnerstag um fünfzehn Uhr. Dienstag und Samstag werden nicht als neuer Termin genannt.
Evidence: „Wir haben einen neuen Termin für Sie: Donnerstag um fünfzehn Uhr.“
Transcript
Text 1 (question 11)
Nachricht von der Arztpraxis
Maria Keller: Guten Tag, Herr Demir, hier ist Maria Keller aus der Praxis Dr. Schneider. Ihr Termin am Dienstag um neun Uhr ist leider nicht möglich. Der Arzt ist in einer Besprechung. Bitte kommen Sie am Mittwoch um halb elf. Wenn das nicht passt, rufen Sie uns bitte heute bis 18 Uhr zurück. Danke und auf Wiederhören.
Text 2 (question 12)
Nachricht einer Patientin
Ewa Nowak: Hallo, hier spricht Ewa Nowak. Ich habe morgen um acht Uhr einen Termin bei Frau Doktor Braun. Leider kann ich nicht kommen, weil meine Tochter krank ist. Bitte geben Sie mir einen neuen Termin, gern am Freitagvormittag. Meine Nummer ist 0471 62 15 80. Vielen Dank.
Text 3 (question 13)
Ansage einer Arztpraxis
Samir Haddad: Guten Tag, Sie hören die Praxis am Park, Doktor Haddad. Heute, Montag, ist die Praxis wegen Fortbildung geschlossen. Morgen sind wir wieder ab acht Uhr für Sie da. Für einen neuen Termin sprechen Sie bitte nach dem Ton. In dringenden Fällen rufen Sie die Praxis Nord an: 030 48 26 19. Vielen Dank.
Text 4 (question 14)
Nachricht von einem Familienmitglied
Karim Mansour: Hallo Sara, hier ist dein Bruder Karim. Mama hat eben aus der Arztpraxis angerufen. Dein Termin morgen ist nicht in der Praxis am Markt. Du sollst ins Ärztehaus am Bahnhof kommen, in die zweite Etage, Zimmer 204. Der Termin ist um sechzehn Uhr. Nimm bitte deine Versichertenkarte mit. Bis später.
Text 5 (question 15)
Nachricht von der Arztpraxis
Lena Berger: Guten Morgen, Herr Rossi, hier spricht Lena Berger von der Praxis Dr. Yilmaz. Ihr Termin heute Nachmittag fällt leider aus. Frau Doktor Yilmaz ist krank. Wir haben einen neuen Termin für Sie: Donnerstag um fünfzehn Uhr. Bitte bringen Sie Ihre Medikamentenliste mit. Wenn Sie nicht kommen können, rufen Sie bitte an. Auf Wiederhören.
Goethe-Zertifikat A2 (A2). Hören: about 30 min, 4 Teile.
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal.
Wählen Sie für die Aufgaben 1 bis 5 die richtige Lösung a, b oder c.
Kurze Hörtexte
Sie hören kurze Texte zum Thema Radio und Alltagshinweise.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Was soll man heute Morgen mitnehmen?
Warum gibt es auf der A5 Stau?
Wann beginnt die Führung im Stadtmuseum?
Wann ist die Praxis wieder telefonisch erreichbar?
Wo wartet Mia?
Answer key
1. a — Im Wetterbericht wird Regen angekündigt, deshalb soll man einen Schirm mitnehmen. Eine Winterjacke braucht man nicht; die Sonne kommt erst am Nachmittag kurz heraus.
Evidence: „Nehmen Sie deshalb bitte einen Schirm mit.“
2. b — Der Sprecher nennt als Grund einen Unfall im Baustellenbereich. Von einer Kontrolle oder starkem Regen ist nicht die Rede.
Evidence: „Der Grund ist ein Unfall im Baustellenbereich.“
3. c — Die Führung beginnt um 16 Uhr. Um 10 Uhr öffnet das Museum, und ab 14 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen.
Evidence: „Die Führung für Kinder und Erwachsene beginnt um 16 Uhr“
4. a — Die Praxis ist am nächsten Tag, also am Donnerstag, ab 8 Uhr wieder erreichbar. Heute ist die Praxis geschlossen; Freitag wird nicht genannt.
Evidence: „Morgen, Donnerstag, sind wir ab 8 Uhr wieder telefonisch erreichbar.“
5. b — Mia wartet an der Information im Erdgeschoss. Die Durchsage sagt extra, dass man nicht zur Spielwarenabteilung kommen soll; eine Kasse wird nicht genannt.
Evidence: „Mia wartet an der Information im Erdgeschoss“
Transcript
Text 1 (question 1)
Wetter am Morgen im Radio
Lena Richter: Guten Morgen, hier ist Lena Richter mit dem Wetter für München und die Umgebung. Also, der Tag startet grau und kühl, mit etwa 12 Grad. Ab acht Uhr kommt von Westen Regen, manchmal auch ziemlich stark. Nehmen Sie deshalb bitte einen Schirm mit. Am Nachmittag wird es dann freundlicher, und kurz kommt die Sonne heraus. Eine Winterjacke brauchen Sie nicht, aber der Wind bleibt frisch.
Text 2 (question 2)
Verkehrsmeldung im Radio
Murat Klein: Und jetzt die Verkehrsmeldungen mit Murat Klein. Auf der A5 Richtung Basel gibt es zwischen Rastatt und Baden-Baden im Moment sechs Kilometer Stau. Der Grund ist ein Unfall im Baustellenbereich. Bitte fahren Sie langsam und bilden Sie eine Rettungsgasse. Wer kann, nimmt besser die B3. Auf der B31 bei Freiburg läuft der Verkehr wieder normal. Die Stadtbahnen fahren heute ohne Probleme.
Text 3 (question 3)
Veranstaltungstipp im Radio
Julia Nowak: Unser Tipp für das Wochenende kommt aus dem Stadtmuseum Augsburg. Am Sonntag gibt es dort einen Familiennachmittag zum Thema alte Spiele. Das Museum öffnet schon um 10 Uhr. Ab 14 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen im kleinen Hof. Die Führung für Kinder und Erwachsene beginnt um 16 Uhr und dauert ungefähr eine Stunde. Der Eintritt kostet vier Euro, Kinder unter sechs Jahren zahlen nichts.
Text 4 (question 4)
Anrufbeantworter einer Arztpraxis
Samira Yilmaz: Guten Tag, Sie hören den Anrufbeantworter der Praxis Dr. Benner und Dr. Yilmaz in Köln-Nippes. Unsere Praxis bleibt heute, Mittwoch, wegen einer Fortbildung geschlossen. Bitte sprechen Sie keine Termine auf das Band. In dringenden Fällen wenden Sie sich an den ärztlichen Notdienst am Neumarkt. Morgen, Donnerstag, sind wir ab 8 Uhr wieder telefonisch erreichbar. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Text 5 (question 5)
Durchsage im Kaufhaus
Sabine Öztürk: Liebe Kundinnen und Kunden, eine kurze Durchsage. Die kleine Mia, sechs Jahre alt, sucht ihren Vater. Sie trägt eine rote Jacke und hat einen gelben Rucksack dabei. Mia wartet an der Information im Erdgeschoss, direkt neben dem Haupteingang. Bitte kommen Sie nicht zur Spielwarenabteilung, sondern zur Information. Vielen Dank.
Sie hören ein Gespräch. Sie hören den Text einmal.
Was macht Lena in der Woche?
Wählen Sie für die Aufgaben 6 bis 10 ein passendes Bild aus a bis i.
Wählen Sie jeden Buchstaben nur einmal. Sehen Sie sich jetzt die Bilder an.
Lenas Woche
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
In the exam these are drawings; here each picture is described in words.
Montag (Beispiel / example)
Lösung: c
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Answer key
6. g — Am Dienstag geht Lena joggen. Schwimmen wollte sie zuerst, aber das Bad schließt früh.
Evidence: „Deshalb gehe ich nach der Arbeit nur eine halbe Stunde joggen“
7. a — Am Mittwoch muss Lena einkaufen. Kochen verschiebt sie auf Sonntag.
Evidence: „Am Mittwoch kann ich aber nicht lange. Ich muss einkaufen“
8. d — Am Donnerstag hat Lena einen Arzttermin. Die Wohnung putzt sie nicht.
Evidence: „Um zehn habe ich einen Arzttermin“
9. e — Am Freitagabend geht Lena ins Kino. Samira hat dafür Karten gekauft.
Evidence: „Da gehe ich ins Kino“
10. h — Am Samstag trifft Lena Freunde im Café. Tanzen gehen sie nicht, weil Eva müde ist.
Evidence: „Am Samstag besuche ich Freunde im Café“
Transcript
Recording
Karim: Hallo Lena, hast du diese Woche Zeit? Ich möchte dich gern sehen.
Lena: Hallo Karim. Ja, vielleicht. Aber die Woche ist ziemlich voll. Am Montag sitze ich den ganzen Tag am Computer. Ich muss für die Firma eine Liste fertig machen.
Karim: Oh, wieder so viel Arbeit. Und am Dienstag?
Lena: Am Dienstag wollte ich zuerst schwimmen gehen. Aber das Bad macht schon um sechs Uhr zu. Deshalb gehe ich nach der Arbeit nur eine halbe Stunde joggen.
Karim: Gut, Sport ist wichtig. Soll ich mitkommen?
Lena: Gern, wenn du willst. Am Mittwoch kann ich aber nicht lange. Ich muss einkaufen, weil der Kühlschrank leer ist. Kochen wollte ich auch, aber das mache ich erst am Sonntag.
Karim: Okay. Donnerstag hast du doch frei, oder?
Lena: Nein, nur am Vormittag. Um zehn habe ich einen Arzttermin. Danach fahre ich ins Büro. Die Wohnung putze ich nicht, dafür habe ich keine Zeit.
Karim: Verstehe. Und Freitagabend?
Lena: Da gehe ich ins Kino. Es kommt ein neuer Film, und Samira hat schon Karten gekauft. Wir treffen uns um halb acht vor dem Eingang.
Karim: Schade, da arbeite ich. Wie sieht es am Samstag aus?
Lena: Am Samstag besuche ich Freunde im Café. Eigentlich wollten wir tanzen gehen, aber Eva ist müde. Also trinken wir nur Kaffee und reden ein bisschen. Komm doch mit!
Karim: Das passt. Dann sehen wir uns am Samstag im Café.
Sie hören fünf kurze Gespräche. Sie hören jeden Text einmal.
Wählen Sie für die Aufgaben 11 bis 15 die richtige Lösung a, b oder c.
Kurze Gespräche über Essen und Einkaufen
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
In the exam the three options are small drawings; here each one is given in words.
Was hat Anna gestern im Restaurant gegessen?
Welches Geschenk hat Ben gekauft?
Welches Brot möchte Elena kaufen?
Welches Getränk nimmt Karim?
Welches Obst fehlt?
Answer key
11. a — Anna hat einen Salat gegessen. Pizza wollte sie zuerst, aber sie war aus; Suppe gab es, aber Anna hat sie nicht genommen.
Evidence: „Ich habe einen großen Salat gegessen“
12. b — Ben hat Schokolade gekauft. Blumen wollte er nicht nehmen, und Kuchen muss kalt bleiben.
Evidence: „Deshalb habe ich Schokolade gekauft“
13. c — Elena entscheidet sich am Ende für das Baguette. Vollkornbrot und Roggenbrot werden genannt, aber sie nimmt sie nicht.
Evidence: „dann nehme ich das Baguette“
14. a — Karim nimmt Tee. Kaffee hatte er schon im Büro, und Orangensaft ist ihm zu kalt.
Evidence: „Ich nehme einen Tee, bitte“
15. b — Bananen fehlen. Äpfel und Birnen sind noch da.
Evidence: „Bananen sind keine mehr da“
Transcript
Text 1 (question 11)
In der Pause vor dem Deutschkurs
Murat: Hallo Anna, du warst gestern im neuen Restaurant am Markt, oder? Wie war es?
Anna: Ganz gut. Ich wollte eigentlich Pizza essen, weil alle davon erzählen.
Murat: Und, hast du sie probiert?
Anna: Nein, die Pizza war leider aus. Suppe gab es auch, aber die sah nicht so frisch aus. Ich habe einen großen Salat gegessen, mit Käse und Tomaten.
Text 2 (question 12)
Im Büro nach der Mittagspause
Sara: Ben, wir brauchen noch ein kleines Geschenk für Frau Kowalski. Hast du schon etwas?
Ben: Ich war eben im Laden. Blumen wollte ich kaufen, aber sie hatten nur rote Rosen, und die mag sie nicht.
Sara: Dann vielleicht Kuchen?
Ben: Der muss kalt bleiben. Deshalb habe ich Schokolade gekauft, eine schöne Packung mit Nüssen.
Sara: Prima, das passt.
Text 3 (question 13)
In einer Bäckerei
Aylin: Guten Morgen, was darf es sein?
Elena: Ich hätte gern ein Brot für das Abendessen. Haben Sie Vollkornbrot?
Aylin: Ja, aber das ist heute sehr fest. Das Roggenbrot ist milder.
Elena: Hm, meine Kinder mögen kein Roggenbrot. Was ist mit dem langen Brot dort?
Aylin: Das Baguette? Es ist frisch aus dem Ofen.
Elena: Gut, dann nehme ich das Baguette.
Text 4 (question 14)
Im Café am Bahnhof
Julia: Karim, der Zug kommt erst in zwanzig Minuten. Willst du schnell etwas trinken?
Karim: Ja, gerne. Ich dachte zuerst an Kaffee, aber ich hatte im Büro schon zwei.
Julia: Orangensaft gibt es auch.
Karim: Lieber nicht, der ist mir morgens zu kalt. Ich nehme einen Tee, bitte. Hast du auch noch Zeit für einen?
Julia: Ja, einen kleinen Kaffee.
Text 5 (question 15)
In der Küche eines Kochkurses
Ewa: Noah, kannst du bitte den Obstkorb prüfen? Wir machen gleich Obstsalat.
Noah: Klar. Äpfel sind noch viele da, und Birnen liegen unten im Kühlschrank.
Ewa: Gut. Ich habe gedacht, dass Bananen auch noch da sind.
Noah: Nein, Bananen sind keine mehr da. Soll ich schnell zum Supermarkt gehen?
Ewa: Ja, bitte. Kauf zwei Stück.
Sie hören ein Interview. Sie hören den Text zweimal.
Wählen Sie für die Aufgaben 16 bis 20 Ja oder Nein.
Lesen Sie jetzt die Aufgaben.
Früh aufstehen für frische Brötchen
Sie hören ein Radiointerview mit der Bäckerin Esra Kaya aus Nürnberg.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Esra Kaya arbeitet als Bäckerin in Nürnberg. (Beispiel / example)
Ja / Nein
Lösung: ja
Esra steht jeden Morgen um vier Uhr auf.
Ja / Nein
Im Sommer fährt Esra oft mit dem Fahrrad zur Arbeit.
Ja / Nein
Esras Ausbildung hat drei Jahre gedauert.
Ja / Nein
Esra backt Brezeln am liebsten.
Ja / Nein
Esra hat nach der Arbeit keine Zeit für Hobbys.
Ja / Nein
Answer key
16. nein — Ihr Wecker klingelt schon um zwanzig nach drei. Um vier Uhr beginnt die Arbeit am Ofen, nicht das Aufstehen.
Evidence: „mein Wecker klingelt um zwanzig nach drei“
17. ja — Esra sagt, dass sie im Sommer oft das Fahrrad nimmt. Die Aussage stimmt.
Evidence: „Im Sommer nehme ich oft das Fahrrad“
18. ja — Sie sagt direkt, dass ihre Ausbildung drei Jahre gedauert hat. Deshalb ist die Aussage richtig.
