One practice task for every Teil of the Lesen module from A1 to C1, and C2 Teil 1, built to the official model papers: same task types, same number of items, same instructions in German. Each answer key explains the solution and quotes the line of the text that proves it.
Goethe-Zertifikat A1: Start Deutsch 1 (A1). Lesen: 25 min, 3 Teile.
Lesen Sie die beiden Texte und die Aufgaben 1 bis 5.
Kreuzen Sie an: Richtig oder Falsch.
SMS von Murat
Murat
Hallo Nina, hast du am Samstagabend Zeit? Ich koche um 19 Uhr bei mir zu Hause. Es gibt Nudeln mit Gemüse und Salat. Jonas kommt auch. Bring bitte nichts mit, nur gute Laune. Schreib mir bitte bis Freitag. Liebe Grüße Murat
E-Mail von Nina
Nina
Lieber Murat, danke für deine Einladung. Samstag passt gut, ich komme gern um 19 Uhr. Ich esse aber kein Fleisch; Nudeln mit Gemüse sind super. Kann ich meine Schwester Elif mitbringen? Sie ist gerade zu Besuch in Köln. Bitte sag mir kurz Bescheid. Viele Grüße Nina
Murat schreibt an Nina. (Beispiel / example)
Richtig / Falsch
Lösung: richtig
Das Abendessen ist am Freitag.
Richtig / Falsch
Nina soll nichts mitbringen.
Richtig / Falsch
Nina kommt um 19 Uhr.
Richtig / Falsch
Nina isst gern Fleisch.
Richtig / Falsch
Elif wohnt in Köln.
Richtig / Falsch
Answer key
1. falsch — Das Essen ist nicht am Freitag, sondern am Samstagabend. Bis Freitag soll Nina nur antworten.
Evidence: „hast du am Samstagabend Zeit?“
2. richtig — Murat schreibt, dass Nina nichts mitbringen soll. Sie soll nur gute Laune mitbringen.
Evidence: „Bring bitte nichts mit, nur gute Laune.“
3. richtig — Nina schreibt, dass Samstag gut passt. Sie kommt gern um 19 Uhr.
Evidence: „ich komme gern um 19 Uhr“
4. falsch — Nina schreibt, dass sie kein Fleisch isst. Fleisch ist also für sie nicht richtig.
Evidence: „Ich esse aber kein Fleisch“
5. falsch — Im Text steht nicht, dass Elif in Köln wohnt. Sie ist nur zu Besuch dort.
Evidence: „Sie ist gerade zu Besuch in Köln.“
Lesen Sie die Texte und die Aufgaben 6 bis 10.
Wo finden Sie Informationen? Kreuzen Sie an: a oder b.
Kleinanzeigen und Internetseiten
Lesen Sie die Texte und die Aufgaben 6 bis 10. Wo finden Sie Informationen? Kreuzen Sie an: a oder b.
Sie möchten eine Reise ans Meer buchen. (Beispiel / example)
Lösung: a
Sie suchen Fahrkarten nach Salzburg.
Sie suchen ein günstiges Zimmer für eine Nacht.
Sie möchten eine Stadtführung machen.
Sie möchten einen Koffer kaufen.
Sie suchen ein Fahrrad für zwei Tage.
Answer key
6. b — Seite b passt, denn dort gibt es Fahrkarten nach Salzburg. Seite a ist nur für Stadtbusse.
Evidence: „Kaufen Sie hier Fahrkarten nach Salzburg“
7. a — Anzeige a passt, denn das Zimmer ist billig und für eine Nacht. Anzeige b ist teuer.
Evidence: „Einfaches Zimmer ab 32 Euro pro Nacht“
8. b — Seite b passt, denn sie bietet eine Stadtführung an. Seite a hat nur einen Stadtplan.
Evidence: „Unsere Stadtführung dauert 90 Minuten“
9. a — Anzeige a passt, denn dort kann man Koffer kaufen. Anzeige b bietet nur Reparaturen an.
Evidence: „Bei uns kaufen Sie Koffer in vielen Größen“
10. b — Seite b passt, denn man kann ein Fahrrad für zwei Tage mieten. Seite a verkauft Fahrräder.
Evidence: „Mieten Sie ein Fahrrad für einen Tag, zwei Tage“
Lesen Sie die Texte und die Aufgaben 11 bis 15.
Kreuzen Sie an: Richtig oder Falsch.
Sprachschule und Kursräume
Hier finden Sie Hinweise in einer Sprachschule.
An der Tür vom Büro
Bürozeiten heute
Heute ist das Büro von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Bitte klopfen Sie.
Das Büro ist heute am Nachmittag geöffnet. (Beispiel / example)
Richtig / Falsch
Lösung: falsch
Am Schwarzen Brett der Sprachschule
Raumwechsel A1
Der A1-Kurs von Frau Demir ist heute in Raum 204, nicht in Raum 102. Beginn: 18 Uhr.
Der A1-Kurs ist heute in Raum 204.
Richtig / Falsch
Vor Raum 103
Pause
Von 10.30 bis 10.45 Uhr ist Pause. Bitte bleiben Sie leise auf dem Flur.
Die Pause dauert bis 11 Uhr.
Richtig / Falsch
Im Eingangsbereich
Anmeldung
Neue Kurse: Anmeldung nur montags und mittwochs von 14 bis 17 Uhr im Büro 1.
Man kann sich am Mittwoch anmelden.
Richtig / Falsch
Neben dem Kopierer
Kopierer
Der Kopierer ist heute kaputt. Bitte benutzen Sie den Kopierer in der Bibliothek.
Der Kopierer neben dem Schild funktioniert heute.
Richtig / Falsch
An der Tür von Raum 205
Kein Essen
Bitte essen Sie nicht im Kursraum. Wasser ist erlaubt. Kaffee und Kuchen bitte nur in der Pause.
Im Kursraum darf man Wasser trinken.
Richtig / Falsch
Answer key
11. richtig — Die Aussage ist richtig. Auf dem Schild steht, dass der Kurs heute in Raum 204 ist.
Evidence: „ist heute in Raum 204“
12. falsch — Die Aussage ist falsch. Die Pause endet um 10.45 Uhr, nicht um 11 Uhr.
Evidence: „Von 10.30 bis 10.45 Uhr ist Pause“
13. richtig — Die Aussage ist richtig. Auf dem Schild steht, dass die Anmeldung auch mittwochs möglich ist.
Evidence: „Anmeldung nur montags und mittwochs“
14. falsch — Die Aussage ist falsch. Der Kopierer ist heute kaputt, also funktioniert er nicht.
Evidence: „Der Kopierer ist heute kaputt“
15. richtig — Die Aussage ist richtig. Essen ist nicht erlaubt, aber Wasser darf man im Kursraum trinken.
Evidence: „Wasser ist erlaubt“
Goethe-Zertifikat A2 (A2). Lesen: 30 min, 4 Teile.
Lesen Sie den Zeitungsartikel.
Wählen Sie für die Aufgaben 1 bis 5 die richtige Lösung a, b oder c.
Mittagessen aus der kleinen Küche
Lina Nowak
Samira Demir aus Leipzig hat früher in einem Schuhgeschäft gearbeitet. Zwölf Jahre lang hat sie dort Kundinnen und Kunden beraten. Als das Geschäft geschlossen wurde, suchte sie eine neue Aufgabe. Eine Freundin sagte: „Du kochst doch so gern. Mach doch einen Kurs!“ Samira meldete sich bei einem Kochkurs im Stadtteilzentrum an. Dort lernte sie einfache Gerichte für viele Personen zu planen.
Nach dem Kurs hatte Samira eine Idee. Sie mietete eine kleine Küche in Leipzig-Plagwitz und kocht seit drei Monaten jeden Vormittag ein warmes Mittagessen. Am Anfang kamen nur Nachbarn mit kleinen Boxen vorbei. Sie kauften Suppe, Reisgerichte oder Gemüseauflauf. „Das war schön, aber ich wusste nicht, ob es genug ist“, erzählt Samira.
Jetzt bestellen auch zwei Firmen aus der Nähe bei ihr. Samira schickt den Speiseplan am Abend per E-Mail. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestellen bis neun Uhr morgens. Um zwölf Uhr bringt Samira das Essen mit dem Fahrrad ins Büro.
Trotz des Erfolgs will Samira nicht größer werden. Sie kocht höchstens 40 Portionen am Tag. „Ich möchte die Leute kennen und frisch kochen. Ein großes Restaurant passt nicht zu mir“, sagt sie.
Was hat Samira Demir früher gemacht?
Warum hat Samira einen Kochkurs gemacht?
Wer kam am Anfang zu Samiras Mittagstisch?
Wie bestellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Essen?
Was möchte Samira in der Zukunft?
Answer key
1. b — Im Text steht, dass Samira früher in einem Schuhgeschäft gearbeitet hat. Das Stadtteilzentrum war nur der Ort des Kochkurses, und in einer Firma hat sie nicht gekocht.
Evidence: „hat früher in einem Schuhgeschäft gearbeitet“
2. a — Eine Freundin hat Samira den Kurs empfohlen, weil Samira gern kocht. Im Text steht nichts davon, dass sie für das Schuhgeschäft kochen musste oder Lehrerin werden wollte.
Evidence: „Eine Freundin sagte: „Du kochst doch so gern. Mach doch einen Kurs!““
3. c — Am Anfang kamen nur Nachbarn mit Boxen vorbei. Die Firmen bestellen erst jetzt, und Gäste aus anderen Städten werden nicht genannt.
Evidence: „Am Anfang kamen nur Nachbarn mit kleinen Boxen vorbei“
4. b — Samira schickt den Speiseplan per E-Mail, und die Leute bestellen bis neun Uhr morgens. Sie rufen nicht am Mittag an und kommen nicht abends in die Küche.
Evidence: „Samira schickt den Speiseplan am Abend per E-Mail … bestellen bis neun Uhr morgens“
5. a — Samira will nicht größer werden und kocht höchstens 40 Portionen am Tag. Ein großes Restaurant passt nicht zu ihr, und sie kocht weiterhin auch für Firmen.
Evidence: „will Samira nicht größer werden. Sie kocht höchstens 40 Portionen am Tag“
Sie sehen den Wegweiser in einem großen Kaufhaus in Köln.
Lesen Sie die Aufgaben 6 bis 10 und den Text.
Wählen Sie die richtige Lösung a, b oder c.