Evidence: „meine Ausbildung hat drei Jahre gedauert“
19. nein — Sie macht Brezeln gern, aber am liebsten mag sie Zimtschnecken. Darum ist die Aussage falsch.
Evidence: „Aber für mich sind Zimtschnecken am schönsten.“
20. nein — Esra macht nach der Arbeit noch etwas in ihrer Freizeit. Sie geht zum Beispiel zweimal pro Woche schwimmen.
Evidence: „Ich gehe auch zweimal in der Woche schwimmen“
Transcript
Recording
Radiointerview in der Sendung „Guten Morgen Franken“.
Anna Berger: Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer. In unserer Reihe „Mein Arbeitstag“ sprechen wir heute mit Esra Kaya. Sie ist Bäckerin hier in Nürnberg. Guten Morgen, Frau Kaya.
Esra Kaya: Guten Morgen. Ja, ich bin Bäckerin in Nürnberg, in der Backstube der Bäckerei am Park. Ich freue mich, dass ich heute hier sein darf.
Anna Berger: Viele Menschen schlafen noch, wenn Sie anfangen. Wann beginnt denn Ihr Tag?
Esra Kaya: Also, mein Wecker klingelt um zwanzig nach drei. Das ist sehr früh, klar. Ich trinke dann schnell einen Kaffee und esse eine Banane. Um kurz vor vier bin ich meistens in der Backstube. Um vier Uhr machen wir den Ofen an, und dann geht es los: Teig holen, Brötchen formen, Bleche vorbereiten. An freien Tagen schlafe ich aber gern lange.
Anna Berger: Und wie kommen Sie so früh zur Arbeit? Fahren da überhaupt schon Busse?
Esra Kaya: Ein Bus fährt leider noch nicht. Im Sommer nehme ich oft das Fahrrad, weil die Straßen dann leer sind. Das dauert nur zehn Minuten. Im Winter ist es manchmal zu kalt oder glatt, dann bringt mich mein Mann mit dem Auto. Zurück fahre ich später mit der U-Bahn nach Hause.
Anna Berger: Wollten Sie schon immer Bäckerin werden?
Esra Kaya: Nicht sofort. Nach der Schule habe ich erst in einem kleinen Café gejobbt. Dort habe ich gemerkt, dass mir das Backen Spaß macht. Danach habe ich eine Ausbildung angefangen, und meine Ausbildung hat drei Jahre gedauert. Die erste Zeit war schwer, weil ich das frühe Aufstehen nicht gewohnt war. Aber die Kolleginnen und Kollegen haben mir viel geholfen.
Anna Berger: Was backen Sie besonders gern?
Esra Kaya: Viele Kunden fragen immer nach unseren Brezeln, und die mache ich auch gern. Aber für mich sind Zimtschnecken am schönsten. Der Teig riecht gut, und man muss genau arbeiten. Wenn sie aus dem Ofen kommen, duftet die ganze Backstube nach Zimt und Butter.
Anna Berger: Und haben Sie nach der Arbeit noch Energie für Freizeit?
Esra Kaya: Ja, schon, aber ich brauche eine Pause. Ich bin meistens gegen halb eins zu Hause und schlafe dann oft eine Stunde. Am Nachmittag treffe ich Freunde oder erledige Einkäufe. Ich gehe auch zweimal in der Woche schwimmen, das hilft meinem Rücken. Am Sonntag backe ich zu Hause fast nie. Dann koche ich lieber mit meiner Familie oder wir gehen im Stadtpark spazieren.
Anna Berger: Frau Kaya, vielen Dank für das Gespräch. Und Ihnen allen einen guten Morgen mit frischen Brötchen.
Goethe-Zertifikat B1 (B1). Hören: about 40 min, 4 Teile.
Sie hören nun fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben.
Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Lesen Sie zuerst das Beispiel. Dazu haben Sie 10 Sekunden Zeit.
Kurze Alltagsansagen in einer Stadt
Sie hören kurze Texte aus verschiedenen Alltagssituationen in der Stadt.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Der Zug nach Neustadt fährt heute von Gleis 4 ab. (Beispiel / example)
Richtig / Falsch
Lösung: falsch
Wie viel später fährt der Zug ab? (Beispiel / example)
Lösung: b
Die Praxis ist heute Nachmittag geöffnet.
Richtig / Falsch
Bis wann kann man bestellte Rezepte abholen?
Ein Teil der Südallee ist im Moment ganz gesperrt.
Richtig / Falsch
Warum ist die Straße gesperrt?
Kasse 5 bleibt wegen des Andrangs geschlossen.
Richtig / Falsch
Wo gibt es heute einen Rabatt?
Die Führung startet im Foyer.
Richtig / Falsch
Was ist heute kostenlos?
Am Automaten kann man heute mit 50-Euro-Scheinen bezahlen.
Richtig / Falsch
Was soll man zuerst auf dem Bildschirm wählen?
Answer key
1. falsch — Die Aussage ist falsch. Die Praxis bleibt heute Nachmittag geschlossen.
Evidence: „Leider bleibt unsere Praxis heute Nachmittag geschlossen“
2. b — Richtig ist b, weil Rezepte bis zwölf Uhr abgeholt werden können. Morgen und Abend passen nicht zum Text.
Evidence: „können Sie es heute noch bis zwölf Uhr an der Anmeldung abholen“
3. richtig — Die Aussage ist richtig. Im Text heißt es, dass der Abschnitt komplett gesperrt ist.
Evidence: „der Abschnitt zwischen Parkring und Brückenstraße im Moment komplett gesperrt“
4. c — Richtig ist c, denn ein Lieferwagen hat Öl verloren. Eine Straßenbahn und Bauarbeiten werden nicht als Grund genannt.
Evidence: „Dort hat ein Lieferwagen Öl verloren“
5. falsch — Die Aussage ist falsch. Kasse 5 wird wegen des großen Andrangs zusätzlich geöffnet.
Evidence: „Wegen des großen Andrangs öffnen wir in wenigen Minuten zusätzlich Kasse 5“
6. a — Richtig ist a, weil der Rabatt in der Obst- und Gemüseabteilung gilt. Die Bäckerei und die Kassen werden nur als Orte im Markt erwähnt.
Evidence: „in der Obst- und Gemüseabteilung zehn Prozent Rabatt“
7. richtig — Die Aussage ist richtig. Die Führung beginnt im Foyer neben der großen Uhr.
Evidence: „beginnt heute um 15 Uhr 30 im Foyer“
8. a — Richtig ist a, denn Jacken und Taschen können kostenlos an der Garderobe abgegeben werden. Audiogeräte gibt es heute nicht, und über einen kostenlosen Preis der Führung wird nichts gesagt.
Evidence: „kostenlos an der Garderobe abgeben“
9. falsch — Die Aussage ist falsch. Fünfzig-Euro-Scheine werden heute nicht angenommen.
Evidence: „Fünfzig-Euro-Scheine werden wegen einer technischen Umstellung heute nicht angenommen“
10. b — Richtig ist b, denn nach dem Berühren des Bildschirms soll man die Zielzone wählen. Zahlungsart und Tageskarte kommen erst später.
Evidence: „Berühren Sie zuerst den Bildschirm und wählen Sie dann Ihre Zielzone aus“
Transcript
Beispiel (example)
Sie hören eine Ansage im Bahnhof.
Anna Weber: Liebe Fahrgäste, hier spricht Anna Weber mit einer wichtigen Information zum Regionalzug nach Neustadt. Der Zug um 14 Uhr 22 fährt heute nicht wie geplant von Gleis 4, sondern von Gleis 7 ab. Grund dafür ist eine technische Prüfung an einem anderen Zug. Dadurch verspätet sich die Abfahrt um etwa fünfzehn Minuten. Bitte achten Sie auch auf die Anzeigen am Bahnsteig.
Text 1 (questions 1, 2)
Sie hören den Anrufbeantworter einer Arztpraxis.
Dr. Levent Kaya: Guten Tag, Sie sind verbunden mit der Praxis Dr. Kaya in der Lindenstraße. Leider bleibt unsere Praxis heute Nachmittag geschlossen, weil im Haus eine Wasserleitung repariert werden muss. Wenn Sie ein Rezept bestellt haben, können Sie es heute noch bis zwölf Uhr an der Anmeldung abholen. Ab morgen sind wir wieder zu den normalen Zeiten für Sie da. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an die Bereitschaftspraxis am Stadtpark.
Text 2 (questions 3, 4)
Sie hören eine Verkehrsmeldung im Radio.
Miriam Schulte: Guten Morgen, hier ist Miriam Schulte mit dem Verkehr für unsere Stadt. Auf der Südallee ist der Abschnitt zwischen Parkring und Brückenstraße im Moment komplett gesperrt. Dort hat ein Lieferwagen Öl verloren, und die Fahrbahn muss gereinigt werden. Die Arbeiten dauern nach Angaben der Polizei wahrscheinlich bis kurz nach neun. Die Buslinie 18 fährt deshalb eine Umleitung über den Markt. Autofahrer sollten lieber die Hafenstraße nehmen.
Text 3 (questions 5, 6)
Sie hören eine Ansage in einem Supermarkt.
Tobias Neumann: Liebe Kundinnen und Kunden, hier eine kurze Information aus Ihrem Markt am Rathausplatz. Wegen des großen Andrangs öffnen wir in wenigen Minuten zusätzlich Kasse 5. Bitte stellen Sie sich nicht nur an den vorderen Kassen an, sondern nutzen Sie auch den Bereich neben der Bäckerei. Außerdem erhalten Sie heute bis 14 Uhr in der Obst- und Gemüseabteilung zehn Prozent Rabatt auf alle regionalen Äpfel. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Einkauf.
Text 4 (questions 7, 8)
Sie hören eine Information in einem Museum.
Claudia Rossi: Liebe Besucherinnen und Besucher, willkommen im Stadtmuseum. Die öffentliche Führung durch die neue Ausstellung beginnt heute um 15 Uhr 30 im Foyer, direkt neben der großen Uhr. Bitte seien Sie fünf Minuten früher dort, weil die Gruppe gemeinsam in den ersten Saal geht. Unsere Audiogeräte können heute leider nicht ausgeliehen werden, da sie neu eingerichtet werden. Ihre Jacken und Taschen können Sie aber kostenlos an der Garderobe abgeben.
Text 5 (questions 9, 10)
Sie hören eine Anleitung an einem Fahrkartenautomaten.
Jens Krüger: Willkommen am Fahrkartenautomaten der Stadtbahn. Berühren Sie zuerst den Bildschirm und wählen Sie dann Ihre Zielzone aus. Wenn Sie unsicher sind, tippen Sie auf „Hilfe“, dort finden Sie eine Liste der Haltestellen. Danach entscheiden Sie, ob Sie eine Einzelfahrkarte oder eine Tageskarte kaufen möchten. Bezahlen können Sie mit Münzen, Scheinen oder Karte. Achtung: Fünfzig-Euro-Scheine werden wegen einer technischen Umstellung heute nicht angenommen. Bitte entnehmen Sie am Ende Fahrkarte und Rückgeld.
Sie hören nun einen Text. Sie hören den Text einmal. Dazu lösen Sie fünf Aufgaben.
Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Lesen Sie jetzt die Aufgaben 11 bis 15. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Führung durch das Bürgerzentrum Am Stadtpark
Sie hören eine Mitarbeiterin bei einer Führung durch ein neues Bürgerzentrum.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Was befindet sich links im Eingangsbereich?
Was ist im großen Saal möglich?
Wann ist der Lernraum geöffnet?
Was sagt Sabine Keller über das Café?
Wie kann man sich für Kurse anmelden?
Answer key
11. b — Links am Eingang ist der Informationspunkt, dort bekommt man den Monatsplan. Die Garderobe ist unten, und ein freier Kursraum wird dort nicht genannt.
Evidence: „Links sehen Sie unseren Informationspunkt … Sie bekommen dort den Monatsplan“
12. a — Der Saal kann durch eine Wand geteilt werden. Private Feiern sind im ersten Jahr nicht erlaubt, und der Saal wird nicht nur am Wochenende genutzt.
Evidence: „wir können ihn mit einer Wand in zwei kleinere Räume teilen“
13. c — Am Samstag schließt der Lernraum um sechzehn Uhr. Montags ist geschlossen, und bis zwanzig Uhr ist nur dienstags bis freitags geöffnet.
Evidence: „Am Samstag schließen wir schon um sechzehn Uhr“
14. b — Von Dienstag bis Donnerstag gibt es im Café ein Mittagessen. Es wird von einem Verein betrieben, nicht von einer Firma, und eigene warme Speisen sind nicht erlaubt.
Evidence: „Von Dienstag bis Donnerstag gibt es mittags eine Suppe oder ein vegetarisches Gericht“
15. a — Die Anmeldung ist online oder im Kursbüro möglich. Telefonisch soll man sich nicht anmelden, und eine Anmeldung bei der Kursleitung wird nicht genannt.
Evidence: „Anmelden können Sie sich online oder hier im Kursbüro, aber bitte nicht telefonisch“
Transcript
Recording
Sie nehmen an einer Führung durch ein neues Bürgerzentrum teil.
Sabine Keller: Guten Nachmittag, meine Damen und Herren, schön, dass Sie heute so zahlreich gekommen sind. Mein Name ist Sabine Keller, ich arbeite hier im Bürgerzentrum Am Stadtpark, und ich zeige Ihnen jetzt die wichtigsten Räume. Wir beginnen gleich hier am Eingang. Links sehen Sie unseren Informationspunkt. Dort sitzt von Montag bis Freitag vormittags immer jemand aus unserem Team, nachmittags helfen oft ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger. Sie bekommen dort den Monatsplan, können Fragen stellen oder sich erklären lassen, welcher Raum frei ist. Die Garderobe ist übrigens nicht hier, sondern unten neben den Toiletten. Wenn Sie mir nun bitte durch die Glastür folgen: Das ist unser großer Saal. Er wirkt jetzt sehr offen, aber wir können ihn mit einer Wand in zwei kleinere Räume teilen. Das ist praktisch, wenn zum Beispiel gleichzeitig ein Vortrag und ein Elternabend stattfinden. Am Mittwochabend planen wir hier regelmäßig Lesungen, und am Wochenende können Vereine den Saal für Versammlungen reservieren. Private Feiern sind im ersten Jahr noch nicht möglich, weil wir erst Erfahrungen mit der Lautstärke sammeln möchten. Rechts vom Saal liegt der ruhige Bereich. Dort finden Sie den Lernraum und die kleine Stadtteilbibliothek. Viele Schülerinnen und Schüler kommen nachmittags zum Hausaufgabenmachen hierher. Geöffnet ist dieser Bereich dienstags bis freitags von neun bis zwanzig Uhr. Am Samstag schließen wir schon um sechzehn Uhr, und montags bleibt er wegen Reinigung und Teamsitzung geschlossen. Bitte telefonieren Sie dort nicht; wer sprechen möchte, nutzt am besten den Flur. Jetzt gehen wir weiter zum Innenhof. Bei gutem Wetter stehen hier Tische, und nebenan befindet sich unser Café. Es wird nicht von einer Firma betrieben, sondern von einem Verein aus dem Stadtteil. Deshalb sind die Preise eher niedrig. Von Dienstag bis Donnerstag gibt es mittags eine Suppe oder ein vegetarisches Gericht. Kuchen wird meistens von Nachbarinnen und Nachbarn gebacken. Bitte bringen Sie aber keine eigenen warmen Speisen mit ins Café; Getränke in einer Trinkflasche sind natürlich in Ordnung. Zum Schluss zeige ich Ihnen noch das Kursbüro am Ende des Gangs. Hier können Sie sich über Sprachkurse, Computerkurse und Bewegungsangebote informieren. Anmelden können Sie sich online oder hier im Kursbüro, aber bitte nicht telefonisch. Nach der Anmeldung haben Sie fünf Werktage Zeit, die Kursgebühr zu bezahlen. Wenn ein Kurs voll ist, setzen wir Sie gern auf eine Warteliste. Die Kolleginnen im Büro beraten Sie auch, welcher Kurs zu Ihren Vorkenntnissen passt. So, damit endet unser Rundgang; danach beantworte ich gern Ihre Fragen.
Sie hören nun ein Gespräch. Sie hören das Gespräch einmal. Dazu lösen Sie sieben Aufgaben.
Wählen Sie: Sind die Aussagen Richtig oder Falsch?
Lesen Sie jetzt die Aufgaben 16 bis 22. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Sie hören ein Gespräch in einem Café über Urlaubspläne.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Lena und Murat haben sich im Café verabredet.
Richtig / Falsch
Murat plant, Ende August an den Gardasee zu fahren.
Richtig / Falsch
Murat und Aylin wollen nach Italien fliegen.
Richtig / Falsch
Die Ferienwohnung hat zwei Schlafzimmer.
Richtig / Falsch
Murat rechnet für sich mit weniger als 700 Euro Reisekosten.
Richtig / Falsch
Murat erfährt am Freitag, ob er Urlaub bekommt.
Richtig / Falsch
Lena verbringt ihren Urlaub vollständig zu Hause.
Richtig / Falsch
Answer key
16. falsch — Lena trifft Murat zufällig. Sie hat nicht erwartet, ihn im Café zu sehen.
Evidence: „dich habe ich hier gar nicht erwartet“
17. richtig — Murat sagt, dass die Reise Ende August an den Gardasee gehen soll. Der Bodensee war nur der erste Plan.
Evidence: „Ende August doch an den Gardasee in Italien“
18. falsch — Sie haben über Flüge nachgedacht, entscheiden sich aber dagegen. Sie wollen mit dem Zug fahren.
Evidence: „Also, nein, wir nehmen den Zug bis Verona“
19. richtig — Murat beschreibt die Wohnung genau. Er sagt ausdrücklich, dass es zwei Schlafzimmer gibt.
Evidence: „aber sie hat zwei Schlafzimmer und eine kleine Küche“
20. falsch — Murat hatte zuerst weniger geplant, aber das reicht nicht. Er erwartet eher 850 Euro.
Evidence: „Unter 700 Euro komme ich sicher nicht“
21. richtig — Die Chefin muss den Dienstplan noch ändern. Die endgültige Entscheidung bekommt Murat am Freitag.
Evidence: „Am Freitag sagt sie mir endgültig Bescheid“
22. falsch — Lena fährt zwar nicht nach Portugal, aber sie reist trotzdem weg. Sie fährt mit ihrer Mutter in den Harz.
Evidence: „ich fahre eine Woche mit meiner Mutter in den Harz“
Transcript
Recording
Sie sind in einem Café und hören, wie sich Lena Schneider und Murat Yilmaz zufällig treffen und über Urlaubspläne unterhalten.
Lena Schneider: Murat? Das gibt’s ja nicht. Ich wollte nur schnell einen Kaffee mitnehmen, und dich habe ich hier gar nicht erwartet. Hast du kurz Zeit, oder wartest du auf jemanden?
Murat Yilmaz: Hallo Lena! Nein, ich warte auf niemanden. Ich habe gerade eine halbe Stunde Pause, setz dich doch. Ich wollte sowieso noch meine Reiseunterlagen sortieren, aber das kann ich auch später machen.
Lena Schneider: Reiseunterlagen? Das klingt gut. Fährst du wieder an die Nordsee wie letztes Jahr? Du hattest doch erzählt, dass dir das so gefallen hat, besonders mit dem Fahrrad am Strand.
Murat Yilmaz: Fast, aber diesmal wird es wärmer. Erst wollten wir an den Bodensee, also meine Schwester Aylin, ihr kleiner Sohn und ich. Dann hat Aylin aber eine günstige Ferienwohnung gefunden, und jetzt geht es, wenn alles klappt, Ende August doch an den Gardasee in Italien. Ich war da noch nie.
Lena Schneider: Schön! Fliegt ihr dahin? Ich habe neulich gehört, dass es manchmal billige Flüge nach Verona gibt. Mit Kind ist das vielleicht auch entspannter als so lange im Zug.
Murat Yilmaz: Das dachten wir zuerst auch. Aber die Flugzeiten waren schlecht, und mit Gepäck wurde es plötzlich teuer. Also, nein, wir nehmen den Zug bis Verona und dann noch einen Regionalzug weiter. Das dauert länger, klar, aber für meinen Neffen ist Zugfahren fast ein Abenteuer. Außerdem können wir mehr mitnehmen.
Lena Schneider: Und wo wohnt ihr dann? Hotel direkt am See? Das stelle ich mir schön vor, aber bestimmt nicht billig, vor allem Ende August.
Murat Yilmaz: Ein Hotel hatten wir kurz im Blick, aber das war wirklich zu teuer: über hundert Euro pro Nacht für ein kleines Zimmer. Die Ferienwohnung kostet jetzt 620 Euro für sechs Nächte, mit Reinigung. Sie liegt nicht direkt am See, eher zehn Minuten zu Fuß entfernt, aber sie hat zwei Schlafzimmer und eine kleine Küche. Für uns passt das besser.
Lena Schneider: 620 Euro nur für die Wohnung klingt okay, aber zusammen mit Zugtickets, Essen und Ausflügen kommt da sicher einiges zusammen. Hast du dir schon ausgerechnet, was du ungefähr brauchst?
Murat Yilmaz: Ja, leider. Am Anfang dachte ich, ich komme mit 600 Euro hin. Aber das war zu optimistisch. Die Tickets kosten für mich 170 Euro, dann mein Anteil an der Wohnung und Essen. Unter 700 Euro komme ich sicher nicht, eher 850, wenn wir auch mal essen gehen.
Lena Schneider: Hm, das ist viel Geld. Und ist dein Urlaub denn schon genehmigt? In deiner Firma ist im Sommer doch immer viel los, oder?
Murat Yilmaz: Genau das ist das Problem. Ich hatte eigentlich gedacht, meine Chefin hätte schon zugestimmt. Gestern sagte sie aber, eine Kollegin sei krankgeschrieben, und sie müsse den Dienstplan noch ändern. Am Freitag sagt sie mir endgültig Bescheid. Bis Montag können wir die Wohnung kostenlos absagen, falls es nicht klappt.
Lena Schneider: Dann drücke ich die Daumen. Bei mir ist es einfacher. Portugal haben Jonas und ich gestrichen, das wäre zu teuer geworden. Aber ich fahre eine Woche mit meiner Mutter in den Harz. Wir wandern ein bisschen und besuchen meine Tante.
Murat Yilmaz: Das klingt doch auch schön. Hauptsache, man kommt mal raus. Und wenn mein Urlaub klappt, bringe ich dir natürlich italienischen Kaffee mit.
Sie hören nun eine Diskussion. Sie hören die Diskussion zweimal. Dazu lösen Sie acht Aufgaben.
Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
Lesen Sie jetzt die Aussagen 23 bis 30. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Stadtgespräch am Abend
Sie hören eine Diskussion über mehr Bewegung im Alltag von Kindern.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Kurze Autofahrten im Alltag könnten ein Problem sein.
Bewegung kann gleich am Anfang des Unterrichts stattfinden.
Nach Arbeit und Betreuung fehlt oft die Energie für Aktivitäten draußen.
Im Klassenzimmer können kleine Bewegungsideen ohne großen Aufwand helfen.
Es wird gefragt, wer für zusätzliche Bewegungsangebote verantwortlich sein sollte.
Regelmäßige Trainingszeiten passen nicht immer zu wechselnden Arbeitszeiten.
Bei Bewegung sollte es nicht immer um Leistung und Vergleich gehen.
Eltern können durch ihr eigenes Verhalten zeigen, dass Bewegung normal ist.
Answer key
23. a — Lena Hoffmann stellt dazu eine Frage. Markus Aydin und Sofia Kowalski antworten später auf andere Aspekte.
Evidence: „Sehen Sie vor allem die kurzen Wege, die mit dem Auto gefahren werden, als Problem?“
24. b — Markus Aydin beschreibt seine eigene Praxis im Unterricht. Die Moderatorin fragt nur nach, und Sofia Kowalski spricht über die Situation zu Hause.
Evidence: „Ich beginne jede erste Stunde mit zehn Minuten Bewegung“
25. c — Sofia Kowalski erklärt ihr Zeitproblem am Abend. Die anderen beiden sprechen an dieser Stelle nicht über eigene familiäre Belastung.
Evidence: „Um halb sechs bin ich oft einfach froh, wenn wir zu Hause sind.“
26. b — Markus Aydin nennt Bewegungskarten als praktisches Beispiel. Sofia Kowalski bewertet solche Pausen später, und Lena Hoffmann stellt nur die Frage.
Evidence: „Wir haben außerdem Bewegungskarten im Klassenzimmer.“
27. a — Lena Hoffmann stellt diese Frage in der Diskussion. Markus Aydin und Sofia Kowalski geben dazu Erfahrungen und Meinungen.
Evidence: „Wer müsste dafür Geld oder Zeit einplanen: die Schule, die Stadt oder die Eltern?“
28. c — Sofia Kowalski nennt ihren Dienstplan als Grund. Markus Aydin spricht über Schule, nicht über eigene Arbeitszeiten der Eltern.
Evidence: „weil mein Dienstplan jede Woche anders ist.“
29. b — Markus Aydin sagt, dass Bewegung nicht wie Leistung wirken muss. Sofia Kowalski stimmt später zu, formuliert den Gedanken aber nicht zuerst.
Evidence: „Bewegung darf nicht immer nach Leistung aussehen.“
30. c — Sofia Kowalski nennt ein Beispiel aus ihrer Familie. Lena Hoffmann fasst nur zusammen, und Markus Aydin spricht über die Schule.
Evidence: „Wenn ich am Sonntag sage, wir laufen zum Bäcker“
Transcript
Recording
Die Moderatorin der Radiosendung „Stadtgespräch am Abend“ diskutiert mit Markus Aydin und Sofia Kowalski über das Thema „Brauchen Kinder mehr Bewegung im Alltag?“.
Lena Hoffmann: Guten Abend und herzlich willkommen bei „Stadtgespräch am Abend“. Heute geht es um eine Frage, die viele Familien kennt: Brauchen Kinder mehr Bewegung im Alltag? In vielen Klassen sitzen Kinder lange, danach warten Hausaufgaben, Handy oder Computer. Bei mir im Studio sind Markus Aydin, Sportlehrer an einer Gesamtschule in Köln, und Sofia Kowalski, Mutter von zwei Kindern und berufstätig in einem Pflegeberuf. Herr Aydin, fangen wir bei Ihnen an. Sehen Sie vor allem die kurzen Wege, die mit dem Auto gefahren werden, als Problem?
Markus Aydin: Ja, schon, aber nicht nur. Natürlich ist es schade, wenn ein Kind jeden Morgen zweihundert Meter bis zur Schule gefahren wird. Aber das größere Problem ist für mich die Summe: Unterricht, Sitzen im Bus, Sitzen zu Hause. Deshalb versuche ich, Bewegung nicht nur in den Sportunterricht zu schieben. Ich beginne jede erste Stunde mit zehn Minuten Bewegung, also mit kleinen Übungen, die auch ohne Sportzeug gehen. Danach sind viele Kinder ruhiger und können besser zuhören.
Sofia Kowalski: Das klingt gut, aber zu Hause ist es oft komplizierter. Ich arbeite im Schichtdienst, mein Mann kommt auch spät. Wenn ich die Kinder aus der Betreuung abhole, einkaufe und dann noch gekocht werden muss, bleibt wenig Luft. Um halb sechs bin ich oft einfach froh, wenn wir zu Hause sind. Dann noch zu sagen: Jetzt gehen wir eine Runde raus, das schaffe ich nicht jeden Tag.
Lena Hoffmann: Frau Kowalski, Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: Es soll ja nicht noch ein weiterer Termin im Kalender werden. Herr Aydin, was kann denn die Schule tun, ohne dass Eltern am Nachmittag alles organisieren müssen? Reicht der normale Sportunterricht nicht aus?
Markus Aydin: Der Sportunterricht ist wichtig, aber zwei Stunden pro Woche sind einfach wenig. Wir haben außerdem Bewegungskarten im Klassenzimmer. Darauf stehen Aufgaben wie: drei Minuten balancieren, im Stehen lesen oder mit einem Partner Wörter klatschen. Die Lehrkräfte müssen dafür keine Sportexperten sein. Bei uns können die Kinder zweimal am Vormittag selbst eine Karte ziehen, wenn die Konzentration weg ist. Das kostet fast nichts und nimmt nicht viel Zeit. Wichtig ist, dass die Schulleitung solche Pausen erlaubt und nicht sagt: Dafür haben wir keinen Platz im Stundenplan.
Sofia Kowalski: Ich finde solche kleinen Pausen sehr sinnvoll. Meine Tochter erzählt manchmal, dass sie nach einer Bewegungsminute wieder besser rechnen kann. Was für uns schwierig ist, sind feste Vereinszeiten. Für uns sind feste Vereinszeiten schwierig, weil mein Dienstplan jede Woche anders ist. Wenn das Training immer dienstags um fünf ist, klappt es zwei Wochen, und dann wieder nicht. Außerdem kosten manche Kurse Geld, und man braucht Schuhe, Kleidung, vielleicht noch Fahrten dorthin.
Lena Hoffmann: Da stellt sich natürlich die Frage: Wer müsste dafür Geld oder Zeit einplanen: die Schule, die Stadt oder die Eltern? Und noch etwas: Manche Kinder bewegen sich ungern, weil sie Angst haben, vor anderen schlecht auszusehen. Herr Aydin, erleben Sie das auch?
Markus Aydin: Ja, sehr oft. Darum sage ich immer: Bewegung darf nicht immer nach Leistung aussehen. Nicht jedes Kind muss Tore schießen oder schnell laufen. Manche tanzen gern, andere gehen lieber mit dem Hund der Nachbarin spazieren oder fahren Roller. In der Schule versuche ich, Aufgaben so zu stellen, dass nicht sofort verglichen wird. Wenn Kinder merken, dass Bewegung Spaß macht und nicht peinlich ist, machen sie eher mit. Und dann kommen die sportlichen Leistungen manchmal ganz von allein.
Sofia Kowalski: Das sehe ich auch so. Bei uns hilft es, wenn wir als Eltern nicht nur reden, sondern mitmachen. Wenn ich am Sonntag sage, wir laufen zum Bäcker, dann kommen sie meistens mit. Wenn ich aber selbst mit dem Auto fahre und danach erkläre, Bewegung sei wichtig, lachen mich meine Kinder natürlich aus. Ich glaube, Familien brauchen keine perfekten Pläne. Manchmal reicht es, eine Haltestelle früher auszusteigen oder auf dem Spielplatz zehn Minuten länger zu bleiben.
Lena Hoffmann: Vielen Dank. Wir halten fest: Mehr Bewegung im Alltag kann in der Schule beginnen, aber Familien brauchen einfache Lösungen, die zu ihrem Leben passen. Das war „Stadtgespräch am Abend“ mit Markus Aydin und Sofia Kowalski.