Kaufhaus am Ring – Wegweiser
Untergeschoss: Lebensmittel, Getränke, Bäckerei, Blumen, Haushaltswaren
Erdgeschoss: Damenmode, Herrenmode, Schuhe, Taschen, Parfümerie
1. Etage: Kinderkleidung, Spielwaren, Babyartikel, Schulranzen
2. Etage: Elektronik, Computer, Handys, Foto, Musik
3. Etage: Möbel, Bettwäsche, Lampen, Teppiche, Gardinen
4. Etage: Kundenservice, Kasse für Rückgabe, Geschenkverpackung, Toiletten, Café mit Dachterrasse
Hinweis: Bücher und Reiseführer führen wir nicht.
Sie möchten frisches Brot und Blumen kaufen. Wohin gehen Sie? (Beispiel / example)
Lösung: a
Frau Yilmaz braucht einen neuen Schulranzen für ihren Sohn. Wohin geht sie?
Herr Nowak möchte eine Tasche als Geschenk einpacken lassen. Wohin geht er?
Samira sucht neue Gardinen für ihr Wohnzimmer. Wohin geht sie?
Luca möchte ein neues Handy kaufen. Wohin geht er?
Anna sucht einen Reiseführer für Wien. Wohin geht sie?
Answer key
6. b — Schulranzen gibt es in der 1. Etage. Im Untergeschoss sind Lebensmittel, in der 2. Etage Elektronik.
Evidence: „1. Etage: Kinderkleidung, Spielwaren, Babyartikel, Schulranzen“
7. c — Die Geschenkverpackung ist in der 4. Etage. Im Erdgeschoss kann man Taschen kaufen, aber dort steht nichts vom Einpacken.
Evidence: „4. Etage: Kundenservice, Kasse für Rückgabe, Geschenkverpackung, Toiletten, Café mit Dachterrasse“
8. a — Gardinen findet Samira in der 3. Etage. Im Erdgeschoss gibt es Mode, und in der 1. Etage gibt es Sachen für Kinder.
Evidence: „3. Etage: Möbel, Bettwäsche, Lampen, Teppiche, Gardinen“
9. b — Handys stehen bei Elektronik in der 2. Etage. Die 4. Etage ist für Service, Rückgabe und Café.
Evidence: „2. Etage: Elektronik, Computer, Handys, Foto, Musik“
10. c — Auf der Tafel steht, dass das Kaufhaus keine Reiseführer führt. Die 2. Etage hat Elektronik, die 4. Etage hat Kundenservice und Café.
Evidence: „Hinweis: Bücher und Reiseführer führen wir nicht.“
Sie lesen eine E-Mail von Nadia an ihren Freund Paul.
Wählen Sie für die Aufgaben 11 bis 15 die richtige Lösung a, b oder c.
Nadias neue Wohnung
Nadia
Lieber Paul,
endlich habe ich wieder Internet, deshalb schreibe ich dir sofort. Seit letzter Woche wohne ich in Dortmund, ganz in der Nähe vom Hafen. Die Wohnung ist nicht groß, aber sehr hell. Besonders schön finde ich den kleinen Balkon zur ruhigen Straße. Morgens hört man nur die Straßenbahn ein bisschen.
Der Umzug war anstrengend, weil der Aufzug am Samstag kaputt war. Zum Glück haben mir zwei Nachbarn geholfen, Frau Kowalski aus dem zweiten Stock und Herr Yilmaz von nebenan. Sie waren wirklich nett. Gestern habe ich ihnen Kaffee gebracht, und wir haben kurz im Hof gesprochen.
Es gibt noch viel zu tun. Im Wohnzimmer ist die Wand noch gelb, das mag ich gar nicht. Hast du am Freitag nach der Arbeit Zeit? Ich möchte das Zimmer streichen und brauche jemanden, der mir hilft. Farbe, Rollen und alte Zeitungen habe ich schon gekauft. Wenn wir fertig sind, bestelle ich Pizza für uns. Danach können wir am Kanal spazieren gehen; dort soll es abends sehr schön sein.
Sag mir bitte bis Mittwoch Bescheid.
Liebe Grüße
Nadia
Warum schreibt Nadia die E-Mail sofort?
Was gefällt Nadia besonders an der Wohnung?
Warum war der Umzug anstrengend?
Wer hat Nadia beim Umzug geholfen?
Was plant Nadia nach dem Streichen?
Answer key
11. b — Nadia schreibt sofort, weil ihr Internet wieder funktioniert. Von einem verlorenen Telefon oder Pauls Umzug steht nichts im Text.
Evidence: „endlich habe ich wieder Internet, deshalb schreibe ich dir sofort“
12. c — Nadia findet den kleinen Balkon besonders schön. Eine große Küche wird nicht genannt, und die Straße ist ruhig, nicht laut.
Evidence: „Besonders schön finde ich den kleinen Balkon zur ruhigen Straße“
13. a — Der Umzug war schwer, weil der Aufzug nicht funktioniert hat. Über verspätete Nachbarn oder Regen steht nichts in der E-Mail.
Evidence: „Der Umzug war anstrengend, weil der Aufzug am Samstag kaputt war“
14. b — Nadia sagt, dass zwei Nachbarn geholfen haben. Paul, ein Kollege oder eine Umzugsfirma werden nicht als Helfer genannt.
Evidence: „haben mir zwei Nachbarn geholfen, Frau Kowalski aus dem zweiten Stock und Herr Yilmaz“
15. c — Nach dem Streichen will Nadia Pizza bestellen und dann am Kanal spazieren gehen. Pasta kochen und Kino werden nicht genannt.
Evidence: „Wenn wir fertig sind, bestelle ich Pizza für uns. Danach können wir am Kanal spazieren gehen“
Lesen Sie die Aufgaben 16 bis 20 und die Anzeigen a bis f.
Welche Anzeige passt zu welcher Person? Für eine Aufgabe gibt es keine Lösung. Markieren Sie so: X.
Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr wählen.
Hier finden Sie lokale Angebote für Hilfe und Service in der Stadt.
Emir hat ein normales Fahrrad. Das Licht ist kaputt. Er möchte es an einem Werktag in der Nähe vom Bahnhof reparieren lassen. (Beispiel / example)
Lösung: a
Agnieszka möchte am Mittwochvormittag günstig die Haare schneiden lassen. Sie möchte keine neue Haarfarbe.
Nadine sucht am Freitag von 18 bis 20 Uhr eine Betreuung für ihren vierjährigen Sohn zu Hause.
Karim arbeitet tagsüber. Er sucht einen Deutschkurs auf Niveau A2 am Dienstag- und Donnerstagabend.
Luca zieht am Sonntag innerhalb der Stadt um. Er hat kein Auto und braucht zwei Personen mit Transporter.
Sofia sucht einen Service, der heute ihren Laptop repariert. Sie hat Tee über die Tastatur gegossen.
Answer key
16. b — Anzeige b passt, weil der günstige Haarschnitt am Mittwochvormittag angeboten wird. Färben gehört nicht zur Aktion, aber Agnieszka braucht das auch nicht.
Evidence: „Dienstag und Mittwoch von 9 bis 14 Uhr zahlen Erwachsene nur 13 Euro“
17. c — Anzeige c passt, weil die Betreuung am Freitag bis 20 Uhr möglich ist und Kinder ab 3 Jahren betreut werden. Außerdem kommt Elif nach Hause.
Evidence: „betreue Kinder ab 3 Jahren … Montag bis Freitag, 15 bis 20 Uhr“
18. d — Anzeige d passt, weil es ein A2-Kurs am Dienstag und Donnerstag am Abend ist. Die anderen Anzeigen sind keine Sprachkurse.
Evidence: „Unser A2-Kurs startet am 4. März … Dienstag und Donnerstag von 18.30 bis 20 Uhr“
19. e — Anzeige e passt, weil am Sonntag zwei Helfer mit einem Transporter kommen können. Der Service gilt innerhalb der Stadt.
Evidence: „am Samstag und Sonntag mit zwei Helfern und kleinem Transporter“
20. x — Keine Anzeige passt, weil kein Angebot Computer oder Laptops repariert. Die Anzeigen bieten andere Dienstleistungen wie Fahrradreparatur, Babysitting, Sprachkurs, Umzugshilfe oder Schneiderei an.
Evidence: „Fahrrad kaputt? Wir reparieren Bremsen, Reifen und Licht … Ich bin Erzieherin in Ausbildung und betreue Kinder … Hosen zu lang, Jacke kaputt?“
Goethe-Zertifikat B1 (B1). Lesen: 65 min, 5 Teile.
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu.
Wählen Sie: Sind die Aussagen Richtig oder Falsch?
Eine Studentin berichtet in ihrem Blog über ihren ersten Monat in einer Wohngemeinschaft.
Erster Monat in der WG: viel Staub, viel Pasta
Mira Nowak
Seit vier Wochen wohne ich nun in meiner ersten WG in Leipzig-Connewitz. Vorher hatte ich ein kleines Zimmer im Studentenwohnheim, aber dort kannte ich nach zwei Semestern immer noch kaum jemanden. Das neue Zimmer habe ich nicht im Internet gefunden, sondern ganz altmodisch an einem Zettel in der Mensa. Ich wohne jetzt mit Aylin, Jonas und Samira in einer Altbauwohnung im dritten Stock. Mein Zimmer ist hell, und wenn die Straßenbahn nicht gerade quietscht, ist es sogar ruhig.
Am Anfang war ich sehr vorsichtig. Ich wollte niemanden stören und habe deshalb manchmal zu spät gefragt, wo etwas steht. Besonders schwierig wurde es mit dem Putzplan. In der ersten Woche hing er schon am Kühlschrank, aber ich dachte, er gilt erst ab dem nächsten Montag. Deshalb habe ich das Bad nicht geputzt. Jonas war sauer, weil seine Eltern zu Besuch kommen sollten, und schrieb eine ziemlich klare Nachricht in unsere WG-Gruppe. Ich fand das erst unfair, denn niemand hatte mir den Plan richtig erklärt.
Am Abend saßen wir dann doch alle in der Küche. Aylin meinte, wir sollten nicht nur über Staub reden, sondern zusammen kochen und dabei klären, was jeder braucht. Also machten wir Gemüsepfanne mit Reis, Samira brachte noch Joghurtsoße mit, und sogar Jonas lachte wieder. Beim Essen merkten wir, dass der alte Plan für alle unpraktisch war: zu große Aufgaben, zu wenig genaue Zeiten.
Jetzt haben wir einen neuen Plan mit kleineren Aufgaben, und jede Person trägt ein, wann sie Zeit hat. Außerdem kochen wir seitdem jeden Donnerstag zusammen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Streit um ein Waschbecken dazu führt, dass ich mich hier schneller zu Hause fühle.
Mira wohnt seit vier Wochen in ihrer ersten Wohngemeinschaft. (Beispiel / example)
Richtig / Falsch
Lösung: richtig
Mira hat ihr neues Zimmer über eine Internetseite gefunden.