Goethe-Zertifikat B2 (B2). Hören: about 40 min, 4 Teile.
Sie hören fünf Gespräche und Äußerungen.
Sie hören jeden Text einmal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Lesen Sie jetzt das Beispiel. Dazu haben Sie 15 Sekunden Zeit.
Alltagsgespräche
Sie hören kurze Gespräche und Ansagen aus verschiedenen Alltagssituationen.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Der Fotokurs fällt heute aus. (Beispiel / example)
Richtig / Falsch
Lösung: falsch
Wo treffen sich die Teilnehmenden? (Beispiel / example)
Lösung: b
Der Handwerker hat den Schaden in der Küche bereits repariert.
Richtig / Falsch
Was soll Herr Keller tun, wenn der neue Termin für ihn nicht passt?
Im Stadtkino wird heute ein Film über Lebensmittelrettung gezeigt.
Richtig / Falsch
Wo findet das Gespräch mit der Regisseurin statt?
Ewa hat den Entwurf des Monatsberichts schon an die ganze Abteilung geschickt.
Richtig / Falsch
Warum wird die Besprechung verschoben?
Die Mitgliederversammlung beginnt später als auf den gedruckten Einladungen steht.
Richtig / Falsch
Was sollen die Mitglieder nach Möglichkeit mitbringen?
Sara und Tomasz können mit ihrem ursprünglichen Fernzug direkt bis Salzburg fahren.
Richtig / Falsch
Wie fahren Sara und Tomasz nach München weiter?
Answer key
1. falsch — Der Techniker kam nicht in die Wohnung, deshalb wurde nichts repariert. Der Wasserfleck ist also noch nicht behoben.
Evidence: „Die Reparatur ist also nicht erledigt“
2. a — Frau Demir bittet um eine direkte Antwort auf die Nachricht. Die Zentrale soll er gerade nicht kontaktieren, und Kosten entstehen ihm nicht.
Evidence: „antworten Sie bitte direkt auf diese Nachricht, nicht über die Zentrale“
3. richtig — Der Moderator nennt einen Dokumentarfilm zu diesem Thema. Es geht nicht um ein anderes Kulturangebot.
Evidence: „läuft der Dokumentarfilm „Alles im Korb“ über Lebensmittelrettung“
4. c — Das Gespräch wurde wegen Renovierungsarbeiten nicht ins Kinocafé gelegt. Es findet im Hof hinter dem Haus statt.
Evidence: „sondern im kleinen Hof hinter dem Haus“
5. falsch — Ewa hat den Entwurf nur an Karim geschickt. Die ganze Abteilung hat ihn noch nicht bekommen.
Evidence: „Ich habe ihn nur dir geschickt“
6. b — Die Verschiebung hat mit der Serverwartung zu tun. Der Kundentermin findet statt, und der Raum ist erst am nächsten Tag blockiert.
Evidence: „Die IT hat für heute Nachmittag kurzfristig eine Serverwartung angekündigt“
7. richtig — Auf den Einladungen steht 19 Uhr, tatsächlich beginnt die Versammlung erst um 19.30 Uhr. Damit ist sie später angesetzt.
Evidence: „sondern erst um 19.30 Uhr“
8. a — Die Vorsitzende bittet um eigene Tassen, weil Gläser fehlen. Einladung und Sportkleidung werden nicht verlangt.
Evidence: „Bringen Sie, wenn möglich, eine eigene Tasse mit“
9. falsch — Der Zug endet bereits in München. Deshalb müssen sie danach anders weiterreisen.
Evidence: „er endet heute schon in München“
10. c — Sie sollen erst den Regionalzug nach Rosenheim nehmen und danach in einen Ersatzbus steigen. Ein späterer Fernzug oder ein Taxi werden nicht genannt.
Evidence: „den Regionalzug nach Rosenheim nehmen und ab Rosenheim gibt es einen Ersatzbus“
Transcript
Beispiel (example)
Ansage in einer Volkshochschule
Anna Vogt: Liebe Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer, hier spricht Anna Vogt von der Volkshochschule Lindenstadt. Eine kurze Information zum heutigen Fotokurs: Der Fotokurs für Anfänger findet heute statt, auch wenn im Online-Kalender versehentlich „verschoben“ stand. Geändert hat sich nur der Raum. Wir treffen uns nicht im Raum 214 im zweiten Stock, sondern im Medienraum im Erdgeschoss, gleich neben der Bibliothek. Bitte kommen Sie, wenn möglich, schon um 17.45 Uhr, damit wir die Kameras in Ruhe ausgeben können. Der Unterricht beginnt dann wie geplant um 18 Uhr.
Text 1 (questions 1, 2)
Nachricht auf dem Anrufbeantworter
Leyla Demir: Guten Tag, Herr Keller, hier spricht Leyla Demir von der Hausverwaltung Sonneneck. Ich rufe wegen des Wasserflecks in Ihrer Küche an. Unser Sanitärtechniker war heute wie vereinbart um halb neun im Haus, konnte aber nicht in Ihre Wohnung, weil der Schlüssel nicht beim Nachbarn lag, wie auf dem Formular notiert. Die Reparatur ist also nicht erledigt. Bitte entschuldigen Sie: Der Ersatztermin ist nicht morgen um acht, das hatte ich zuerst gesagt, sondern am Freitag zwischen zehn und zwölf. Wenn Sie da nicht können, antworten Sie bitte direkt auf diese Nachricht, nicht über die Zentrale; dort wird der Auftrag sonst neu angelegt. Kosten entstehen Ihnen keine, da die Leitung im Gemeinschaftsbereich liegt.
Text 2 (questions 3, 4)
Radiotipp am Abend
Jonas Ritter: Liebe Hörerinnen und Hörer, hier ist Ihr Kulturtipp für heute Abend. Im Stadtkino Nord läuft der Dokumentarfilm „Alles im Korb“ über Lebensmittelrettung und die Frage, warum so viel Essbares weggeworfen wird. Beginn ist nicht, wie gestern angekündigt, um 19.30 Uhr, sondern erst um 20 Uhr, weil vorher noch Schulklassen im Saal sind. Karten gibt es an der Abendkasse; reserviert werden muss also nicht. Nach dem Film spricht die Regisseurin mit dem Publikum. Dieses Gespräch findet allerdings nicht im Kinocafé statt, dort wird renoviert, sondern im kleinen Hof hinter dem Haus. Bei Regen werden Schirme verteilt.
Text 3 (questions 5, 6)
Gespräch im Büro
Karim Schuster: Ewa, hast du den Entwurf für den Monatsbericht schon an die ganze Abteilung geschickt? Ich habe eben eine Nachfrage bekommen.
Ewa Nowak: Nein, noch nicht an alle. Ich habe ihn nur dir geschickt, weil ich unsicher war, ob die Grafik auf Seite vier verständlich ist. Gut, dass du fragst.
Karim Schuster: Okay, dann korrigiere ich die Legende. Übrigens, die Besprechung um 14 Uhr im Raum B fällt nicht aus, aber sie wird verschoben.
Ewa Nowak: Wegen Frau Steiners Kundentermin?
Karim Schuster: Nein, der findet statt. Die IT hat für heute Nachmittag kurzfristig eine Serverwartung angekündigt, und ohne Zugriff auf die Zahlen bringt das Treffen nichts. Wir besprechen alles morgen um 9.15 Uhr, allerdings in der Cafeteria, weil Raum B dann für eine Schulung blockiert ist.
Text 4 (questions 7, 8)
Ansage eines Vereins
Miriam Haddad: Liebe Mitglieder des Rudervereins Blau-Weiß, bitte hören Sie kurz zu. Unsere Mitgliederversammlung am Donnerstag findet wie geplant im Bootshaus statt. Allerdings beginnen wir nicht um 19 Uhr, wie es noch auf den gedruckten Einladungen steht, sondern erst um 19.30 Uhr, weil vorher eine Jugendgruppe trainiert. Der Eingang zur Gaststube bleibt wegen Bauarbeiten geschlossen; kommen Sie bitte durch die Tür am Steg. Die Tagesordnung wurde nicht erweitert, der Punkt „neues Materiallager“ wird nur vorgezogen. Außerdem eine kleine Bitte: Bringen Sie, wenn möglich, eine eigene Tasse mit. Die Vereinsgläser sind nach dem Sommerfest noch nicht vollständig zurückgegeben worden.
Text 5 (questions 9, 10)
Gespräch am Bahnhof
Sara Mancini: Tomasz, schau mal auf die Anzeige. Unser Zug nach Salzburg fährt zwar gleich ein, aber da steht, er endet heute schon in München.
Tomasz Zielinski: Echt? In meiner App steht noch Salzburg Hauptbahnhof, Gleis sieben, Ankunft 17.48 Uhr. Vielleicht ist die Anzeige falsch?
Sara Mancini: Leider nein, hier kommt gerade die Durchsage. Wegen einer beschädigten Oberleitung hinter München fährt der Fernzug nicht weiter. Erst hieß es, wir sollten in München am selben Bahnsteig warten, aber das wurde geändert.
Tomasz Zielinski: Na super. Müssen wir neue Tickets kaufen?
Sara Mancini: Nein, unsere Fahrkarten gelten weiter. Wir sollen in München zum Ostbahnhof fahren, dort den Regionalzug nach Rosenheim nehmen und ab Rosenheim gibt es einen Ersatzbus nach Salzburg. Das dauert etwa eine Stunde länger, aber wir kommen heute noch an.
Sie hören im Radio ein Interview mit einer Persönlichkeit aus der Wissenschaft.
Sie hören den Text zweimal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Lesen Sie jetzt die Aufgaben 11 bis 16. Dazu haben Sie 90 Sekunden Zeit.
Wach bleiben oder abschalten?
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Was versteht Dr. Demir unter Schlafqualität?
Was zeigte die Studie mit Berufstätigen besonders deutlich?
Warum können digitale Inhalte laut Dr. Demir den Schlaf stören?
Welche Grenze ihrer Untersuchung nennt Dr. Demir?
Wie bewertet Dr. Demir gesellschaftliche Erwartungen an Erreichbarkeit?
Was empfiehlt Dr. Demir für den Alltag?
Answer key
11. b — Dr. Demir nennt Einschlafen, wenige Unterbrechungen und Erholung am Morgen als zentrale Punkte. Acht Stunden und eine immer gleiche Abfolge werden nicht als Definition genannt.
Evidence: „relativ schnell einschläft, nachts nicht ständig aufwacht und am Morgen das Gefühl hat“
12. c — Die Studie fand einen Zusammenhang zwischen dienstlichen Nachrichten und Grübeln. Unterschiede zwischen Berufen oder ein Verzicht auf Geräte werden nicht als Ergebnis genannt.
Evidence: „Wer abends noch dienstliche Nachrichten beantwortete, berichtete deutlich häufiger von Grübeln“
13. a — Dr. Demir betont die Aktivierung durch Inhalte und Erwartungen. Sie sagt nicht, dass alle Schlafhormone verhindert werden oder dass ruhiges Lesen besonders problematisch ist.
Evidence: „geht es oft weniger um das blaue Licht allein, sondern um die Aktivierung“
14. b — Sie warnt ausdrücklich davor, aus Korrelationen sichere Ursachen abzuleiten. Stimmung wurde abgefragt, und die Geräte erkennen Ruhephasen durchaus.
Evidence: „Wir messen Korrelationen, keine Beweise für Ursache und Wirkung“
15. c — Dr. Demir kritisiert, dass Produktivität mit ständiger Verfügbarkeit verbunden wird. Sie nennt das Problem nicht rein privat und lobt Erreichbarkeit nicht.
Evidence: „Unsere Kultur verbindet Produktivität oft mit ständiger Verfügbarkeit“
16. a — Sie empfiehlt kleine Schritte: eine klare Grenze und ein regelmäßiges Ritual. Ein kompletter Geräteverzicht oder sofortige klinische Hilfe bei jeder schlechten Nacht werden nicht empfohlen.
Evidence: „Legen Sie eine klare Grenze fest … hilft ein wiederkehrendes Abendritual“
Transcript
Recording
Radiointerview in der Sendung „Wissen am Abend“
Lena Berger: Willkommen bei „Wissen am Abend“. Viele von uns schauen kurz vor dem Einschlafen noch aufs Handy, beantworten Nachrichten oder lesen E-Mails. Am nächsten Morgen fühlen wir uns dann nicht unbedingt erholt. Darüber spreche ich heute mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Aylin Demir vom Institut für Schlaf und Aufmerksamkeit in Mainz. Frau Demir, schön, dass Sie da sind.
Dr. Aylin Demir: Guten Abend, Frau Berger, ich freue mich.
Lena Berger: Wenn wir von gutem Schlaf sprechen, denken viele zuerst an acht Stunden. Ist Schlafqualität einfach eine Frage der Dauer?
Dr. Aylin Demir: Nein, so einfach ist es nicht. Die Dauer ist nur ein Teil. Schlafqualität bedeutet für uns, dass jemand relativ schnell einschläft, nachts nicht ständig aufwacht und am Morgen das Gefühl hat, wieder handlungsfähig zu sein. Außerdem betrachten wir die Verteilung der Schlafphasen. Es kann also sein, dass zwei Personen beide sieben Stunden schlafen, sich aber sehr unterschiedlich erholen.
Lena Berger: Sie haben gerade eine Studie mit Berufstätigen abgeschlossen. Was genau haben Sie untersucht?
Dr. Aylin Demir: Wir haben 312 Erwachsene vier Wochen lang begleitet, also Menschen aus Büros, Pflegeberufen und dem Handwerk. Sie trugen nachts ein kleines Messgerät am Handgelenk und führten zusätzlich ein digitales Schlaftagebuch. Uns interessierte besonders, welche Routinen in den letzten sechzig Minuten vor dem Zubettgehen vorkamen. Das überraschende Ergebnis war: Nicht die reine Bildschirmzeit erklärte die schlechtere Erholung am besten, sondern ob die Nutzung mit Arbeit oder sozialem Druck verbunden war. Wer abends noch dienstliche Nachrichten beantwortete, berichtete deutlich häufiger von Grübeln.
Lena Berger: Das klingt, als wäre das Handy an sich gar nicht der Hauptfeind des Schlafs. Lange hieß es doch: Das blaue Licht macht wach.
Dr. Aylin Demir: Das blaue Licht spielt durchaus eine Rolle, vor allem wenn der Bildschirm sehr hell eingestellt ist. Aber in unserem Alltag geht es oft weniger um das blaue Licht allein, sondern um die Aktivierung. Ein Video, das starke Gefühle auslöst, eine Diskussion in einer Gruppe oder die E-Mail der Chefin: Das signalisiert dem Gehirn, dass gleich noch etwas Wichtiges passieren könnte. Dann bleibt das Stresssystem eher aktiv. Ein ruhiges E-Book mit gedimmtem Licht ist deshalb nicht dasselbe wie ein beruflicher Chat.
Lena Berger: Ihre Daten stammen aus Messgeräten und aus Tagebüchern. Wie sicher kann man daraus schließen, dass digitale Routinen schlechten Schlaf verursachen?
Dr. Aylin Demir: Da muss man vorsichtig sein. Wir messen Korrelationen, keine Beweise für Ursache und Wirkung. Vielleicht greifen manche Menschen gerade deshalb zum Handy, weil sie ohnehin unruhig sind. Außerdem können Handgelenkgeräte nicht so genau messen wie ein Schlaflabor. Sie erkennen Bewegung und Ruhephasen, aber nicht jede Hirnaktivität. Deshalb kombinieren wir Methoden und fragen auch nach Stimmung, Arbeitsbelastung und familiären Verpflichtungen. Erst dadurch wird das Bild einigermaßen zuverlässig.
Lena Berger: Sie sprechen die Arbeitsbelastung an. In vielen Unternehmen gilt es fast als normal, auch spät abends erreichbar zu sein. Welche Rolle spielen solche Erwartungen?
Dr. Aylin Demir: Eine sehr große. Schlaf wird häufig als private Aufgabe betrachtet: Man soll eben diszipliniert genug sein und das Handy weglegen. Aber wenn Kolleginnen um 22 Uhr noch Antworten erwarten, ist das kein rein individuelles Problem. Unsere Kultur verbindet Produktivität oft mit ständiger Verfügbarkeit. Das führt dazu, dass Erholung als Schwäche missverstanden wird. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das absurd, denn Aufmerksamkeit, Lernen und emotionale Stabilität hängen davon ab, dass das Gehirn Pausen bekommt.
Lena Berger: Was würden Sie Hörerinnen und Hörern empfehlen, ohne dass gleich das ganze Leben umgebaut werden muss?
Dr. Aylin Demir: Ich würde klein anfangen. Legen Sie eine klare Grenze fest, zum Beispiel: berufliche Nachrichten nach 20 Uhr nur in echten Notfällen. Zweitens hilft ein wiederkehrendes Abendritual, das nicht perfekt sein muss: Licht reduzieren, Kleidung für den nächsten Tag bereitlegen, vielleicht zehn Minuten lesen oder Musik hören. Und drittens: Wenn man doch noch aufs Handy schaut, sollte man nicht zusätzlich Schuldgefühle entwickeln. Interessant ist die Regelmäßigkeit über Wochen, nicht der einzelne Abend. Wer merkt, dass Schlafprobleme länger als einige Wochen bestehen, sollte allerdings medizinischen Rat suchen.
Lena Berger: Frau Dr. Demir, vielen Dank für das Gespräch.
Dr. Aylin Demir: Sehr gern.
Sie hören im Radio ein Gespräch mit mehreren Personen. Die Personen sprechen über die Frage, ob die Innenstadt weniger Autos braucht.
Sie hören den Text einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe: Wer sagt das?
Lesen Sie jetzt die Aufgaben 17 bis 22. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Stadtgespräch am Abend: Braucht die Innenstadt weniger Autos?
Die Personen sprechen über die Frage, ob die Innenstadt weniger Autos braucht.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Viele Menschen kommen zwar gern in die Innenstadt, halten sich dort aber wegen der Verkehrssituation nicht gern auf.
Höhere Parkgebühren allein lösen das Verkehrsproblem nicht.
Die Kundschaft eines Geschäfts besteht nicht überwiegend aus Autofahrern.
Veränderungen sollten zunächst getestet und von besseren öffentlichen Verkehrsangeboten begleitet werden.
Für Geschäfte sind kurze Haltemöglichkeiten und Lieferzonen wichtiger als dauerhafte Parkplätze direkt vor dem Laden.
In der Debatte geht es nicht nur um Autos, sondern grundsätzlich um die Nutzung des knappen öffentlichen Raums.
Answer key
17. a — Die Moderatorin nennt Ergebnisse aus Umfragen und beschreibt, was viele Menschen stört. Die beiden Gäste sprechen erst danach über Planung und Geschäfte.
Evidence: „Viele kommen gern zum Einkaufen, aber sie bleiben ungern“
18. b — Der Verkehrsplaner sagt, dass teurere Parkplätze allein zu wenig wären. Er fordert stattdessen mehrere Maßnahmen zusammen.
Evidence: „Nur Parkplätze teurer zu machen, wäre zu kurz gedacht.“
19. c — Die Ladenbesitzerin erklärt, dass viele Kundinnen und Kunden zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen. Sie kritisiert vor allem schlecht organisierte Baustellen.
Evidence: „Bei mir kaufen längst nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer ein.“
20. b — Der Verkehrsplaner spricht von Testphasen und einem dichteren Takt bei Bus und Bahn. Die anderen Personen äußern diese Kombination nicht.
Evidence: „dass kleine Testphasen helfen … es muss mit engerem Takt bei Bus und Bahn“
21. c — Die Ladenbesitzerin sagt ausdrücklich, dass sie keine Dauerparkplätze vor der Tür möchte. Stattdessen nennt sie Ladezonen und kurzes Halten.
Evidence: „keine Dauerparkplätze vor der Tür, sondern verlässliche Ladezonen und zwanzig Minuten Kurzhalten“
22. a — Die Moderatorin fasst am Schluss die Diskussion zusammen. Sie stellt die Frage, wem der begrenzte Raum in der Innenstadt gehören soll.
Evidence: „weniger um ein Ja oder Nein zum Auto als um die Frage, wem der knappe Raum gehören soll“
Transcript
Recording
Julia Kramer: Guten Abend und herzlich willkommen zu unserem Stadtgespräch. Heute fragen wir: Braucht die Innenstadt weniger Autos? In vielen Städten werden Fahrspuren umgewandelt, Parkplätze verschwinden, dafür entstehen breitere Gehwege, Bäume oder Fahrradständer. Gleichzeitig klagen manche Geschäftsleute, ihre Kundschaft werde ausgeschlossen. In Umfragen hören wir immer wieder: Viele kommen gern zum Einkaufen, aber sie bleiben ungern, weil Lärm und enge Gehwege stören. Darüber spreche ich mit Dr. Kemal Öztürk, Verkehrsplaner, und mit Marta Kowalska, die in der Altstadt ein Geschäft für Papierwaren und kleine Geschenke führt. Herr Öztürk, wenn weniger Autos das Ziel sind, wo fängt man an?
Dr. Kemal Öztürk: Also, zuerst müsste man ehrlich beschreiben, welches Problem gelöst werden soll. Nur Parkplätze teurer zu machen, wäre zu kurz gedacht. Wenn jemand am Rand der Stadt wohnt, die Straßenbahn aber abends nur alle dreißig Minuten fährt, wird diese Person weiter mit dem Auto fahren. Man braucht ein Paket: bessere Anschlüsse, sichere Wege für Fahrräder, Lieferzonen und auch Regeln für Anwohner. Weniger Autos heißt ja nicht, dass niemand mehr fahren darf. Es heißt, dass nicht jede kurze Strecke automatisch mit dem privaten Wagen gemacht wird.
Marta Kowalska: Ich sehe das ähnlich, obwohl ich natürlich sehr genau auf meine Umsätze schaue. Bei mir kaufen längst nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer ein. Viele kommen in der Mittagspause zu Fuß oder steigen an der Haltestelle vor der Kirche aus. Aber wenn eine Straße monatelang aufgerissen wird und niemand weiß, ob man überhaupt bis zum Laden kommt, dann bleiben die Leute weg. Mir macht weniger der fertige Plan Angst als die Übergangszeit. Da wird oft schlecht informiert, und kleine Läden können solche Phasen nicht einfach ausgleichen.
Julia Kramer: Das heißt, die Frage lautet nicht nur: Auto ja oder nein, sondern auch: Wie wird ein Umbau organisiert? Herr Öztürk, Kritiker sagen, Verkehrsplaner säßen am Schreibtisch und zeichneten schöne Plätze, während die Realität aus Lieferwagen, Arztterminen und schweren Einkaufstaschen besteht. Was entgegnen Sie?
Dr. Kemal Öztürk: Na ja, diesen Vorwurf muss man ernst nehmen. Gute Planung entsteht nicht im Modell allein. In anderen Städten hat man gesehen, dass kleine Testphasen helfen: Eine Straße wird im Sommer für drei Monate anders genutzt, danach wird gemessen, gezählt und mit den Menschen gesprochen. Ein Verbot über Nacht würde scheitern; es muss mit engerem Takt bei Bus und Bahn und mit sicheren Abstellplätzen verbunden werden. Außerdem brauchen Handwerker, Pflegedienste oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität Ausnahmen. Wenn das nicht vorgesehen wird, wirkt eine an sich sinnvolle Maßnahme ungerecht.
Marta Kowalska: Genau, und für den Handel sind Details entscheidend. Ich wünsche mir keine Dauerparkplätze vor der Tür, sondern verlässliche Ladezonen und zwanzig Minuten Kurzhalten für Kundinnen, die etwas Schweres abholen. Im Moment blockieren oft Autos den ganzen Vormittag einen Platz, und davon hat mein Laden gar nichts. Wenn die Stadt sagt: Wir nehmen Parkraum weg, schaffen aber klare Lieferzeiten und gut sichtbare Wege, dann könnte ich damit leben. Was ich nicht akzeptiere, ist, wenn man uns erst am Ende fragt, wenn die Pläne praktisch fertig sind.
Julia Kramer: Frau Kowalska, Sie beschreiben also keinen einfachen Widerstand gegen Veränderungen, sondern den Wunsch, beteiligt zu werden. Gleichzeitig merken viele Hörerinnen und Hörer: Der Platz in der Innenstadt ist begrenzt. Wenn mehr Bäume, Bänke und sichere Radwege entstehen sollen, kann nicht alles bleiben, wie es ist. Vielleicht geht es also weniger um ein Ja oder Nein zum Auto als um die Frage, wem der knappe Raum gehören soll. Herr Öztürk, Frau Kowalska, vielen Dank für das Gespräch.
Sie hören einen kurzen Vortrag. Die Rednerin spricht über das Thema „Warum Pausen produktiv machen“.
Sie hören den Text zweimal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Lesen Sie jetzt die Aufgaben 23 bis 30. Dazu haben Sie 90 Sekunden Zeit.
Warum Pausen produktiv machen
Die Rednerin spricht über das Thema „Warum Pausen produktiv machen“.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Wie kam Dr. Karaca ursprünglich auf das Thema ihres Vortrags?
Was zeigen Untersuchungen zur Konzentration?
Welche Funktion haben kurze Unterbrechungen laut Dr. Karaca?
Welches Missverständnis über Pausen kritisiert die Rednerin?
Warum ist das Lesen dienstlicher Nachrichten auf dem Handy keine gute Pause?
Was passierte in der Versicherungsabteilung nach der Einführung des Rotationsplans?
Welche Regel nennt Dr. Karaca für gute Pausen?
Welche Schlussfolgerung zieht die Rednerin am Ende?
Answer key
23. a — Sie nennt eine kleine Szene mit einem Projektleiter als Ausgangspunkt. Ein großes Forschungsprojekt oder eigene Überlastung waren nicht der Anlass.
Evidence: „Auf das Thema kam ich nicht durch ein großes Forschungsprojekt, sondern durch eine kleine Szene“
24. c — Die Rednerin sagt, dass die Genauigkeit nach intensiver Arbeit sinkt. Sie betont außerdem, dass die Müdigkeit nicht immer bemerkt wird.
Evidence: „Nach ungefähr fünfzig bis siebzig Minuten intensiver Arbeit sinkt bei vielen Beschäftigten die Genauigkeit“
25. b — Kurze Unterbrechungen aktivieren laut Vortrag die Selbststeuerung. Von einem Ersatz für Erholung am Tagesende oder weniger Entscheidungen spricht sie nicht.
Evidence: „Kleine Unterbrechungen können dann helfen, die Selbststeuerung wieder zu aktivieren“
26. a — Sie kritisiert die Idee, dass man sich Pausen erst verdienen müsse. Die anderen Aussagen kommen im Vortrag nicht als Missverständnis vor.
Evidence: „Eine Pause sei eine Belohnung, die man sich erst verdient habe“
27. c — Beim Lesen dienstlicher Nachrichten bleibt das Gehirn im Prüf- und Reaktionsmodus. Datenschutz oder eine zu lange Dauer werden hier nicht genannt.
Evidence: „Das Gehirn bleibt im Prüf- und Reaktionsmodus“
28. c — Die bearbeiteten Fälle blieben ungefähr gleich, aber es gab weniger Korrekturen. Von weniger Anrufen ist nicht die Rede.
Evidence: „Gleichzeitig gingen die Korrekturen bei Formularen spürbar zurück“
29. a — Die Rednerin empfiehlt klare Grenzen für Pausen. Sie fordert nicht, dass Pausen allein oder völlig ungeplant sein müssen.
Evidence: „Der Anfang und das Ende sollten klar sein“
30. b — Sie sieht Pausen nicht nur als private Frage, sondern auch als Verantwortung der Organisation. Längere Arbeitszeiten werden nicht als Lösung empfohlen.
Evidence: „Teams sollten gemeinsam klären, wann Erholung möglich ist und wie sie fair verteilt wird“
Transcript
Recording
Dr. Leyla Karaca: Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich freue mich, dass Sie heute nach einem vermutlich langen Arbeitstag noch hier sind. Mein Thema klingt auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen bequem: Pausen. Genauer gesagt: Warum Pausen produktiv machen. Ich beschäftige mich als Arbeitspsychologin seit vielen Jahren mit Konzentration und Erholung im Büroalltag. Auf das Thema kam ich nicht durch ein großes Forschungsprojekt, sondern durch eine kleine Szene: Ein Projektleiter erzählte mir, er esse mittags meistens direkt am Schreibtisch, weil er sonst Zeit verliere. Gleichzeitig klagte er darüber, dass seine wichtigen E-Mails am Nachmittag immer länger dauerten und häufiger Fehler enthielten. Genau diese Kombination sehe ich oft: Menschen verzichten auf Pausen, um schneller fertig zu werden, und verlieren dadurch später mehr Zeit, als sie vorher gewonnen haben. In Untersuchungen zur geistigen Leistungsfähigkeit zeigt sich relativ klar: Aufmerksamkeit ist keine Maschine, die acht Stunden gleichmäßig läuft. Nach ungefähr fünfzig bis siebzig Minuten intensiver Arbeit sinkt bei vielen Beschäftigten die Genauigkeit, auch wenn sie subjektiv noch das Gefühl haben, konzentriert zu sein. Das ist besonders interessant, denn Müdigkeit wird nicht immer bemerkt. Man tippt weiter, liest weiter, entscheidet weiter, aber das Gehirn filtert weniger sorgfältig. Kleine Unterbrechungen können dann helfen, die Selbststeuerung wieder zu aktivieren. Es geht also nicht darum, faul zu sein, sondern darum, die begrenzten Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Ein häufiges Missverständnis lautet: Eine Pause sei eine Belohnung, die man sich erst verdient habe, wenn eine Aufgabe vollständig erledigt ist. Aus psychologischer Sicht wäre es sinnvoller, Pausen als Bestandteil der Arbeit zu planen, so wie man auch Besprechungen oder Abgabefristen plant. Wer wartet, bis er völlig erschöpft ist, macht die Pause zu spät. Dann braucht der Körper länger, um wieder in einen guten Zustand zu kommen. Das kennen viele: Man hat den ganzen Vormittag durchgearbeitet, steht dann endlich auf und fühlt sich trotzdem nicht erholt, sondern eher leer. Wichtig ist allerdings, was man in der Pause tut. Nicht jede Unterbrechung erholt wirklich. Wenn Sie zehn Minuten lang dienstliche Nachrichten auf dem Handy lesen, wechseln Sie zwar das Gerät, aber nicht die Art der Aufmerksamkeit. Das Gehirn bleibt im Prüf- und Reaktionsmodus. Ähnlich ist es, wenn man in der Kaffeeküche sofort über denselben schwierigen Kunden spricht, über den man gerade geschrieben hat. Eine gute Pause schafft Abstand. Das kann ein kurzer Gang nach draußen sein, ein Blick aus dem Fenster, ein Glas Wasser ohne Bildschirm, oder auch zwei Minuten bewusstes Atmen. Es muss nicht spektakulär sein. Entscheidend ist, dass eine andere Art von Aktivität stattfindet. Lassen Sie mich zwei Beispiele aus Unternehmen nennen. In einer Versicherungsabteilung wurden die Pausen zunächst als Störung betrachtet. Die Beschäftigten hatten sehr viele telefonische Anfragen, und niemand wollte den Platz verlassen, weil dann die Kolleginnen mehr Anrufe übernehmen mussten. Nach einer Analyse wurde ein Rotationsplan eingeführt: immer zwei Personen waren für zehn Minuten aus der Telefonannahme herausgenommen. Die Zahl der bearbeiteten Fälle sank dadurch nicht; sie blieb ungefähr gleich. Gleichzeitig gingen die Korrekturen bei Formularen spürbar zurück. Das heißt: Die Arbeit wurde nicht schneller im Sinne von hektischer, sondern zuverlässiger. In einem anderen Team, einem Ingenieurbüro in Leipzig, waren die Besprechungen das Problem. Sie dauerten oft neunzig Minuten ohne Unterbrechung, und am Ende wurden Beschlüsse wiederholt, weil niemand mehr sicher war, was vereinbart worden war. Dort hat man nach vierzig Minuten eine feste Fünf-Minuten-Pause eingeführt und direkt danach die Entscheidungen zusammengefasst. Am Anfang fanden einige das künstlich. Nach drei Wochen sagten aber viele, die Sitzungen seien kürzer geworden, weil weniger abgeschweift wurde. Für die Gestaltung von Pausen gibt es ein paar einfache Regeln. Erstens: Der Anfang und das Ende sollten klar sein. Eine Pause, die heimlich zwischen zwei Fenstern am Bildschirm stattfindet, wird leicht zur halben Stunde Internet oder eben gar nicht als Erholung erlebt. Zweitens: Der Ort sollte, wenn möglich, gewechselt werden. Schon der Weg zum Treppenhaus oder zum Hof signalisiert dem Körper: Jetzt ist ein anderer Modus dran. Drittens: Pausen sollten sozial erlaubt sein. Wenn Beschäftigte zwar theoretisch Pause machen dürfen, aber schiefe Blicke bekommen, sobald sie aufstehen, entsteht Druck. Dann wird Erholung zu etwas, das man verstecken muss. Natürlich gibt es Phasen, in denen man nicht alle vierzig Minuten aufstehen kann: im Kundengespräch, in der Pflege, im Unterricht. Aber auch dort kann man Übergänge nutzen, zum Beispiel zwischen zwei Terminen bewusst eine Minute langsam gehen, statt sofort die nächste Akte zu öffnen. Entscheidend ist nicht die perfekte Methode, sondern die Regelmäßigkeit. Mein Fazit lautet deshalb: Pausen sind kein Gegensatz zu Leistung. Sie sind eine Voraussetzung dafür, dass Leistung über längere Zeit möglich bleibt. Wer Pausen nur als private Disziplinfrage betrachtet, übersieht die Verantwortung der Organisation. Teams sollten gemeinsam klären, wann Erholung möglich ist und wie sie fair verteilt wird. Dann werden Pausen nicht zum Zeichen von Schwäche, sondern zu einem professionellen Werkzeug.