Richtig / Falsch
Miras Zimmer ist hell und meistens ruhig.
Richtig / Falsch
Der Konflikt begann, weil Mira das Bad nicht geputzt hatte.
Richtig / Falsch
Jonas erklärte Mira den Putzplan sofort in einem ruhigen Gespräch.
Richtig / Falsch
Aylin schlug vor, beim gemeinsamen Kochen über die Regeln zu sprechen.
Richtig / Falsch
Nach dem Streit hat die WG beschlossen, eine Reinigungskraft zu bezahlen.
Richtig / Falsch
Answer key
1. falsch — Das ist falsch. Sie hat das Zimmer nicht online, sondern durch einen Zettel in der Mensa gefunden.
Evidence: „nicht im Internet gefunden, sondern ganz altmodisch an einem Zettel in der Mensa“
2. richtig — Das ist richtig. Mira beschreibt ihr Zimmer als hell und sagt, dass es meistens ruhig ist, außer wenn die Straßenbahn laut ist.
Evidence: „Mein Zimmer ist hell … ist es sogar ruhig“
3. richtig — Das stimmt. Mira hatte den Putzplan falsch verstanden und deshalb das Bad nicht geputzt.
Evidence: „Deshalb habe ich das Bad nicht geputzt“
4. falsch — Das ist falsch. Jonas schrieb zuerst eine deutliche Nachricht in die WG-Gruppe, statt ruhig mit Mira zu sprechen.
Evidence: „schrieb eine ziemlich klare Nachricht in unsere WG-Gruppe“
5. richtig — Das ist richtig. Aylin wollte zusammen kochen und dabei besprechen, was die Mitbewohner brauchen.
Evidence: „zusammen kochen und dabei klären, was jeder braucht“
6. falsch — Das ist falsch. Die WG hat keinen Reinigungsdienst organisiert, sondern einen neuen Putzplan mit kleineren Aufgaben gemacht.
Evidence: „Jetzt haben wir einen neuen Plan mit kleineren Aufgaben“
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu.
Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Später kommen, früher gehen?
Miriam Novak · Innsbrucker Wochenblatt, 14.04.2026
Die Firma Lenz & Partner in Innsbruck hat nur 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Trotzdem probiert der Betrieb seit März ein Arbeitszeitmodell aus, das man sonst eher aus großen Büros kennt: Gleitzeit. Das Unternehmen stellt Verpackungen für kleine Lebensmittelgeschäfte her. Bisher begann der Arbeitstag für alle um 7.30 Uhr und endete um 16 Uhr. Nun dürfen die Beschäftigten zwischen 6.30 Uhr und 9.30 Uhr anfangen. Zwischen 9.30 Uhr und 14 Uhr müssen alle da sein, weil in dieser Zeit Kundengespräche, Lieferungen und Besprechungen stattfinden.
Geschäftsführer Karim Lenz erklärt, warum er den Versuch gestartet hat. Mehrere Angestellte hätten lange Wege zur Arbeit, andere müssten am Morgen Kinder in den Kindergarten bringen. Außerdem sei der Verkehr in Innsbruck in den letzten Jahren schwieriger geworden. „Wir wollten sehen, ob mehr Freiheit den Alltag erleichtert, ohne dass unsere Kundinnen und Kunden warten müssen“, sagt Lenz. Für das Telefon gibt es deshalb einen Dienstplan: Von 8 bis 17 Uhr ist immer jemand erreichbar.
Nach den ersten drei Monaten zieht die Firma eine vorsichtige Zwischenbilanz. Einige Beschäftigte kommen deutlich früher und gehen am Nachmittag, wenn es ruhiger ist. Andere beginnen später und bleiben bis zum Abend. Die Zahl der Überstunden ist gesunken, weil viele ihre Arbeit besser über die Woche verteilen. Probleme gibt es aber auch: Gemeinsame Besprechungen müssen genauer geplant werden, und in der Werkstatt braucht man zu bestimmten Zeiten genug Personal an den Maschinen. Homeoffice ist dort kaum möglich.
Im September entscheidet die Firma, ob die Gleitzeit dauerhaft bleibt. Lenz betont: „Es geht nicht darum, weniger zu arbeiten, sondern passender.“
Frühstück vor der ersten Stunde
Jonas Meier · St. Galler Schulzeitung, 03.05.2026
An der Schule Rosenfeld in St. Gallen beginnt der Mittwoch seit kurzem anders als sonst. Ab 7.20 Uhr stehen im Speisesaal Körbe mit Vollkornbrot, Obst, Käse und ungesüßtem Tee bereit. Wer möchte, kann vor dem Unterricht gemeinsam frühstücken. Das Projekt heißt „Fit in den Morgen“ und läuft zunächst bis zu den Sommerferien.
Die Idee kam von zwei Lehrerinnen der fünften Klassen. Sie hatten beobachtet, dass manche Kinder in der ersten Stunde müde waren oder über Bauchweh klagten. In Gesprächen stellte sich heraus, dass nicht alle zu Hause frühstücken. Einige müssen sehr früh mit dem Bus losfahren, bei anderen ist morgens einfach wenig Zeit. Schulleiterin Aylin Demir sagt: „Wir wollen niemandem Vorschriften machen. Aber Lernen fällt leichter, wenn der Körper Energie hat.“
Das Frühstück wird von der Schule organisiert. Eine Bäckerei aus dem Quartier liefert Brot zu einem niedrigen Preis, Eltern bringen abwechselnd Obst mit. Die Teilnahme kostet einen Franken pro Woche; wer nicht bezahlen kann, isst trotzdem mit. Wichtig ist dem Team, dass es keine süßen Getränke und keine Schokoriegel gibt. Einmal im Monat spricht eine Ernährungsberaterin mit den Klassen darüber, warum ein gesundes Frühstück länger satt macht.
Nach sechs Wochen berichten mehrere Lehrpersonen, dass die erste Stunde ruhiger geworden ist. Die Kinder kommen früher ins Schulhaus und setzen sich oft mit Mitschülerinnen und Mitschülern an einen Tisch, mit denen sie sonst wenig Kontakt haben. Einige Eltern finden das Angebot praktisch, andere sorgen sich, dass die Schule zu viele Aufgaben der Familie übernimmt. Im Juni wird entschieden, ob das Frühstück im nächsten Schuljahr weitergeführt wird. *Quartier = in der Schweiz: Stadtteil oder Wohnviertel.
In diesem Text geht es um …
Warum hat Karim Lenz die Gleitzeit eingeführt?
Welche Folge der Gleitzeit wird im Text genannt?
In diesem Text geht es um …
Warum wurde das Projekt gestartet?
Was hat sich nach einigen Wochen verändert?
Answer key
7. b — Der Text berichtet über einen Versuch mit Gleitzeit in einer kleinen Firma. Es geht nicht um längere Öffnungszeiten oder darum, dass alle zu Hause arbeiten.
Evidence: „probiert der Betrieb seit März ein Arbeitszeitmodell aus“
8. a — Als Gründe werden lange Wege, Kinderbetreuung und Verkehr genannt. Es geht nicht um mehr Abendtermine oder weniger Arbeitszeit.
Evidence: „lange Wege zur Arbeit, andere müssten am Morgen Kinder in den Kindergarten bringen“
9. c — Im Text steht, dass die Überstunden weniger geworden sind. Das Telefon ist weiterhin bis 17 Uhr besetzt, und Besprechungen müssen sogar genauer geplant werden.
Evidence: „Die Zahl der Überstunden ist gesunken“
10. a — Der Text informiert über ein freiwilliges Frühstücksangebot an einer Schule. Es ist kein Kochunterricht und keine Pflicht für das Frühstück zu Hause.
Evidence: „Wer möchte, kann vor dem Unterricht gemeinsam frühstücken“
11. c — Die Lehrerinnen sahen, dass manche Kinder müde waren oder Bauchweh hatten. Süßigkeiten sind gerade nicht erwünscht, und der Elternbeitrag ist nicht der Grund.
Evidence: „manche Kinder in der ersten Stunde müde waren oder über Bauchweh klagten“
12. b — Mehrere Lehrpersonen berichten von einer ruhigeren ersten Stunde. Nicht alle Eltern sind dafür, und über die Fortsetzung wird erst im Juni entschieden.
Evidence: „dass die erste Stunde ruhiger geworden ist“
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien.
Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden.
Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Sie lesen Situationen von Personen, die ein passendes Freizeitangebot suchen.
Ihre Nachbarin Marta singt gern, kann aber keine Noten lesen. Sie sucht eine kostenlose Gruppe für Erwachsene, bei der sie sofort mitmachen kann. (Beispiel / example)
Lösung: E
Ihr Freund Levent möchte nach der Arbeit tanzen lernen. Er hat keine Tanzpartnerin und sucht einen günstigen Kurs für Anfänger.
Ihre Tante Brigitte möchte am Sonntag eine ruhige, nicht zu anstrengende Wanderung machen. Sie fährt gern mit dem Zug zum Treffpunkt.
Ihre Freundin Karolina sucht für ihre Kinder, 6 und 9 Jahre alt, ein kreatives Angebot am Samstagnachmittag, das auch bei Regen stattfindet.
Ihr Kollege Samir hat spontan Besuch und möchte heute oder morgen Abend noch günstige Theaterkarten kaufen.
Ihre Freundin Nora möchte bessere Fotos mit ihrem Handy machen. Sie hat nur abends Zeit und möchte in einer kleinen Gruppe lernen.
Die zwölfjährige Tochter Ihres Nachbarn möchte Fußball spielen. Sie sucht ein Training nur für Mädchen und will es zuerst ausprobieren.
Ihre Freundin Chiara möchte am Sonntag ein E-Bike für eine längere Tour mieten. Sie braucht außerdem einen Helm dazu.
Answer key
13. A — Anzeige A passt, weil es ein Tanzkurs für Einsteiger am Abend ist und man allein kommen kann. Die anderen Anzeigen bieten keinen passenden Tanzkurs an.
Evidence: „Standard und Salsa für Einsteiger … Man kann allein kommen“
14. G — Anzeige G passt, weil die Tour am Sonntag ruhig und ohne steile Anstiege ist. Außerdem ist der Treffpunkt am Bahnhof.
Evidence: „am Sonntag zu einer ruhigen Tour ohne steile Anstiege … beim Bahnhof Mödling“
15. C — Anzeige C passt, weil Kinder von 5 bis 10 Jahren am Samstag kreativ arbeiten können. Das Angebot findet bei jedem Wetter statt.