Goethe-Zertifikat C1 (C1). Hören: about 40 min, 4 Teile.
Sie hören einen Podcast über neue Bücher.
Sie hören den Text einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe, zu welchem Buch die Aussage passt.
Lesen Sie jetzt die Aufgaben 1 bis 6. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Neue Seiten: Arbeit, Ozeane und Gedächtnis
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Die Autorin verzichtet auf einfache Ratschläge und untersucht stattdessen, wie Sinn sprachlich hergestellt wird.
Ein Einwand lautet, dass mögliche Lösungen und konkrete Gegenmodelle nur angedeutet werden.
Das Buch gewinnt seinen Reiz daraus, dass Forschung nicht heroisiert, sondern als geduldige Routine gezeigt wird.
Kritisiert wird, dass gesellschaftliche und wirtschaftliche Konflikte rund um das Thema zu zurückhaltend behandelt werden.
Das Buch vertritt die These, dass Erinnern kein bloßes Wiederfinden, sondern ein gegenwartsabhängiges Rekonstruieren ist.
Trotz anschaulicher Darstellung werden fachliche Grundlagen an manchen Stellen als zu knapp erklärt empfunden.
Answer key
1. a — Diese Aussage passt zu Buch 1, weil Kahl keine praktischen Tipps gibt, sondern die Unternehmenssprache analysiert. Die anderen Bücher behandeln Tiefseeforschung beziehungsweise Gedächtnisprozesse.
Evidence: „Sie gibt gerade keine Zehn-Punkte-Liste für mehr Erfüllung im Job“
2. a — Die Kritik bezieht sich auf Buch 1: Die Analyse ist stark, aber praktische Alternativen bleiben knapp. Bei Buch 2 und Buch 3 werden andere Schwächen genannt.
Evidence: „Was konkrete Alternativen angeht, bleibt sie erstaunlich schmal“
3. b — Diese Aussage passt zu Buch 2, denn Rossi beschreibt die Arbeit auf dem Forschungsschiff als mühsame, genaue Praxis. Buch 1 ist ein Essay über Arbeit, Buch 3 ein Buch über Erinnerung.
Evidence: „die Forschung deheroisiert, ohne ihr den Zauber zu nehmen“
4. b — Die Kritik betrifft Buch 2: Die politischen und wirtschaftlichen Dimensionen der Tiefsee werden als zu vorsichtig dargestellt. Diese Einwände werden bei den beiden anderen Büchern nicht erhoben.
Evidence: „für wirtschaftliche Begehrlichkeiten bleibt er vorsichtig, fast zu vorsichtig“
5. c — Diese Aussage passt zu Buch 3, weil Topal Erinnern als Umschreibungsprozess beschreibt. Die anderen Bücher behandeln Sinnkrisen im Beruf beziehungsweise Tiefseeforschung.
Evidence: „Erinnern ist bei ihr kein Abrufen, sondern ein fortlaufendes Umschreiben“
6. c — Die Aussage bezieht sich auf Buch 3: Die neurobiologischen Erklärungen werden als stellenweise zu schnell kritisiert. Bei Buch 1 geht es um fehlende Alternativen, bei Buch 2 um politische Zurückhaltung.
Evidence: „die neuronalen Mechanismen manchmal zu schnell im Vorübergehen erklärt“
Transcript
Recording
Podcast „Neue Seiten“: Zwei Kulturjournalistinnen sprechen über drei neue Sachbücher.
Nora Stein: Willkommen bei „Neue Seiten“, unserem Podcast über Sachbücher, die mehr wollen als nur ein Thema erklären. Heute geht es, Yasemin, um drei Neuerscheinungen: Arbeit, Tiefsee und Gedächtnis. Den Anfang macht Miriam Kahls Essay „Feierabend ohne Echo“. Schon der Titel ist, finde ich, ziemlich treffend: Es geht um das Gefühl, dass berufliche Leistung zwar permanent gemessen, aber kaum noch als sinnvoll erlebt wird. Kahl schreibt nicht im Ton der Empörung, sondern eher mit einer kühlen, fast diagnostischen Genauigkeit. Sie gibt gerade keine Zehn-Punkte-Liste für mehr Erfüllung im Job, sondern zerlegt die Sprache, in der Unternehmen Sinn versprechen.
Yasemin Arslan: Ja, und das ist ihre Stärke. Kahl zeigt, wie Begriffe wie Selbstwirksamkeit, Purpose oder Teamkultur ursprünglich einmal emanzipatorisch klangen und dann in Steuerungsinstrumente verwandelt wurden. Ihre zentrale These lautet ja nicht: Die Leute sind verwöhnt oder zu empfindlich. Sondern: Die Sinnkrise entsteht dort, wo Anerkennung individualisiert, Verantwortung aber strukturell verlagert wird. Das ist anspruchsvoll, manchmal sehr verdichtet, aber nie akademisch abweisend. Trotzdem hatte ich beim Lesen einen Vorbehalt: Was konkrete Alternativen angeht, bleibt sie erstaunlich schmal. Betriebsräte, Arbeitszeitmodelle, auch Fragen von Klasse und Migration tauchen auf, aber oft eher als Stichworte.
Nora Stein: Das stimmt, der Essay ist stärker in der Problemdiagnose als in der Ausarbeitung von Gegenentwürfen. Ganz anders funktioniert Leandro Rossis Reportage „Unter dem Lichtkegel“. Rossi begleitet ein Forschungsschiff im Nordatlantik und schreibt über Tiefseeroboter, Sedimentproben und diese sonderbare Mischung aus Hightech und Geduld. Mir gefiel, wie konsequent er die Forschung deheroisiert, ohne ihr den Zauber zu nehmen. Statt dramatischer Entdeckerszenen beschreibt er endlose Kalibrierungen, abgebrochene Tauchgänge und die Frustration, wenn ein Greifarm eine Probe zerdrückt.
Yasemin Arslan: Genau dadurch entsteht Spannung. Man versteht plötzlich, dass Erkenntnis nicht aus einem großen Moment besteht, sondern aus Wiederholung, Protokollen und sehr viel Warten. Rossi hat außerdem ein gutes Ohr für die verschiedenen Sprachen an Bord: die Ingenieurin, die von Störungen spricht, der Biologe, der von Lebensräumen spricht, und die Kapitänin, die vor allem Wetterfenster sieht. Kritisch würde ich aber sagen: Bei den möglichen Folgen für Küstengemeinden und für wirtschaftliche Begehrlichkeiten bleibt er vorsichtig, fast zu vorsichtig. Der Meeresboden erscheint manchmal als Labor, weniger als politisch umkämpfter Raum.
Nora Stein: Damit sind wir beim dritten Buch, Samira Topals „Das unzuverlässige Archiv“. Es ist ein populärwissenschaftliches Buch über Erinnerungsverzerrungen, aber glücklicherweise ohne diesen triumphierenden Ton: Seht her, das Gehirn belügt euch ständig. Topal formuliert viel subtiler. Erinnern ist bei ihr kein Abrufen, sondern ein fortlaufendes Umschreiben unter dem Druck der Gegenwart. Sie verbindet Experimente zur Zeugenaussage mit Alltagsbeobachtungen, etwa wenn Familienfotos später bestimmen, was man angeblich selbst erlebt hat. Besonders stark fand ich das Kapitel über kollektive Erinnerung, weil es zeigt, wie private Gewissheit sozial gestützt wird.
Yasemin Arslan: Und sie vermeidet den Fehler, Erinnerung einfach als defektes Speichermedium darzustellen. Verzerrungen sind bei ihr nicht nur Pannen, sondern manchmal auch Voraussetzung dafür, Erfahrungen überhaupt in eine erzählbare Form zu bringen. Für ein breites Publikum ist das sehr elegant erklärt, mit vielen kleinen Szenen aus Beratung, Gericht und Forschungslabor. Allerdings hätte ich mir bei den neurobiologischen Passagen mehr Langsamkeit gewünscht. Da werden die neuronalen Mechanismen manchmal zu schnell im Vorübergehen erklärt. Wer keine Vorkenntnisse hat, nimmt dann eher die Metapher als den eigentlichen Vorgang mit.
Nora Stein: Wenn man die drei Bücher zusammen liest, ergeben sie fast ein Panorama moderner Unsicherheiten: Wofür arbeiten wir, was wissen wir über die Erde, und wie zuverlässig ist das, was wir über uns selbst erzählen? Mein Favorit bleibt Kahls Essay, gerade wegen seiner sprachkritischen Schärfe. Yasemin, du würdest wahrscheinlich Rossi wählen?
Yasemin Arslan: Ja, weil seine Reportage zeigt, wie viel literarische Kraft in präziser Beobachtung stecken kann. Aber Topal ist vermutlich das zugänglichste der drei Bücher. Und damit genug für heute. In der nächsten Folge sprechen wir über Biografien, die sich nicht an die üblichen Lebenskurven halten.
Sie hören ein Radiointerview mit einer Persönlichkeit aus der Wissenschaft.
Sie hören den Text zweimal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Lesen Sie jetzt die Aufgaben 7 bis 15. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
Fokus im digitalen Alltag
Sie hören ein Radiointerview mit der Neuropsychologin Dr. Samira Haddad über Aufmerksamkeit.
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Wie beschreibt Dr. Haddad Aufmerksamkeit zu Beginn des Gesprächs?
Unter welcher Bedingung hält Dr. Haddad paralleles Handeln für weitgehend unproblematisch?
Welche methodische Einschränkung nennt Dr. Haddad in Bezug auf Forschung zu digitaler Mediennutzung?
Warum sind digitale Benachrichtigungen laut Dr. Haddad besonders störend?
Wie beurteilt Dr. Haddad die Wirkung vieler Trainingsapps?
Was sagt Dr. Haddad über Konzentrationsprobleme bei Jugendlichen?
Welche Konsequenz empfiehlt Dr. Haddad für Schulen?
Was sollten Betriebe laut Dr. Haddad verändern?
Welche Grundposition fasst Dr. Haddad am Ende zusammen?
Answer key
7. b — Dr. Haddad betont mehrere Steuerungsprozesse wie Gewichten, Hemmen und Zielkontrolle. Die anderen Optionen reduzieren Aufmerksamkeit fälschlich auf starres Starren oder automatische Reaktionen.
Evidence: „ein Bündel von Steuerungsprozessen“
8. a — Sie nennt automatisierte Tätigkeiten als Ausnahme. Häufige Mediennutzung schützt nicht vor Wechselkosten, und gleiche Ressourcen erhöhen gerade die Belastung.
Evidence: „Eine Ausnahme sind stark automatisierte Tätigkeiten“
9. c — Dr. Haddad erklärt, dass Feldstudien häufig nur korrelativ sind. Von älteren Personen oder bildgebenden Verfahren spricht sie an dieser Stelle nicht als methodisches Hauptproblem.
Evidence: „Feldstudien wiederum erfassen den Alltag, sind aber oft korrelativ“
10. b — Sie hebt Vorhersehbarkeit und soziale Relevanz als entscheidende Faktoren hervor. Lautstärke und spätere Rekonstruktion werden nicht als Hauptgrund genannt.
Evidence: „ihre Vorhersehbarkeit und Bedeutung“
11. c — Dr. Haddad sagt, Verbesserungen beträfen meist die geübte Aufgabe. Einen robusten Transfer auf Lesen, Lernen oder berufliche Entscheidungen sieht sie nicht belegt.
Evidence: „verbessern vor allem die geübte Aufgabe“
12. a — Sie nennt sowohl neurobiologische Reifung als auch Faktoren wie Schlaf, Gruppennormen und digitale Lernumgebungen. Eine moralische Deutung als Willensschwäche lehnt sie ausdrücklich ab.
Evidence: „Bei Jugendlichen reifen Kontrollnetzwerke noch“
13. c — Dr. Haddad plädiert für begründete Aufmerksamkeitsphasen mit und ohne Geräte. Sie lehnt sowohl ein pauschales Verbot als auch unkritisch mehr digitale Tools ab.
Evidence: „klare, begründete Aufmerksamkeitsphasen“
14. a — Sie nennt verlässliche Fokusfenster, klare Antwortzeiten und Ergebnisorientierung. Kontrolle oder Multitasking-Training empfiehlt sie nicht.
Evidence: „verlässliche Fokusfenster, klare Erwartungen an Antwortzeiten“
15. b — Sie beschreibt Aufmerksamkeit als begrenzte soziale Ressource, die von Technik, Räumen und Erwartungen abhängt. Damit widerspricht sie einer rein individuellen oder angeborenen Erklärung.