Evidence: „Für Kinder von 5 bis 10 Jahren … Das Angebot findet bei jedem Wetter statt“
16. J — Anzeige J passt, weil es für heute und morgen günstige Restkarten fürs Theater gibt. Die Karten kann man kurzfristig an der Abendkasse kaufen.
Evidence: „gibt es heute und morgen ab 18 Uhr günstige Karten“
17. B — Anzeige B passt, weil man dort mit dem Smartphone fotografieren lernt. Der Kurs ist abends und die Gruppe hat höchstens zehn Personen.
Evidence: „von 18.30 bis 20 Uhr … Maximal zehn Personen“
18. H — Anzeige H passt, weil sie sich an Mädchen von 11 bis 14 Jahren richtet. Anfängerinnen können das Training kostenlos ausprobieren.
Evidence: „Mädchenfußball 11–14 Jahre … Anfängerinnen können drei Wochen kostenlos ausprobieren“
19. 0 — Es gibt keine passende Anzeige, weil keine Anzeige einen E-Bike-Verleih mit Helm anbietet. Die Anzeige für Sonntag beschreibt nur eine Wanderung, kein Fahrradangebot.
Evidence: „Der Alpenverein lädt am Sonntag zu einer ruhigen Tour ohne steile Anstiege ein“
In einer Zeitschrift lesen Sie Kommentare zu einem Artikel über Verkehr in der Innenstadt.
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person dafür, dass Innenstädte autofrei werden? Ja oder Nein?
Kommentar
Nina, 34, Leipzig
Ich verstehe, dass viele Menschen weniger Lärm und Abgase wollen. Trotzdem finde ich die Idee zu streng. Ganz ohne Autos kann ich mir die Innenstadt nicht vorstellen, weil meine Mutter schlecht laufen kann. Wenn wir zum Arzt oder zu einem Geschäft müssen, brauchen wir die Möglichkeit, nah heranzufahren. Bessere Busse und mehr Parkhäuser am Rand wären sinnvoll, aber ein komplettes Verbot nicht.
Kommentar
Emre, 27, Graz
Ich wohne direkt an einer engen Straße in der Innenstadt. Vor allem am Abend ist es so laut, dass man kaum bei offenem Fenster schlafen kann. Deshalb wäre ich froh, wenn private Autos draußen bleiben müssten. Für Menschen, die etwas transportieren oder nicht gut zu Fuß sind, kann es Ausnahmen geben. Aber der normale Einkaufsverkehr sollte mit Bus, Rad oder zu Fuß erledigt werden.
Kommentar
Magdalena, 52, Freiburg
Als Besitzerin eines kleinen Blumengeschäfts sehe ich das kritisch. Viele Kundinnen kaufen bei mir größere Pflanzen oder Erde und kommen deshalb mit dem Auto. Wenn die Innenstadt autofrei wird, fahren sie vielleicht gleich zum Gartencenter außerhalb. Außerdem müssen Lieferwagen morgens mehrmals vorfahren. Eine ruhige Fußgängerzone ist schön, aber für Geschäfte wie meines wäre ein Verbot ein echtes Problem.
Kommentar
Samira, 41, Basel
Ich bin klar dafür. In unserer Innenstadt gibt es viele Familien, Touristinnen und ältere Leute, die sich zwischen Autos, Velos und Lieferwagen oft unsicher fühlen. Wenn weniger Autos fahren, können Kinder selbstständiger unterwegs sein und die Cafés könnten mehr Platz draußen nutzen. Lieferverkehr sollte morgens in einem festen Zeitfenster erlaubt bleiben. Danach gehört die Mitte der Stadt den Menschen, nicht den Motoren.
Kommentar
Tobias, 30, Dortmund
Die Vorstellung klingt modern, aber sie passt nicht für jede Stadt. Ich arbeite im Schichtdienst und komme oft sehr früh oder spät nach Hause. Zu diesen Zeiten fahren Bus und Bahn bei uns selten. Wenn ich dann mein Auto am Stadtrand stehen lassen muss, brauche ich viel länger. Bevor man Autos verbietet, muss der öffentliche Verkehr deutlich besser und sicherer werden.
Kommentar
Giulia, 66, Innsbruck
Früher dachte ich, eine Innenstadt ohne Autos sei nur etwas für große Metropolen. Inzwischen sehe ich das anders. Seit eine Straße bei uns probeweise gesperrt wurde, sitzen dort wieder Menschen auf Bänken, und man hört sogar Gespräche statt Motoren. Die Geschäfte haben nicht geschlossen, im Gegenteil: Viele bleiben länger. Darum sollte man mutig sein und mehr Straßen dauerhaft autofrei machen.
Kommentar
Krzysztof, 45, Hamburg
Ich fahre selten Auto, trotzdem bin ich gegen eine komplett autofreie Innenstadt. Meine Schwester arbeitet als Pflegerin und besucht mehrere alte Menschen im Zentrum. Sie kann ihre Taschen nicht den ganzen Tag in Bus und Bahn tragen. Auch Handwerker brauchen kurze Wege, sonst werden Reparaturen teurer. Man sollte den Verkehr reduzieren, ja, aber nicht so tun, als hätten alle nur kleine Einkäufe dabei.
Kommentar
Lea, 19, Zürich
Für mich ist die Innenstadt ein Ort, an dem man sich treffen und sicher bewegen können sollte. Im Moment müssen Fußgänger ständig auf abbiegende Autos achten, und Radwege enden plötzlich. Wenn Autos nur noch in Ausnahmefällen hineindürfen, wird der Platz gerechter verteilt. Ich glaube auch nicht, dass dann niemand mehr einkauft. Wer gern kommt, nimmt eben das Tram oder läuft ein Stück.
Nina (Beispiel / example)
Ja / Nein
Lösung: nein
Emre
Ja / Nein
Magdalena
Ja / Nein
Samira
Ja / Nein
Tobias
Ja / Nein
Giulia
Ja / Nein
Krzysztof
Ja / Nein
Lea
Ja / Nein
Answer key
20. ja — Emre möchte, dass private Autos nicht mehr in die Innenstadt fahren. Ausnahmen findet er möglich, aber normalen Einkaufsverkehr mit dem Auto lehnt er ab.
Evidence: „wenn private Autos draußen bleiben müssten“
21. nein — Magdalena sieht Probleme für ihr Geschäft und den Lieferverkehr. Deshalb ist sie gegen ein Autoverbot.
Evidence: „für Geschäfte wie meines wäre ein Verbot ein echtes Problem“
22. ja — Samira spricht sich deutlich für autofreie Innenstädte aus. Sie nennt Sicherheit und mehr Platz für Menschen als Gründe.
Evidence: „Ich bin klar dafür“
23. nein — Tobias möchte kein Autoverbot, solange Bus und Bahn nicht besser funktionieren. Für ihn wäre die Erreichbarkeit besonders im Schichtdienst schwierig.
Evidence: „Bevor man Autos verbietet, muss der öffentliche Verkehr deutlich besser“
24. ja — Giulia hat gute Erfahrungen mit einer gesperrten Straße gemacht. Sie möchte deshalb mehr dauerhaft autofreie Straßen.
Evidence: „mehr Straßen dauerhaft autofrei machen“
25. nein — Krzysztof möchte den Verkehr zwar reduzieren, aber keine komplett autofreie Innenstadt. Er nennt Pflegedienste und Handwerker als Beispiele.
Evidence: „bin ich gegen eine komplett autofreie Innenstadt“
26. ja — Lea findet, dass Autos nur noch ausnahmsweise in die Innenstadt fahren sollten. Sie erwartet dadurch mehr Sicherheit und gerechter verteilten Platz.
Evidence: „Wenn Autos nur noch in Ausnahmefällen hineindürfen“
Sie lesen einen Auszug aus der Benutzerordnung einer Stadtbibliothek.
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu.
Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Benutzerordnung der Stadtbibliothek Oberbrunn (Auszug)
Stadtbibliothek Oberbrunn
Anmeldung
Die Benutzung der Lesesäle ist ohne Bibliotheksausweis möglich. Wer Medien ausleihen oder die Internetarbeitsplätze nutzen möchte, braucht einen gültigen Bibliotheksausweis. Zur Anmeldung bringen Erwachsene einen Lichtbildausweis und eine Meldebestätigung mit. Jugendliche ab 14 Jahren können selbst unterschreiben; bis zum 18. Geburtstag ist zusätzlich die schriftliche Zustimmung eines Elternteils erforderlich. Der Ausweis ist nicht übertragbar. Änderungen der Adresse sind innerhalb von zwei Wochen zu melden.
Leihfristen
Bücher und Zeitschriften werden für vier Wochen ausgeliehen, DVDs, Spiele und Sprachkurse für zwei Wochen. Eine Verlängerung ist höchstens zweimal möglich, wenn das Medium nicht vorgemerkt ist und die Verlängerung vor Ablauf der Frist erfolgt. Neuheiten mit rotem Punkt sowie Medien aus der Präsenzsammlung bleiben von der Verlängerung ausgeschlossen.
Gebühren
Die Jahreskarte kostet 18 Euro, für Schüler, Studierende und Pensionistinnen und Pensionisten 9 Euro. Kinder bis 14 Jahre zahlen keine Jahresgebühr. Bei verspäteter Rückgabe sind pro Medium und Öffnungstag 0,30 Euro zu bezahlen; der erste Öffnungstag nach Ablauf der Frist ist gebührenfrei. Für einen Ersatzausweis werden 3 Euro verrechnet.
Internetarbeitsplätze
Die Internetplätze können am selben Tag an der Information reserviert werden. Die Nutzung ist kostenlos und auf 60 Minuten pro Tag begrenzt. Ausdrucke müssen an der Kassa* bezahlt werden. Eigene Dateien dürfen geöffnet werden, Programme dürfen jedoch nicht installiert werden.
Verhalten im Lesesaal
Größere Taschen sind in die Schließfächer zu geben. Mobiltelefone müssen lautlos gestellt werden; telefoniert wird nur im Foyer. Essen und Jause** sind im Lesesaal nicht erlaubt. Wasser in verschließbaren Flaschen darf mitgenommen werden. Gruppenarbeit ist nur in den dafür vorgesehenen Räumen gestattet.
*Kassa = österreichischer Standard für „Kasse“
**Jause = österreichischer Standard für „kleine Mahlzeit“
Wer braucht nach der Benutzerordnung einen Bibliotheksausweis?
Eine Verlängerung der Leihfrist ist möglich, wenn ...
Wann entstehen keine Gebühren wegen verspäteter Rückgabe?
Was gilt im Lesesaal?
Answer key
27. b — Für das Ausleihen und für die Internetarbeitsplätze braucht man einen Ausweis. Für die reine Benutzung der Lesesäle ist er nicht nötig; eine Adressänderung muss man nur melden.
Evidence: „Wer Medien ausleihen oder die Internetarbeitsplätze nutzen möchte, braucht einen gültigen Bibliotheksausweis.“
28. a — Die Verlängerung muss vor Ablauf der Frist erfolgen und das Medium darf nicht vorgemerkt sein. Medien mit rotem Punkt sind ausdrücklich ausgeschlossen.
Evidence: „Eine Verlängerung ist höchstens zweimal möglich, wenn das Medium nicht vorgemerkt ist und die Verlängerung vor Ablauf der Frist erfolgt.“
29. c — Der erste Öffnungstag nach Ende der Leihfrist ist noch gebührenfrei. Kinder zahlen keine Jahresgebühr, aber das sagt nichts über verspätete Rückgaben; für Zeitschriften gibt es keine Ausnahme.
Evidence: „der erste Öffnungstag nach Ablauf der Frist ist gebührenfrei“
30. b — Wasser in verschließbaren Flaschen darf man mitnehmen. Telefonieren ist nur im Foyer erlaubt, und Essen beziehungsweise Jause sind im Lesesaal verboten.
Evidence: „Wasser in verschließbaren Flaschen darf mitgenommen werden“
Goethe-Zertifikat B2 (B2). Lesen: 65 min, 5 Teile.
Sie lesen in einem Forum, wie Menschen über Homeoffice und Teamkultur denken.
Auf welche der vier Personen treffen die einzelnen Aussagen zu? Die Personen können mehrmals gewählt werden.
Vertrauen braucht auch gemeinsame Zeit
Leila
Ich arbeite in einer kleinen Designagentur in Köln. Seit wir zwei feste Büro- und drei flexible Tage haben, sind unsere Entwürfe besser geworden, weil ich zu Hause ungestört Konzepte ausarbeiten kann. Früher wurde Anwesenheit fast mit Engagement verwechselt; heute zählt stärker, ob jemand sauber liefert und Rückfragen rechtzeitig klärt. Programme, die Mausbewegungen zählen, lehne ich strikt ab. So etwas zerstört jedes Verantwortungsgefühl. Gleichzeitig glaube ich nicht, dass Teamkultur automatisch im Chat entsteht. Unser Mittwoch ist deshalb Pflichttermin im Büro: nicht für Kontrolle, sondern für Skizzen an der Wand, kurze Diskussionen in der Küche und dafür, dass neue Kolleginnen die unausgesprochenen Regeln mitbekommen. Wenn alle völlig frei wählen könnten, würden sich manche nie begegnen. Flexible Arbeit funktioniert für mich also nur, wenn sie von wenigen, gut begründeten gemeinsamen Ritualen begleitet wird.
Im Alltag geht zu viel verloren
Markus
Bei uns in der Logistikabteilung eines Möbelhändlers klingt Homeoffice auf dem Papier moderner, als es sich anfühlt. Natürlich kann ich Monatsberichte auch am Küchentisch schreiben, und dafür ist ein ruhiger Tag pro Woche angenehm. Aber sobald Liefertermine kippen oder ein Lager kurzfristig Personal braucht, helfen fünf Chatnachrichten weniger als ein Blick über den Schreibtisch. Im Büro hört man nebenbei, wo es brennt, und kann sofort reagieren. Die Geschäftsführung hat versucht, mit digitalen Kaffeepausen gegenzusteuern. Ehrlich gesagt wirkten diese Termine ziemlich künstlich, weil niemand zwischen zwei Videokonferenzen locker plaudert. Besonders neue Leute leiden darunter, wenn sie nur selten sehen, wie erfahrene Kolleginnen mit Stress umgehen. Teamkultur entsteht meiner Meinung nach nicht durch ständige Anwesenheit, aber sie wird schwächer, wenn spontane Beobachtung und kleine Hilfen aus dem Alltag verschwinden.
Mehr Klarheit als früher
Ewa
Ich betreue mit meinem IT-Team mehrere Kliniken in der Steiermark, deshalb waren wir schon vor der Pandemie an verteiltes Arbeiten gewöhnt. Interessanterweise hat das Homeoffice unsere Zusammenarbeit nicht kälter, sondern professioneller gemacht. Früher wurden Entscheidungen oft auf dem Flur getroffen und später nur halb weitergegeben. Jetzt dokumentieren wir Beschlüsse im Projektkanal, sodass niemand nachfragen muss, was angeblich vereinbart wurde. Auch Kolleginnen, die in großen Runden selten sprechen, schreiben im digitalen Tagescheck überraschend präzise Vorschläge. Der informelle Austausch fehlt mir trotzdem; ein virtuelles Mittagessen ersetzt kein gemeinsames Lachen nach einem schwierigen Einsatz. Deshalb treffen wir uns einmal im Quartal für Workshops ohne Laptop. Vertrauen entsteht bei uns nicht dadurch, dass alle im selben Raum sitzen, sondern durch transparente Aufgaben, verlässliche Antwortzeiten und die Bereitschaft, Probleme früh zu melden.
Führung entscheidet, nicht der Ort
Karim
Ich leite ein kleines Buchhaltungsteam in Zürich und war anfangs skeptisch. Ich dachte, im Homeoffice würden einige die Freiheit ausnutzen und andere müssten es ausbaden. Nach einem halben Jahr musste ich zugeben: Meine Sorge war übertrieben, denn die Ergebnisse waren eher besser als vorher. Entscheidend waren klare Regeln, nicht Misstrauen: Kernzeiten von zehn bis fünfzehn Uhr, ein gemeinsames Aufgabenbrett und kurze Rückmeldungen, wenn jemand nicht erreichbar ist. Für Mitarbeitende mit langen Wegen oder Kindern ist diese Flexibilität ein echter Gewinn. Schwieriger finde ich Konflikte. Wenn eine Mail gereizt klingt, wird sie zu Hause schnell missverstanden. Kritikgespräche oder heikle Mandate bespreche ich deshalb lieber persönlich oder zumindest telefonisch. Teamkultur hängt für mich davon ab, ob Führungskräfte alle einbeziehen, auch diejenigen, die nicht zufällig neben ihnen sitzen.
Eine Person beschreibt einen festen gemeinsamen Bürotag als sinnvolle Ergänzung zum flexiblen Arbeiten. (Beispiel / example)
Lösung: a
Eine Person hält technische Leistungskontrolle im Homeoffice für schädlich.
Eine Person findet organisierte Online-Pausen wenig natürlich.
Eine Person beobachtet, dass zurückhaltendere Teammitglieder online besser zu Wort kommen.
Eine Person hat ihre anfängliche Skepsis gegenüber Homeoffice teilweise aufgegeben.
Eine Person sieht Präsenzzeiten auch als Hilfe für neue Mitarbeitende, um unausgesprochene Abläufe zu verstehen.
Eine Person meint, dass flexibles Arbeiten zu besser nachvollziehbaren Entscheidungen geführt hat.
Eine Person vermisst im Homeoffice die schnellen Hinweise, die man im Büro nebenbei bekommt.
Eine Person möchte schwierige Gespräche nicht schriftlich führen.
Eine Person verbindet Vertrauen vor allem mit klaren Aufgaben und verlässlicher Erreichbarkeit.
Answer key
1. a — Leila lehnt Programme zur Kontrolle ausdrücklich ab und begründet das mit dem Verlust von Verantwortung. Bei den anderen steht dieses Thema nicht im Mittelpunkt.
Evidence: „Programme, die Mausbewegungen zählen, lehne ich strikt ab“
2. b — Markus kritisiert die digitalen Kaffeepausen als künstlich. Die anderen erwähnen zwar informellen Austausch, aber keine solchen von der Leitung organisierten Pausen.
Evidence: „wirkten diese Termine ziemlich künstlich“
3. c — Ewa beschreibt, dass stillere Kolleginnen im digitalen Tagescheck konkrete Vorschläge machen. Die anderen sprechen nicht davon, dass leise Personen durch Homeoffice sichtbarer werden.
Evidence: „die in großen Runden selten sprechen, schreiben im digitalen Tagescheck überraschend präzise Vorschläge“
4. d — Karim sagt, dass seine Sorge nach einigen Monaten übertrieben war. Die anderen beschreiben keine solche Änderung ihrer Meinung.
Evidence: „Nach einem halben Jahr musste ich zugeben: Meine Sorge war übertrieben“
5. a — Leila betont, dass neue Kolleginnen im Büro informelle Regeln mitbekommen. Markus spricht zwar ebenfalls über neue Leute, aber eher über den Verlust spontaner Beobachtung, nicht über bewusst festgelegte Präsenzrituale.
Evidence: „dass neue Kolleginnen die unausgesprochenen Regeln mitbekommen“
6. c — Ewa berichtet, dass Beschlüsse nun dokumentiert werden und dadurch klarer sind. Die anderen erwähnen keine verbesserte schriftliche Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen.
Evidence: „Jetzt dokumentieren wir Beschlüsse im Projektkanal“
7. b — Markus betont, dass man im Büro informell erfährt, wo Probleme auftreten. Bei den anderen geht es eher um Vertrauen, Dokumentation oder Konfliktgespräche.
Evidence: „Im Büro hört man nebenbei, wo es brennt“
8. d — Karim sagt, dass E-Mails bei Konflikten leicht missverstanden werden, und bevorzugt persönliche oder telefonische Gespräche. Die anderen äußern sich nicht zu schriftlicher Konfliktklärung.
Evidence: „Kritikgespräche oder heikle Mandate bespreche ich deshalb lieber persönlich“
9. c — Ewa erklärt Vertrauen durch Transparenz und Antwortzeiten statt durch gemeinsame Anwesenheit. Karim erwähnt zwar Regeln und Erreichbarkeit, formuliert Vertrauen aber nicht auf diese Weise.
Evidence: „durch transparente Aufgaben, verlässliche Antwortzeiten“
Sie lesen in einer Zeitschrift einen Artikel über Stadtbäume im Klimawandel.
Welche Sätze passen in die Lücken? Zwei Sätze passen nicht.
Welche Bäume kühlen die Stadt von morgen?
Nina Kowalski
Wenn die Temperaturen im Juli tagelang über dreißig Grad liegen, merkt man in der Stadt schnell, wo Bäume stehen und wo nicht. Unter einer dichten Krone ist die Luft spürbar kühler, der Asphalt heizt sich weniger auf, und auch Wohnungen in den unteren Stockwerken bleiben länger angenehm. 0 Sie speichern Regenwasser, filtern Staub und bieten Vögeln sowie Insekten Lebensraum.