Evidence: „eine begrenzte, soziale Ressource“
Transcript
Recording
Radiointerview in der Wissenschaftssendung „Denkraum“
Claudia Ritter: Willkommen zu „Denkraum“. Viele Menschen haben den Eindruck, ihre Aufmerksamkeit sei in den letzten Jahren geradezu zerbröselt: Nachrichten, Videokonferenzen, offene Browserfenster. Bei mir im Studio ist Dr. Samira Haddad, Neuropsychologin an der Universität Bremen. Frau Haddad, wenn wir über Aufmerksamkeit sprechen: Meinen wir da einfach Konzentration, also die Fähigkeit, lange auf eine Sache zu starren?
Dr. Samira Haddad: Nicht ganz. Aufmerksamkeit ist weniger ein Scheinwerfer, der irgendwohin leuchtet, sondern eher ein Bündel von Steuerungsprozessen. Wir gewichten Reize, hemmen andere, halten Ziele aktiv und überprüfen, ob unser Verhalten noch dazu passt. Deshalb kann jemand äußerlich sehr konzentriert wirken und innerlich trotzdem ständig zwischen Teilzielen springen. Und umgekehrt kann eine kurze Blickabwendung unproblematisch sein, wenn die Handlungsabsicht stabil bleibt. Diese Unterscheidung geht in der Alltagsdebatte oft verloren.
Claudia Ritter: In Ratgebern liest man trotzdem häufig, Multitasking sei einfach eine Trainingsfrage. Wer nur genug übe, könne E-Mails beantworten, einer Sitzung folgen und nebenbei noch an einem Konzept schreiben. Ist das aus Ihrer Sicht realistisch?
Dr. Samira Haddad: Bei zwei anspruchsvollen Aufgaben gleichzeitig: nein. Was wir Multitasking nennen, ist meistens schnelles Umschalten, und dieses Umschalten kostet Zeit und Genauigkeit. Eine Ausnahme sind stark automatisierte Tätigkeiten, etwa Gehen und ein vertrautes Lied summen. Sobald aber zwei Aufgaben dieselben kognitiven Ressourcen beanspruchen, zum Beispiel sprachliche Verarbeitung und Planung, entstehen Wechselkosten. Interessant ist: Menschen unterschätzen diese Kosten systematisch, weil sie die kleinen Korrekturen und Wiederaufnahmezeiten nicht mitrechnen.
Claudia Ritter: Sie arbeiten selbst mit Experimenten. Kritiker sagen, im Labor klicken Versuchspersonen auf Pfeile oder merken sich Silbenfolgen; das habe wenig mit einem Bürotag oder einem Klassenzimmer zu tun. Wie berechtigt ist dieser Einwand?
Dr. Samira Haddad: Er ist berechtigt, aber nicht vernichtend. Laborexperimente isolieren Mechanismen, und genau darin liegt ihre Stärke. Ihre Schwäche ist die ökologische Gültigkeit: Ein Pfeilreiz ist kein wütender Kunde, keine Lehrerin, die wartet, und kein Chat mit sozialem Druck. Feldstudien wiederum erfassen den Alltag, sind aber oft korrelativ. Wenn Vielnutzer digitaler Medien schlechter abschneiden, wissen wir nicht automatisch, ob die Mediennutzung die Ursache ist oder ob Personen mit ohnehin instabilerer Selbststeuerung häufiger zum Gerät greifen. Seriös wird es erst, wenn verschiedene Methoden zusammenpassen.
Claudia Ritter: Was passiert denn konkret, wenn alle paar Minuten eine Nachricht aufleuchtet? Viele sagen ja: Ich schaue kurz drauf und bin sofort wieder zurück.
Dr. Samira Haddad: Dieses „kurz“ ist trügerisch. Entscheidend ist nicht nur die Unterbrechung selbst, sondern ihre Vorhersehbarkeit und Bedeutung. Eine zufällige Benachrichtigung mit sozialem Bezug bindet mehr Ressourcen als ein neutrales Signal, weil unser Gehirn prüft: Betrifft mich das? Muss ich reagieren? Dabei wird die Zielrepräsentation der ursprünglichen Aufgabe brüchiger. Man findet dann zwar zurück, aber häufig mit einem flacheren Verständnis oder mit mehr Fehlern an den Übergängen.
Claudia Ritter: Der Markt reagiert darauf mit Digital-Detox-Kursen, Fokus-Apps und Programmen fürs Gehirntraining. Manche versprechen, man könne die Aufmerksamkeit wie einen Muskel beliebig stärken. Was halten Sie davon?
Dr. Samira Haddad: Ich wäre vorsichtig. Natürlich kann man Strategien lernen: Störquellen reduzieren, Aufgaben bündeln, Pausen planen. Aber viele Trainingsapps verbessern vor allem die geübte Aufgabe; ein breiter Transfer auf Lesen, Lernen oder berufliche Entscheidungen ist selten robust belegt. Das Muskelbild klingt motivierend, verdeckt aber, dass Aufmerksamkeit kontextabhängig ist. Wer in einer App schneller Symbole sortiert, hat nicht automatisch weniger Konflikte mit permanenten Erreichbarkeitserwartungen.
Claudia Ritter: Häufig richtet sich der Blick auf Jugendliche. Da heißt es dann schnell, die junge Generation könne sich nicht mehr konzentrieren. Teilen Sie diese Diagnose?
Dr. Samira Haddad: So pauschal nicht. Bei Jugendlichen reifen Kontrollnetzwerke noch, das ist neurobiologisch gut belegt. Gleichzeitig sind sie nicht einfach defizitär oder willensschwach. Schlaf, Aufgabenqualität, Gruppennormen und die Gestaltung digitaler Lernumgebungen spielen enorm hinein. Wenn Unterricht aus losen Arbeitsblättern, dauernden Plattformwechseln und unklaren Erwartungen besteht, ist Ablenkung nicht nur ein individuelles Versagen. Ältere Erwachsene haben übrigens andere Herausforderungen, können aber durch Routinen und Vorwissen manches kompensieren.
Claudia Ritter: Was folgt daraus für Schulen? Manche fordern ein komplettes Smartphoneverbot, andere setzen auf noch mehr digitale Tools.
Dr. Samira Haddad: Beides greift zu kurz. Schulen brauchen klare, begründete Aufmerksamkeitsphasen: Zeiten, in denen Geräte weg sind, und Zeiten, in denen sie sinnvoll genutzt werden. Wichtig ist, die Gründe transparent zu machen und Aufmerksamkeit als Kompetenz zu unterrichten, nicht als Gehorsamsübung. Kurze Abrufphasen, gemeinsame Planungsschritte und reflektierte Medienwechsel helfen mehr als moralische Panik. Ein Verbot ohne pädagogische Einbettung verlagert das Problem nur nach Hause oder in die Pause.
Claudia Ritter: Und in Betrieben? Dort gelten schnelle Antworten oft als Zeichen von Engagement. Wer eine Stunde nicht reagiert, wirkt vielleicht unkooperativ.
Dr. Samira Haddad: Genau deshalb reicht individuelles Zeitmanagement nicht. Organisationen erzeugen Aufmerksamkeit oder zerstören sie. Sinnvoll sind verlässliche Fokusfenster, klare Erwartungen an Antwortzeiten und Besprechungen mit echter Entscheidungskompetenz. Außerdem sollte man Ergebnisse bewerten und nicht bloß sichtbare Geschäftigkeit. Großraumbüros, Chatkanäle und Kalenderkaskaden sind keine Naturgesetze. Wenn ein Betrieb Konzentration verlangt, aber permanente Verfügbarkeit belohnt, produziert er den Widerspruch selbst.
Claudia Ritter: Bleibt die Frage nach Trainingsprogrammen, die Firmen einkaufen: Achtsamkeit, Arbeitsgedächtnistraining, Konzentrationsseminare. Gibt es da einen sinnvollen Kern?
Dr. Samira Haddad: Ja, aber nur unter Bedingungen. Achtsamkeitsbasierte Verfahren können moderate Effekte haben, wenn sie regelmäßig geübt und nicht als kosmetische Maßnahme über schlechte Arbeitsbedingungen gelegt werden. Arbeitsgedächtnistraining zeigt meist eng begrenzte Verbesserungen. Entscheidend ist die Einbettung: Was wird danach an Kommunikationsregeln, Pausenarchitektur und Führungspraxis verändert? Ohne solche Veränderungen wird das Training zur Privatisierung eines strukturellen Problems.
Claudia Ritter: Wenn Sie unseren Hörerinnen und Hörern einen Satz mitgeben müssten: Was wäre die wichtigste Korrektur an der öffentlichen Debatte?
Dr. Samira Haddad: Wir sollten Aufmerksamkeit nicht als private Tugend missverstehen, die manche besitzen und andere eben nicht. Sie ist eine begrenzte, soziale Ressource, die durch Technik, Räume, Erwartungen und Machtverhältnisse geformt wird. Natürlich trägt jede Person Verantwortung für Gewohnheiten. Aber die entscheidende Frage lautet oft nicht: Warum ist jemand so leicht ablenkbar? Sondern: Welche Umgebung macht konzentriertes Handeln wahrscheinlich, und welche macht es nahezu unwahrscheinlich?
Claudia Ritter: Dr. Samira Haddad, vielen Dank für das Gespräch.
Dr. Samira Haddad: Ich danke Ihnen.
Sie hören ein Gespräch mit mehreren Personen über Homeoffice und Unternehmenskultur.
Sie hören den Text in vier Abschnitten jeweils einmal. Zu jedem Abschnitt gibt es zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Lesen Sie vor jedem Abschnitt die Aufgaben. Dazu haben Sie jeweils 30 Sekunden Zeit.
Zwischen Küchentisch und Konferenzraum
This sample is given as a transcript. Read the questions first, then open the transcript below and read it once or twice, as often as the recording is played in the exam, before you answer.
Wie beurteilt Emre Demir die Auswirkungen von Homeoffice auf die Produktivität?
Welchen Einwand erhebt Prof. Kowalska gegen viele Produktivitätsmessungen?
Worin sah Demir anfangs das zentrale Führungsproblem?
Was versteht Prof. Kowalska unter expliziterer Führung in hybriden Arbeitsformen?
Welche Veränderung beobachtet Demir bei informeller Kommunikation?
Wovor warnt Prof. Kowalska in Bezug auf das Büro?
Wie beschreibt Demir das neue Homeoffice-Modell seines Unternehmens?
Welche Bedingung hält Prof. Kowalska für besonders wichtig?
Answer key
16. a — Demir betont, dass es keine einheitliche Wirkung gibt, sondern Unterschiede nach Aufgabe und Team. Kreative Bereiche nennt er eher als schwieriger; Kennzahlen liegen durchaus vor.
Evidence: „Es hängt stark von der Art der Aufgabe und von der Teamreife ab“
17. b — Kowalska kritisiert, dass nur leicht Zählbares berücksichtigt wird und wichtige soziale Prozesse fehlen. Von Branchenvergleichen oder Selbstauskünften spricht sie nicht.
Evidence: „Sie unterschätzt aber Abstimmungsaufwand, Einarbeitung und das Entstehen gemeinsamer Maßstäbe“
18. c — Demir sagt, dass viele Führungskräfte keine passenden Routinen hatten. Digitale Besprechungen gab es eher zu viele, und Kontrolle war durchaus ein Thema.
Evidence: „Viele Führungskräfte hatten schlicht keine Routinen, um Arbeit auf Distanz zu strukturieren“
19. a — Kowalska fordert klare Absprachen über Ziele und Grenzen der Erreichbarkeit. Sie kritisiert gerade informelle Selbstverständlichkeiten und erwähnt keine Überwachung.
Evidence: „Ziele, Erreichbarkeit und Nicht-Erreichbarkeit ausdrücklich auszuhandeln lernen“
20. b — Demir beschreibt vor allem den Verlust schwacher abteilungsübergreifender Verbindungen. Eingespielte Projektgruppen funktionieren gut; Kundenbeschwerden werden eher seltener beiläufig wahrgenommen.
Evidence: „Uns sind vor allem die schwachen Verbindungen zwischen Abteilungen weggebrochen“
21. c — Kowalska sagt, dass das Büro nicht automatisch integrierend wirkt. Dokumentation und Mentoring nennt sie als mögliche Lösungen, nicht als Problem.
Evidence: „Trotzdem sollten wir das Büro nicht als automatisch integrativen Ort verklären“
22. a — Demir spricht von einem verbindlichen Rahmen und Teamautonomie mit fachlicher Begründung. Es geht weder um reine Einzelgenehmigungen noch um völlige freie Wahl.
Evidence: „Unser neues Modell kombiniert deshalb einen verbindlichen Rahmen mit Teamautonomie“
23. b — Kowalska fordert überprüfbare Modelle und nennt konkrete Kriterien. Sie sagt nicht, dass Kundenkontakt besonders geeignet ist, und sie will nicht mobile Tätigkeiten ausdrücklich einbeziehen.
Evidence: „Aus soziologischer Sicht ist wichtig, dass solche Modelle überprüfbar bleiben“
Transcript
Abschnitt 1 (questions 16–17)
Clara Neumann: Guten Abend und willkommen zu unserer Gesprächsrunde. Seit der Pandemie ist Homeoffice für viele Beschäftigte vom Ausnahmefall zur Erwartung geworden. Gleichzeitig fragen Unternehmen, ob unter dieser räumlichen Entkopplung nicht Produktivität, Identifikation und Innovationskraft leiden. Herr Demir, Sie verantworten Personalstrategie in einem mittelgroßen Technologieunternehmen in Nürnberg. Was zeigen Ihre Erfahrungen jenseits der üblichen Schlagworte?
Emre Demir: Na ja, die einfache Antwort, Homeoffice mache alles effizienter oder eben alles schlechter, stimmt bei uns nicht. Es hängt stark von der Art der Aufgabe und von der Teamreife ab. In der Kundenbetreuung und bei standardisierten Entwicklungsaufgaben waren die Kennzahlen produktivitätsneutral bis leicht positiv: weniger Unterbrechungen, konzentriertere Zeitfenster. Schwieriger wurde es dort, wo viele unklare Abhängigkeiten bestehen, etwa bei neuen Produktideen oder bei Kolleginnen und Kollegen, die erst seit drei Monaten dabei sind.
Prof. Dr. Marta Kowalska: Genau an diesem Punkt muss man vorsichtig sein. Viele betriebliche Produktivitätsmessungen zählen, was leicht zählbar ist: erledigte Tickets, abgeschlossene Vorgänge, vielleicht noch Reaktionszeiten. Das ist nicht falsch, aber es ist eine verengte Perspektive. Sie unterschätzt aber Abstimmungsaufwand, Einarbeitung und das Entstehen gemeinsamer Maßstäbe. In unseren Studien sehen wir, dass Teams kurzfristig von bereits vorhandenem Vertrauen zehren. Die Frage ist, ob dieses soziale Kapital auch erneuert wird, wenn man sich nur noch in Kacheln sieht.
Clara Neumann: Das heißt, die Bilanz ist nicht einfach eine Excel-Tabelle, sondern hängt davon ab, welche unsichtbaren Voraussetzungen man mitrechnet.
Abschnitt 2 (questions 18–19)
Clara Neumann: Kommen wir zur Führung. In vielen Betrieben hieß es anfangs: Wer nicht im Büro sitzt, arbeitet vielleicht weniger. Später klagten Beschäftigte eher über eine Verdichtung der Arbeit. Herr Demir, was hat sich bei Ihnen im Führungsverständnis verändert?
Emre Demir: Der Kontrollreflex war tatsächlich da, besonders im mittleren Management. Aber er hat wenig gelöst. Viele Führungskräfte hatten schlicht keine Routinen, um Arbeit auf Distanz zu strukturieren. Deshalb gab es plötzlich mehr Statusmeetings, mehr Protokolle, mehr scheinbare Transparenz. Wir haben dann Führungskräfte darin geschult, Ergebnisse, Prioritäten und Entscheidungswege sauberer zu formulieren. Präsenz im Büro wird bei uns nicht als Anwesenheitsbeweis verstanden, sondern als Ressource für Situationen, in denen Konflikte, Kreativität oder schnelle Rückkopplung eine Rolle spielen.
Prof. Dr. Marta Kowalska: Ich würde noch ergänzen: Hybride Arbeit verlangt nicht weniger Führung, sondern explizitere Führung. Früher wurden Erwartungen häufig nebenbei transportiert, über Blicke, Flurgespräche, das berühmte kurze Nachfragen. Wenn diese Kanäle wegfallen, muss man Ziele, Erreichbarkeit und Nicht-Erreichbarkeit ausdrücklich auszuhandeln lernen. Sonst entsteht eine paradoxe Autonomie: Man darf überall arbeiten, fühlt sich aber permanent verfügbar. Das ist dann keine Kultur des Vertrauens, sondern eine Kultur der stillschweigenden Selbstausbeutung.
Clara Neumann: Also weniger Misstrauen gegenüber einzelnen Beschäftigten, aber mehr institutionelle Klarheit darüber, was Zusammenarbeit eigentlich bedeuten soll.
Abschnitt 3 (questions 20–21)
Clara Neumann: Ein häufiges Argument gegen zu viel Homeoffice lautet: Die zufällige Begegnung verschwindet, und mit ihr die Unternehmenskultur. Herr Demir, ist der Kaffeeautomat wirklich so wichtig, wie manche Vorstände behaupten?
Emre Demir: Der Kaffeeautomat wird oft romantisiert, aber ganz abwegig ist das Bild nicht. Uns sind vor allem die schwachen Verbindungen zwischen Abteilungen weggebrochen. Innerhalb eingespielter Projektgruppen lief vieles gut, doch der kurze Hinweis aus dem Vertrieb an die Entwicklung oder das beiläufige Mitbekommen einer Kundenbeschwerde fand seltener statt. Besonders neue Mitarbeitende haben fachlich funktioniert, aber sie verstanden langsamer, welche Abkürzungen legitim sind, wen man früh einbindet und welche Konflikte besser nicht per Chat eskalieren.
Prof. Dr. Marta Kowalska: Trotzdem sollten wir das Büro nicht als automatisch integrativen Ort verklären. Auch im Großraumbüro können Menschen übersehen, ausgeschlossen oder durch Dauerlärm produktivitätsarm gemacht werden. Informelle Kommunikation ist kein Naturereignis, sondern eine soziale Infrastruktur. Man kann sie gestalten: durch gut moderierte Onboarding-Formate, dokumentierte Entscheidungen, Mentoring und Anlässe, die nicht nach verordneter Fröhlichkeit riechen. Wenn alle nur dienstags erscheinen, ohne zu wissen, wozu, produziert man Pendelverkehr statt Kultur.
Emre Demir: Deshalb testen wir sogenannte Ankertage nur dort, wo es einen inhaltlichen Grund gibt: Architekturentscheidungen, Retrospektiven, Konfliktklärung. Ein Pflichttag mit leerem Kalender überzeugt niemanden.
Clara Neumann: Kultur entsteht also weder automatisch zu Hause noch automatisch im Büro, sondern offenbar durch bewusst gesetzte Gelegenheiten.
Abschnitt 4 (questions 22–23)
Clara Neumann: Zum Schluss die rechtliche und organisatorische Seite. Homeoffice klingt nach individueller Freiheit, berührt aber Datenschutz, Arbeitsschutz, Gleichbehandlung und nicht zuletzt Raumkosten. Herr Demir, wie nähert sich Ihr Unternehmen einer Regelung, die nicht jeden Einzelfall neu verhandeln muss?
Emre Demir: Wir haben gelernt, dass vollständige Beliebigkeit ungerecht wirkt. Wer nahe am Büro wohnt, kommt dann häufiger, wer Kinder betreut, wird vielleicht beneidet, und Führungskräfte entscheiden unterschiedlich streng. Unser neues Modell kombiniert deshalb einen verbindlichen Rahmen mit Teamautonomie. Teams legen quartalsweise fest, für welche Tätigkeiten Anwesenheit erforderlich ist; im Durchschnitt orientieren wir uns an zwei Präsenztagen pro Woche. Abweichungen sind möglich, müssen aber fachlich begründet und transparent dokumentiert werden. Außerdem stellen wir Ausstattung und Beratung zum ergonomischen Arbeiten bereit, sonst verlagert man Kosten nur ins Private.
Prof. Dr. Marta Kowalska: Aus soziologischer Sicht ist wichtig, dass solche Modelle überprüfbar bleiben. Weder eine starre Rückkehrpflicht noch ein grenzenloses Recht auf Abwesenheit löst die kulturellen Fragen. Man sollte Kriterien vereinbaren: Wie entwickeln sich Krankenstand, Fluktuation, Lernerfolge, Innovationszyklen? Und man muss diejenigen anhören, deren Arbeit gar nicht mobilisierbar ist, etwa Empfang, Labor oder Gebäudetechnik. Sonst entsteht eine neue Statusordnung zwischen mobilen und nicht mobilen Tätigkeiten.
Clara Neumann: Wenn ich Sie beide richtig verstehe, läuft es auf einen vorsichtigen Kompromiss hinaus: Homeoffice als normaler Bestandteil moderner Arbeit, aber nicht als Ersatz für jede Form gemeinsamer Präsenz. Entscheidend ist, dass Regeln begründet, überprüft und nachjustiert werden.
Sie hören einen Vortrag über Schwammstädte und Starkregenmanagement.
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Wasser in der Stadt halten: Planung zwischen Klimaanpassung und Wohnungsdruck
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Warum reicht es laut Dr. Demir nicht aus, die Kanalisation einfach zu vergrößern?
Was wurde im Kölner Beispiel nach der Umgestaltung erreicht?
Welche Einschränkung nennt Dr. Demir bei Retentionsflächen?
Warum konnten in Freiburg bestimmte Maßnahmen leichter umgesetzt werden?
Worin sieht Dr. Demir einen zentralen Konflikt zwischen Schwammstadt und Wohnungsbau?
Welche Grenze technischer Speicher nennt Dr. Demir?
Wie bewertet Dr. Demir die Schwammstadt am Ende seines Vortrags?
Answer key
24. b — Dr. Demir sagt, größere Rohre würden den Abfluss lediglich weiterleiten. Von höheren Kosten oder grundsätzlich unmöglicher Bemessung spricht er nicht.
Evidence: „Größere Rohre würden diesen Impuls nur weiterleiten; sie beseitigen nicht die Entstehungsspitze an der Oberfläche.“
25. a — Im Vortrag wird genannt, dass rund 70 Prozent des Wassers auf dem Grundstück bleiben. Es geht nicht um vollständige Entsiegelung oder sofortige Versickerung.
Evidence: „bleiben bei einem üblichen Bemessungsregen rund 70 Prozent des Wassers auf dem Grundstück“
26. c — Retentionsflächen müssen nach einem Regen wieder leer werden, damit sie beim nächsten Ereignis funktionieren. Ein grundsätzliches Verbot auf Schulhöfen oder Flächen mit Wegen wird nicht genannt.
Evidence: „Sie müssen im Alltag frei bleiben und nach einem Regen rasch wieder entleerbar sein“
27. b — Dr. Demir betont die frühe Festlegung im Bebauungsplan. Er sagt nicht, dass keine Kanalisation gebaut oder nur Bestand umgestaltet wurde.
Evidence: „dass wasserwirtschaftliche Flächen im Bebauungsplan denselben Rang erhalten wie Straßen oder Leitungen“
28. a — Der Vortrag nennt Tiefgaragen, Feuerwehrzufahrten und Stellplätze als konkurrierende Nutzungen. Die anderen Aussagen werden nicht behauptet.
Evidence: „Entsiegelung konkurriert besonders mit Tiefgaragen, Feuerwehrzufahrten und hohen Stellplatzschlüsseln.“
29. c — Dr. Demir erklärt, dass Zisternen nur bei freiem Teilvolumen wirksam sind. Ein Verbot wegen Grundwasser oder eine generelle Wirkungslosigkeit von Gründächern nennt er nicht.
Evidence: „bei lang anhaltenden Regenserien ist dieser Vorteil naturgemäß eingeschränkt“
30. a — Das Fazit lautet, dass die Schwammstadt keine Garantie gegen Schäden ist, aber Risiken und Schadenshöhen senkt. Sie wird nicht als kurzfristige Notmaßnahme oder als vollständiger Ersatz der Entwässerung dargestellt.
Evidence: „Die Schwammstadt ist keine Nullschaden-Garantie. … sie reduziert Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen“
Transcript
Recording
Sie hören einen Vortrag eines Stadtplaners.
Dr. Martin Demir: Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich spreche aus Sicht der kommunalen Stadtplanung und Entwässerungspraxis. Wenn wir heute über Schwammstädte sprechen, dann sprechen wir nicht über eine modische Begrünungsidee, sondern über einen Umbau der städtischen Wasserlogik. Das klassische Prinzip lautete über Jahrzehnte: Regen fällt auf Dach, Straße oder Hof, wird möglichst rasch gefasst und über Rohre abgeleitet. Bei Starkregen ist genau diese Beschleunigung das Problem. Eine versiegelte Fläche macht aus Niederschlag innerhalb weniger Minuten Oberflächenabfluss. Größere Rohre würden diesen Impuls nur weiterleiten; sie beseitigen nicht die Entstehungsspitze an der Oberfläche. Hinzu kommt: Kanäle sind für bestimmte Wiederkehrzeiten bemessen, also etwa für ein Ereignis, das statistisch alle fünf oder zehn Jahre vorkommt. Die heutigen Gewitterzellen sind aber kleinräumig, plötzlich und oft intensiver, als die alte Bemessung annimmt. Schwammstadt heißt deshalb: Wasser dort zurückhalten, wo es anfällt, zeitverzögert abgeben, versickern lassen oder über Vegetation verdunsten. Fachlich reden wir von Entsiegelung, Retention, Infiltration und Verdunstungskühlung. Entscheidend ist nicht die einzelne Bauminsel, sondern die Kette vieler Elemente. In Köln-Ehrenfeld haben wir das an einem Schul- und Quartiershof untersucht. Von 3.100 Quadratmetern Fläche waren vor dem Umbau 2.400 Quadratmeter asphaltiert, also fast eine komplette harte Platte. Nach der Umgestaltung mit offenen Pflanzmulden, einer unterirdischen Rigole und einer Zisterne mit 180 Kubikmetern Volumen bleiben bei einem üblichen Bemessungsregen rund 70 Prozent des Wassers auf dem Grundstück. Es verschwindet nicht magisch; es wird nur zeitlich gestreckt. Ein Teil versickert innerhalb von 24 bis 36 Stunden, ein Teil wird für die Bewässerung der Bäume genutzt. Für das Kanalnetz ist dieser Zeitgewinn zentral, weil die Spitzenabflüsse mehrerer Grundstücke dann nicht gleichzeitig eintreffen. Man darf solche Zahlen allerdings nicht eins zu eins auf die ganze Stadt übertragen. Der Boden in Köln ist sehr unterschiedlich, und dort, wo alte Keller, Leitungen oder kontaminierte Auffüllungen liegen, kann man nicht beliebig tief versickern. Retentionsflächen sind außerdem keine Restflächen. Sie müssen im Alltag frei bleiben und nach einem Regen rasch wieder entleerbar sein; sonst fehlt beim nächsten Ereignis das Speichervolumen. Genau hier beginnt die planerische Schwierigkeit. Ein Spielplatz kann eine flache Mulde enthalten, aber er darf nach jedem Gewitter nicht drei Tage gesperrt sein. Eine Grünfläche kann Wasser aufnehmen, aber wenn sie mit Wegen, Möblierung und Veranstaltungen überlastet wird, verdichtet der Boden und verliert einen Teil seiner Funktion. In Freiburg sehen wir ein etwas anderes Beispiel. Dort wurde in einem neuen Quartier früh festgelegt, dass wasserwirtschaftliche Flächen im Bebauungsplan denselben Rang erhalten wie Straßen oder Leitungen. Das klingt bürokratisch, ist aber entscheidend: Was nicht von Anfang an als Infrastruktur eingetragen ist, wird später gern als Reserve für Stellplätze, Nebenanlagen oder zusätzliche Baukörper betrachtet. Freiburg konnte deshalb Mulden, Baumrigolen und offene Gräben zusammen planen, statt sie nachträglich zwischen fertige Gebäude zu pressen. Trotzdem ist auch dort der Effekt begrenzt. In Trockenperioden helfen die gespeicherten Wassermengen den Bäumen; bei mehreren Starkregen hintereinander ist ein Speicher aber irgendwann voll. Dann zählt, ob ein kontrollierter Notabfluss vorhanden ist und ob Straßenräume so modelliert sind, dass Wasser nicht in Erdgeschosse und Tiefgaragen läuft. Damit bin ich beim häufigsten Konflikt: Wohnungsbau. Niemand kann ernsthaft fordern, wegen jeder Retentionsmulde dringend benötigte Wohnungen nicht zu bauen. Umgekehrt ist es fachlich falsch, alle Freiflächen als Bauland zu behandeln und das Regenwasserproblem anschließend technisch zu reparieren. Entsiegelung konkurriert besonders mit Tiefgaragen, Feuerwehrzufahrten und hohen Stellplatzschlüsseln. Eine Tiefgarage nimmt den Wurzelraum großer Bäume weg; Feuerwehrflächen müssen tragfähig sein und werden deshalb oft befestigt; und zusätzliche Stellplätze erzeugen weitere versiegelte Zufahrten. Lösungen gibt es, aber sie sind unbequem: weniger oberirdische Stellplätze, wasserdurchlässige Beläge nur dort, wo sie dauerhaft gepflegt werden, Dachbegrünung mit ausreichender Substratstärke und verbindliche Freihaltung von Senken, die im Notfall überstaut werden dürfen. Ökonomisch wird häufig unterschätzt, dass Schwammstadt nicht nur Investition, sondern Betrieb ist. Eine Mulde, die nie gemäht oder von Sediment befreit wird, verliert Speicherraum. Ein Gründach, dessen Ablauf verstopft, wird zum Schadensrisiko. Und Zisternen sind nur dann wirksam, wenn sie vor dem nächsten Starkregen wieder Teilvolumen frei haben; bei lang anhaltenden Regenserien ist dieser Vorteil naturgemäß eingeschränkt. Für Kommunen bedeutet das: Man braucht Zuständigkeiten, Wartungsbudgets und Daten, also Niederschlagsmessung, Überflutungskarten und Kontrollen nach Ereignissen. Mein Fazit lautet daher: Die Schwammstadt ist keine Nullschaden-Garantie. Bei Ereignissen jenseits der Bemessung wird es weiterhin überflutete Straßen geben. Aber sie reduziert Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen, und sie verschafft Einsatzkräften Zeit. Der eigentliche Paradigmenwechsel besteht darin, Regenwasser nicht als Abfallprodukt zu entsorgen, sondern als räumliche Planungsgröße ernst zu nehmen.
Samples for C2 Hören are not on this page yet; the format of every Teil is on the description page. More tasks for every Teil, timed as in the exam and scored with feedback, are in the Goethe practice section, and full timed mock exams are in Goethe mock tests. How the points are counted is on the scoring page.