Doch ausgerechnet diese grünen Helfer geraten selbst unter Druck. In vielen Kommunen melden Baumpflegerinnen und Baumpfleger, dass Linden früher Blätter verlieren, junge Ahorne kaum anwachsen und Kastanien schon im August braune Ränder bekommen. Die Symptome haben selten nur eine Ursache. 10 Wird es wochenlang heiß, trocknen die oberen Bodenschichten aus; gleichzeitig bleibt zwischen Leitungen, Pflaster und parkenden Autos oft nur wenig Raum für Wurzeln.
Über der Erde sieht man den Schaden zunächst kaum. Ein Baum kann noch grün wirken, obwohl er im Inneren bereits Reserven verbraucht. 11 Für Bauhöfe bedeutet das: Sie müssen häufiger kontrollieren, Totholz entfernen und im Extremfall Bäume fällen, die eigentlich noch Jahrzehnte stehen sollten.
Stadtgärtnereien suchen deshalb nach Alternativen. Dabei geht es nicht darum, exotische Arten unkritisch einzuführen, sondern Erfahrungen zu sammeln. 12 Dort stehen zum Beispiel Hopfenbuchen, Blumeneschen oder bestimmte Ulmen neben heimischen Arten. Gemessen werden Wachstum, Blattgesundheit, Wasserbedarf und die Wirkung auf Tiere.
Die Ergebnisse sind nicht immer eindeutig. Eine Baumart, die an einer breiten Straße gut zurechtkommt, kann in einer engen Altstadtgasse Probleme haben. 13 Auch die Herkunft innerhalb einer Art spielt eine Rolle: Samen aus einer trockeneren Region können widerstandsfähiger sein als Pflanzen aus kühleren Gebieten.
Neben der Auswahl neuer Arten verändern viele Städte auch die Pflanzorte. Größere Baumgruben, wasserdurchlässige Beläge und unterirdische Speicherschichten sollen verhindern, dass Regen ungenutzt in die Kanalisation läuft. Solche Umbauten kosten Geld und verändern den Straßenraum oft deutlich. 14 In manchen Vierteln werden deshalb Pläne öffentlich vorgestellt, bevor Bagger anrollen. Bürgerinnen und Bürger können dann sagen, wo Schatten besonders fehlt oder welche Wege frei bleiben müssen.
Die Beteiligung endet nicht bei der Planung. Einige Kommunen vergeben Baumpatenschaften, stellen Gießsäcke bereit oder informieren per App, wann junge Bäume Wasser brauchen. Wer eine Baumscheibe bepflanzt, schützt den Boden zusätzlich vor Austrocknung, muss aber auch darauf achten, den Stamm nicht zu verletzen. 15 Der Stadtbaum der Zukunft ist also kein einzelner Wunderbaum. Er ist Teil eines Systems, in dem Fachwissen, sorgfältige Pflege und die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft zusammenkommen.
Welcher Satz passt in die Lücke 0? (Beispiel / example)
Lösung: 0
Welcher Satz passt in die Lücke 10?
Welcher Satz passt in die Lücke 11?
Welcher Satz passt in die Lücke 12?
Welcher Satz passt in die Lücke 13?
Welcher Satz passt in die Lücke 14?
Welcher Satz passt in die Lücke 15?
Answer key
10. c — Vor der Lücke ist von Symptomen mit mehreren Ursachen die Rede; der Satz nennt eine zentrale Ursache. Die anderen Sätze erklären keine Ursache für die genannten Schäden.
Evidence: „viele traditionelle Arten mit Trockenstress und verdichteten Böden gleichzeitig kämpfen“
11. f — Der Satz passt, weil davor steht, dass Schäden zunächst kaum sichtbar sind. Danach wird beschrieben, welche Arbeit diese später sichtbaren Schäden für Bauhöfe verursachen.
Evidence: „zeigen sich oft erst Monate später, wenn Kronen lichter werden oder ganze Äste absterben“
12. a — Die Kommunen suchen Alternativen und sammeln Erfahrungen; dazu passen Versuchspflanzungen. Der folgende Satz nennt konkrete Baumarten, die dort stehen.
Evidence: „kleine Versuchspflanzungen an, in denen verschiedene Arten unter denselben Bedingungen beobachtet werden“
13. h — Vorher wird erklärt, dass Ergebnisse je nach Standort unterschiedlich sind. Der Satz ergänzt ein Kriterium für die Bewertung, nämlich langfristige Stabilität statt nur schnelles Wachstum.
Evidence: „nicht nur, ob ein Baum schnell wächst, sondern ob er auch nach mehreren trockenen Sommern stabil bleibt“
14. b — Vor der Lücke geht es um teure Umbauten im Straßenraum; danach werden öffentliche Vorstellungen der Pläne beschrieben. Der Satz verbindet Maßnahmen und frühe Beteiligung der Anwohner.
Evidence: „beziehen die Städte Anwohnerinnen und Anwohner zunehmend früh ein“
15. e — Der Abschnitt beschreibt Baumpatenschaften und Pflege durch Bürgerinnen und Bürger. Der Satz fasst zusammen, dass junge Bäume Aufmerksamkeit und Pflege brauchen.
Evidence: „ein junger Straßenbaum mehr Pflege braucht als ein Parkmöbel“
Sie lesen in einer Zeitung einen Artikel über neue Wege in der Pflegeausbildung.
Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Üben, bevor es ernst wird
Julia Nawaz
An der Berufsfachschule St. Marien in Kassel beginnt der Unterricht am Montagmorgen nicht mit einem Lehrbuch, sondern mit einem Alarmton. Im sogenannten Simulationszimmer liegt eine Puppe im Krankenbett, daneben steht ein Monitor, der unregelmäßige Herzwerte zeigt. Drei Auszubildende sollen entscheiden, was zu tun ist. Eine Lehrkraft beobachtet die Szene hinter einer Scheibe und greift erst ein, wenn die Übung beendet ist.
Die Schule hat ihr Konzept vor anderthalb Jahren verändert. Schulleiterin Petra Lechner sagt, man habe handeln müssen, weil viele Auszubildende sich in den ersten Praxiseinsätzen überfordert fühlten und häufiger ans Aufhören dachten. Dabei sei die Motivation zu Beginn meist hoch: Viele wollten einen Beruf mit Sinn lernen. Doch zwischen Unterricht und Stationsalltag habe es zu oft eine Lücke gegeben. Diese Lücke soll nun kleiner werden.
Kern des neuen Modells ist das Simulationstraining. In kleinen Gruppen üben die Lernenden typische, aber auch seltene Situationen: ein Sturz im Flur, ein aggressiver Angehöriger, eine Patientin mit Atemnot. Manchmal spielen Schauspieler Patienten oder Angehörige, manchmal übernimmt eine computergesteuerte Puppe diese Rolle. Nach jeder Szene folgt eine Auswertung. Dabei wird nicht nur gefragt, ob die medizinischen Schritte richtig waren, sondern auch, wie gesprochen wurde und wer welche Verantwortung übernommen hat. Fehler sollen ausdrücklich gemacht werden dürfen, solange daraus gelernt wird.
Ergänzt wird das Training durch ein Mentoringprogramm. Jede Auszubildende und jeder Auszubildende bekommt für ein Jahr eine feste Ansprechperson aus einem höheren Kurs oder aus dem Kollegium. Die Treffen finden alle zwei Wochen statt, auch wenn gerade kein Problem vorliegt. Der 21-jährige Amir Yildiz erzählt, er habe anfangs Schwierigkeiten gehabt, nach einem belastenden Dienst abzuschalten. Seine Mentorin habe ihm geholfen, Situationen zu ordnen und Fragen für den nächsten Praxistag zu formulieren. Früher, sagt er, hätte er vieles für sich behalten.
Nicht alle sind überzeugt. Einige Praxisanleiterinnen in den kooperierenden Kliniken befürchten, dass zu viel Zeit im Übungsraum die Realität auf Station beschönigen könnte. Dort müsse man mit Personalmangel, Zeitdruck und widersprüchlichen Erwartungen umgehen. Außerdem kostet das Simulationszimmer Geld: Technik, Wartung und geschulte Lehrkräfte können nicht nebenbei organisiert werden. Die Schule hat deshalb einen Teil der Ausstattung mit Fördermitteln bezahlt und die Kliniken verpflichtet, Lehrende für Fortbildungen freizustellen.
Erste Zahlen machen der Schule dennoch Mut. Im vergangenen Jahr wurden weniger Ausbildungsverträge vorzeitig beendet als in den Jahren zuvor. In Befragungen geben die Lernenden außerdem an, sie fühlten sich sicherer, wenn sie mit Patienten und Angehörigen sprechen müssten. Ob sich dadurch langfristig auch die Qualität der Pflege verbessert, lässt sich noch nicht beweisen. Lechner warnt deshalb vor schnellen Erfolgsmeldungen: Ein Konzept allein löse den Personalmangel nicht.
Für die Schulleiterin ist entscheidend, dass Schule und Praxis enger zusammenarbeiten. Simulationen müssten an echten Erfahrungen aus den Stationen anknüpfen, und Mentorinnen bräuchten Zeit, die in Dienstplänen sichtbar eingeplant werde. Nur dann könne die Ausbildung moderner werden, ohne an Ernsthaftigkeit zu verlieren.
Warum hat die Berufsfachschule ihr Ausbildungskonzept verändert?
Was ist ein wichtiges Merkmal des Simulationstrainings?
Wie funktioniert das Mentoringprogramm an der Schule?
Welche Kritik wird an dem neuen Konzept geäußert?
Welche ersten Ergebnisse werden im Artikel genannt?
Was ist nach Ansicht der Schulleiterin für den Erfolg des Modells entscheidend?
Answer key
16. b — Im Text steht, dass sich viele Auszubildende in den ersten Praxiseinsätzen überfordert fühlten. Von mehr Bewerbern oder dem Ersatz der Prüfungen ist nicht die Rede.
Evidence: „weil viele Auszubildende sich in den ersten Praxiseinsätzen überfordert fühlten“
17. a — Die Gruppen üben typische und seltene Situationen und werten sie danach aus. Lehrkräfte beobachten die Übungen, und es geht nicht nur um medizinische Notfälle.
Evidence: „In kleinen Gruppen üben die Lernenden typische, aber auch seltene Situationen … Nach jeder Szene folgt eine Auswertung.“
18. c — Jede Person bekommt eine feste Ansprechperson, und die Treffen finden regelmäßig statt. Sie sind nicht spontan und nicht nur für Krisen gedacht.
Evidence: „bekommt für ein Jahr eine feste Ansprechperson … Die Treffen finden alle zwei Wochen statt“
19. b — Einige Praxisanleiterinnen befürchten, dass der Übungsraum die Realität beschönigt. Zu frühe Belastung oder weniger Praxiseinsätze werden nicht genannt.
Evidence: „dass zu viel Zeit im Übungsraum die Realität auf Station beschönigen könnte“
20. c — Genannt werden weniger vorzeitig beendete Verträge und mehr Sicherheit in Gesprächen. Eine nachweislich bessere Pflegequalität oder mehr Bewerbungen werden nicht berichtet.
Evidence: „wurden weniger Ausbildungsverträge vorzeitig beendet … sie fühlten sich sicherer“
21. a — Lechner betont die Zusammenarbeit von Schule und Praxis sowie Zeit für Mentorinnen. Eine fast vollständige Verlagerung in den Simulationsraum oder neue Technik steht nicht im Mittelpunkt.
Evidence: „dass Schule und Praxis enger zusammenarbeiten … Mentorinnen bräuchten Zeit“
Sie lesen in einer Zeitschrift Meinungsäußerungen zu ständiger beruflicher Erreichbarkeit.
Welche Äußerung passt zu welcher Überschrift? Eine Äußerung passt nicht. Die Äußerung a ist das Beispiel und kann nicht noch einmal verwendet werden.
Klare Teamregeln verhindern Missverständnisse. (Beispiel / example)
Lösung: a
Selbstverantwortung ist wichtiger als Kontrolle von oben.
Digitale Sperren entlasten konsequent.
Verbote können neue Umgehungswege schaffen.
Vorgesetzte müssen das gewünschte Verhalten vorleben.
Erreichbarkeit muss geplant und bezahlt werden.
Private Technikgrenzen schaffen Abstand.
Answer key
22. b — Murat möchte selbst entscheiden, wann er nach Feierabend reagiert. Er lehnt detaillierte Vorgaben ab; technische Sperren oder Bezahlung stehen bei ihm nicht im Mittelpunkt.
Evidence: „Ich möchte selbst entscheiden, wann eine Ausnahme wirklich nötig ist“
23. c — Elena berichtet von automatischen Sperren für E-Mails und Chat. Dadurch muss niemand mehr prüfen oder sich rechtfertigen; es geht nicht um persönliche Disziplin allein.
Evidence: „Bei uns hat erst eine technische Lösung geholfen“
24. d — Jonas beschreibt, dass trotz Verbots private Messenger genutzt wurden. Deshalb misstraut er einfachen Verboten; er fordert eher eine offene Klärung der Erwartungen.
Evidence: „Praktisch wurden dann private Messenger benutzt“
25. e — Samira stellt Führungskräfte in den Mittelpunkt. Sie meint, dass das Verhalten der Chefin oder des Leiters stärker wirkt als schriftliche Hinweise.
Evidence: „Die wichtigste Rolle spielen für mich die Führungskräfte“
26. f — Piotr akzeptiert Erreichbarkeit in bestimmten Branchen, aber nur mit Plan und Zuschlag. Die Aussage passt nicht zu Verboten oder privaten Handyregeln.
Evidence: „Bereitschaft geplant und bezahlt wird“
27. g — Maja trennt berufliche und private Geräte und schaltet Push-Nachrichten aus. Dadurch gewinnt sie Abstand; sie spricht nicht von Firmenregeln oder bezahlter Bereitschaft.
Evidence: „Das Diensthandy bleibt im Flur“
Sie lesen Auszüge aus der Benutzungsordnung eines Co-Working-Hauses.
Welche der Überschriften aus dem Inhaltsverzeichnis passen zu den Paragrafen? Vier Überschriften werden nicht gebraucht.
§ 2
Arbeitsplätze und Besprechungsräume werden ausschließlich über das Online-Portal gebucht. Eine Buchung ist erst gültig, wenn sie im persönlichen Nutzerkonto bestätigt wurde. Tagesplätze können höchstens zwei Wochen im Voraus reserviert werden; für Besprechungsräume gilt eine Frist von sechs Wochen. Die Weitergabe einer Reservierung an nicht registrierte Personen ist unzulässig. Wird ein gebuchter Platz länger als 30 Minuten nicht genutzt, darf die Hausverwaltung ihn für andere Mitglieder freigeben.
§ 4
In den als Ruhezone gekennzeichneten Räumen sind Gespräche grundsätzlich zu vermeiden. Telefonate, Videokonferenzen und längere Absprachen sind in die dafür vorgesehenen Telefonboxen oder Lounges zu verlegen. Auch bei Nutzung von Kopfhörern ist darauf zu achten, dass keine Geräusche nach außen dringen. Kurze Rückfragen sind erlaubt, sofern andere Nutzerinnen und Nutzer nicht gestört werden. Die Hausverwaltung kann Personen, die wiederholt gegen diese Regel verstoßen, zeitweise aus der Ruhezone ausschließen.
§ 6
Die Gemeinschaftsküche steht allen registrierten Nutzerinnen und Nutzern während der Öffnungszeiten zur Verfügung. Mitgebrachte Lebensmittel sind mit Namen und Datum zu kennzeichnen; nicht gekennzeichnete oder verdorbene Waren können freitags entsorgt werden. Wer die Küche benutzt, reinigt benutztes Geschirr, Arbeitsflächen und Geräte unmittelbar danach. Stark riechende Speisen sollen möglichst nicht während gemeinsamer Arbeitstreffen zubereitet werden. Für private Vorräte wird keine Haftung übernommen. Das Lagern von Geschirr außerhalb der vorgesehenen Schränke ist nicht gestattet.
§ 8
Drucker, Bildschirme, Adapter, Kaffeemaschinen und sonstige gemeinsam bereitgestellte Geräte sind sachgerecht und nur zu ihrem vorgesehenen Zweck zu benutzen. Auffälligkeiten oder Defekte müssen unverzüglich der Hausverwaltung gemeldet werden; eigenmächtige Reparaturen sind untersagt. Schäden, die durch unsachgemäße Bedienung entstehen, sind vom Verursacher zu ersetzen. Kann die verursachende Person nicht festgestellt werden, entscheidet die Hausverwaltung nach Prüfung des Einzelfalls über das weitere Vorgehen. Für private Geräte der Mitglieder übernimmt das Co-Working-Haus keine Verantwortung.
Welche Überschrift passt zu diesem Paragrafen? (Beispiel / example)
Lösung: b
Welche Überschrift passt zu diesem Paragrafen?
Welche Überschrift passt zu diesem Paragrafen?
Welche Überschrift passt zu diesem Paragrafen?
Answer key
28. f — Der Paragraf beschreibt, welches Verhalten in Ruhebereichen erlaubt oder verboten ist. Es geht nicht um Buchungen oder Veranstaltungen.
Evidence: „In den als Ruhezone gekennzeichneten Räumen sind Gespräche grundsätzlich zu vermeiden“
29. a — Der Paragraf enthält Regeln zur Küche, besonders zu Lebensmitteln und Reinigung. Private Geräte oder externe Veranstaltungen werden nicht geregelt.
Evidence: „Wer die Küche benutzt, reinigt benutztes Geschirr, Arbeitsflächen und Geräte unmittelbar danach“
30. h — Der Paragraf legt fest, wer bei Schäden an gemeinsam genutzten Geräten verantwortlich ist. Private Geräte werden nur am Ende abgegrenzt, sind aber nicht das Hauptthema.
Evidence: „Schäden, die durch unsachgemäße Bedienung entstehen, sind vom Verursacher zu ersetzen“
Goethe-Zertifikat C1 (C1). Lesen: 65 min, 4 Teile.
Lesen Sie den folgenden Artikel über Mikroplastik in alpinen Böden.
Wählen Sie für jede Lücke die richtige Lösung.
Mikroplastik in der Almwiese: Staub von weit her
Nadja Ben Youssef
Als ein Forschungsteam der Universität Innsbruck im vergangenen Sommer Bodenproben von einer abgelegenen Almwiese oberhalb des Zillertals untersuchte, geriet zunächst der Bergtourismus 0 Verdacht. Die Alm liegt zwei Stunden Fußweg von der nächsten Straße entfernt; es gibt weder eine bewirtschaftete Hütte noch einen markierten Aussichtspunkt. Trotzdem fanden die Forschenden dort Kunststoffpartikel in einer Dichte, die eher an städtische Randzonen erinnert. Für die Studie entnahm das Team entlang eines Höhenprofils 48 Proben, die es anschließend einem mehrstufigen Laborverfahren 1. Organisches Material wurde enzymatisch entfernt, mineralische Bestandteile wurden abgetrennt; übrig blieben Partikel zwischen 20 Mikrometern und fünf Millimetern. Die Auswertung ergab Werte in einer Größenordnung, mit der selbst die beteiligten Geochemikerinnen nicht 2 hatten. Pro Kilogramm trockenen Bodens fanden sich teils mehr als 12.000 Fragmente und Fasern. 3 stark begangene Aussichtspunkte in der Nähe nur moderat belastet waren, wiesen windoffene Mulden fernab der Wege die höchsten Konzentrationen auf. Die naheliegende Annahme, der Müll von Tagesgästen sei die Hauptquelle, verlor damit an Plausibilität: Die Belastung ließ sich nicht auf achtlos weggeworfene Verpackungen 4. Entscheidend war die chemische Signatur: Polyethylen, Polyester und Lackreste traten in Mischungen auf, wie sie für den Abrieb von Reifen, Textilien und beschichteten Oberflächen typisch sind. Diese Signatur deutet vielmehr 5 einen Ferntransport durch die Atmosphäre hin. Modellrechnungen der Arbeitsgruppe zeigen, dass Luftmassen an trockenen Föhntagen aus dicht besiedelten Tälern und aus dem nördlichen Alpenvorland winzige Fasern mit sich 6. Schneefall wirkt dabei nicht als Reinigung, sondern als Speichermechanismus: Sinkende Kristalle binden Partikel und geben sie im Frühjahr konzentriert an die obersten Bodenschichten ab. Der Eintrag 7 starken jahreszeitlichen Schwankungen; nach längeren Trockenphasen steigt vor allem der Anteil sehr kleiner Fragmente. Für die Erklärung kommt daher weniger der Wanderbetrieb als vielmehr der atmosphärische Transport 8 Betracht. Die Studie fordert keine Sperrung der Almen, wohl aber ein dichteres Messnetz, denn alpine Böden gelten bisher als Archive klimatischer Veränderungen, nicht als Sammelbecken urbaner Kunststoffe.
Lücke 0 (Beispiel / example)
Lösung: c
Lücke 1
Lücke 2
Lücke 3
Lücke 4
Lücke 5
Lücke 6
Lücke 7
Lücke 8
Answer key
1. a — Man unterzieht Proben einem Verfahren. Die anderen Verben haben eine andere Rektion oder passen semantisch nicht zum Laborverfahren.
Evidence: „Proben, die es anschließend einem mehrstufigen Laborverfahren [1]“
2. d — Die Verbindung lautet „mit etwas rechnen“. „Gezählt“, „verglichen“ und „kalkuliert“ bilden hier keine passende Konstruktion mit „mit der“.
Evidence: „mit der selbst die beteiligten Geochemikerinnen nicht [2] hatten“
3. c — Hier wird ein Gegensatz zwischen moderat belasteten Aussichtspunkten und stark belasteten Mulden ausgedrückt. Dafür passt „während“; die anderen Konnektoren drücken Grund, Folge oder Bedingung aus.
Evidence: „[3] stark begangene Aussichtspunkte in der Nähe nur moderat belastet waren“
4. b — Die korrekte Fügung lautet „etwas auf etwas zurückführen“. „Ableiten“ würde eher mit „aus“ stehen; „übertragen“ und „verlagern“ passen inhaltlich nicht.
Evidence: „Die Belastung ließ sich nicht auf achtlos weggeworfene Verpackungen [4]“
5. a — Die feste Verbindung lautet „auf etwas hindeuten“. Die übrigen Präpositionen können in dieser Konstruktion nicht verwendet werden.
Evidence: „Diese Signatur deutet vielmehr [5] einen Ferntransport durch die Atmosphäre hin“
6. d — Die Wendung lautet „etwas mit sich führen“. Die anderen Verben ergeben mit „mit sich“ keine passende Bedeutung im Kontext der Luftmassen.
Evidence: „Luftmassen an trockenen Föhntagen aus dicht besiedelten Tälern“
7. c — Man sagt „etwas unterliegt Schwankungen“. Die anderen Verben verlangen andere Ergänzungen oder ergeben hier keinen sinnvollen Fachausdruck.
Evidence: „Der Eintrag [7] starken jahreszeitlichen Schwankungen“
8. b — Die feste Nomen-Verb-Verbindung lautet „in Betracht kommen“. Keine der anderen Präpositionen passt zu dieser Wendung.
Evidence: „als vielmehr der atmosphärische Transport [8] Betracht“
Lesen Sie den folgenden Artikel über ein Pilotprojekt zur Vier-Tage-Woche in mittelständischen Betrieben.
Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Weniger Tage, gleiche Leistung?
Nora Steinbach
Als der Maschinenbauer Huber & Kantar aus Ulm im vergangenen Frühjahr den Freitag zur regulären Schließzeit erklärte, rechnete Geschäftsführer Nils Kantar mit Beschwerden von Kunden. Tatsächlich blieb die große Empörungswelle aus. Das Unternehmen gehört zu 38 mittelständischen Betrieben, die an einem zehnmonatigen Pilotprojekt des Instituts für Arbeitsorganisation Rhein-Main teilnahmen. Untersucht wurden Firmen zwischen 45 und 620 Beschäftigten, darunter Softwarehäuser, Metallverarbeiter, Steuerkanzleien, eine Reinigungsfirma sowie drei kommunale Dienstleister. Insgesamt wurden 2.730 Beschäftigte erfasst. Voraussetzung war eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich; die konkrete Ausgestaltung blieb jedoch den Unternehmen überlassen. Die Betriebe durften selbst entscheiden, ob sie die 32 Stunden auf vier Tage verteilten, Teams rotieren ließen oder nur bestimmte Abteilungen einbezogen.
Gerade diese Vielfalt macht die Auswertung kompliziert, aber aufschlussreich. Laut Abschlussbericht sank die vertragliche Wochenarbeitszeit im Durchschnitt von 38,6 auf 33,4 Stunden. Die tatsächlich geleisteten Stunden lagen anfangs höher, weil manche Teams Aufgaben schlicht in den Abend verschoben. Nach drei Monaten stabilisierte sich der Wert bei 34,1 Stunden. Gemessen wurde nicht nur die Anwesenheit, sondern auch der Output: erledigte Aufträge, abgeschlossene Vorgänge, fakturierbare Stunden oder produzierte Stückzahlen. Die Produktivität je bezahlter Stunde stieg im Mittel um 8,4 Prozent, während die Gesamtleistung nahezu unverändert blieb und nur um 1,1 Prozent zunahm. Von einem Wachstumsschub kann also kaum gesprochen werden; eher gelang es vielen Betrieben, denselben Umfang mit weniger Zeitaufwand zu bewältigen.
Die Gründe dafür sind unspektakulär. Die Zahl regelmäßiger Besprechungen ging um 31 Prozent zurück, interne Mails wurden seltener in Kopie verschickt, und 24 Unternehmen führten sogenannte Fokusfenster ein, in denen weder Telefonate noch spontane Rückfragen erlaubt waren. In mehreren Werkstätten wurden Rüstzeiten neu geplant, damit Maschinen nicht wegen kurzer Abstimmungen stillstanden. Hinzu kamen digitale Dienstpläne und klarere Vertretungsregeln. Projektleiterin Dr. Maike Reuter warnt deshalb vor einer falschen Kausalität: „Nicht der freie Freitag hat die Leistung erhöht, sondern die erzwungene Durchforstung alter Routinen.“ Besonders dort, wo Führungskräfte lediglich die Wochenarbeitszeit kürzten, ohne Abläufe zu verändern, entstanden Engpässe.
Auch beim Krankenstand zeigt sich ein messbarer, aber nicht sensationeller Effekt. Er fiel von 5,1 auf 3,9 Prozent der Sollarbeitszeit; Kurzzeiterkrankungen an Montagen nahmen besonders deutlich ab. Die Beschäftigten berichteten in Befragungen von besserer Erholung und weniger privaten Terminkonflikten. Gleichzeitig stieg die Kundenzufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 100 im Durchschnitt von 78 auf 82 Punkte. Allerdings verteilte sich der Zugewinn ungleich: Während Steuerkanzleien und Softwaredienstleister profitierten, verzeichneten zwei Betriebe mit telefonischem Notdienst längere Wartezeiten. Erst nachdem sie rotierende Bereitschaften einführten, normalisierten sich die Werte. Die oft befürchtete Unerreichbarkeit trat also nicht automatisch ein, musste aber organisatorisch abgefedert werden.
Methodisch bleibt der Befund angreifbar. Die teilnehmenden Unternehmen bewarben sich freiwillig und galten bereits vor Projektbeginn als vergleichsweise experimentierfreudig. Zudem fehlte eine Kontrollgruppe, die unter ähnlichen Marktbedingungen unverändert weiterarbeitete. Reuter räumt ein, dass ein Teil des Effekts auf Aufmerksamkeit zurückgehen könne: Wer weiß, dass er beobachtet wird, arbeitet kurzfristig konzentrierter. Dennoch hält sie die Daten für belastbarer als reine Stimmungsumfragen, weil Auftragszahlen, Fehlzeiten und Kundenbewertungen aus den betrieblichen Systemen übernommen wurden.
Über die Übertragbarkeit wird heftig gestritten. Die Betriebswirtin Prof. Claudia Hansen sieht gerade in der Verwaltung ein großes Potenzial, sofern Anträge konsequent digitalisiert und Öffnungszeiten nicht mit Arbeitszeiten verwechselt würden. „Bürgerinnen erwarten verlässliche Bearbeitung, nicht zwingend einen besetzten Schreibtisch an fünf Tagen“, sagt sie. Dagegen widerspricht die Pflegewissenschaftlerin Selin Yilmaz: In Pflegeeinrichtungen seien viele Tätigkeiten personengebunden und rund um die Uhr erforderlich. Eine Vier-Tage-Woche ohne zusätzliches Personal bedeute dort entweder dichtere Schichten oder Versorgungslücken. Auch im Handwerk ist das Bild uneinheitlich. Kammerberater Marek Nowak hält das Modell in Werkstätten mit planbaren Aufträgen für realistisch; bei Sanitär- oder Elektrobetrieben mit Notfalleinsätzen sieht er enge Grenzen.
Für viele Inhaberinnen und Inhaber dürfte daher weniger die Frage entscheidend sein, ob der Freitag frei wird, sondern welche Tätigkeiten überhaupt verdichtet, automatisiert oder anders verteilt werden können. Das Pilotprojekt liefert keine Blaupause, aber es widerlegt die einfache Gegenüberstellung von Arbeitszeitverkürzung und Leistungsabfall. Eine Vier-Tage-Woche funktioniert offenbar dann, wenn sie als Organisationsprojekt verstanden wird. Wer sie nur als zusätzliches Freizeitversprechen verkauft, riskiert enttäuschte Beschäftigte, gestresste Führungskräfte und unzufriedene Kunden.
Was war für die Anlage des Pilotprojekts kennzeichnend?
Wie interpretiert der Artikel die gemessene Produktivitätsentwicklung?
Welche Maßnahmen trugen laut Artikel wesentlich zu den Verbesserungen bei?
Was berichtet der Artikel über Krankenstand und Kundenzufriedenheit?
Welche methodische Einschränkung der Studie wird ausdrücklich genannt?
Wie unterscheiden sich die Einschätzungen zur Übertragbarkeit auf andere Bereiche?
Welche Schlussfolgerung zieht der Artikel aus dem Pilotprojekt?
Answer key
9. b — Die Betriebe hatten Spielraum bei der Umsetzung. Option a ist falsch, weil nicht alle freitags schlossen; Option c ist falsch, weil auch Dienstleister teilnahmen.
Evidence: „Die Betriebe durften selbst entscheiden, ob sie die 32 Stunden auf vier Tage verteilten“
10. a — Der Text betont einen Effizienzgewinn pro Stunde bei nahezu gleicher Gesamtleistung. Mehrarbeit stabilisierte sich später, und von einem Einbruch ist keine Rede.
Evidence: „Die Produktivität je bezahlter Stunde stieg im Mittel um 8,4 Prozent, während die Gesamtleistung nahezu unverändert blieb“
11. c — Genannt werden weniger Meetings und Fokusfenster. Externe Beratung wird nicht erwähnt; digitale Dienstpläne wurden eingeführt, nicht vermieden.
Evidence: „Die Zahl regelmäßiger Besprechungen ging um 31 Prozent zurück … 24 Unternehmen führten sogenannte Fokusfenster ein“
12. b — Der Text nennt einen gesunkenen Krankenstand und einen Anstieg der Kundenzufriedenheit. Notdienste wurden nicht abgeschafft, sondern organisatorisch durch Bereitschaften abgesichert.
Evidence: „Er fiel von 5,1 auf 3,9 Prozent … stieg die Kundenzufriedenheit“
13. a — Der Artikel kritisiert die freiwillige Auswahl und die fehlende Kontrollgruppe. Die Daten stammten gerade nicht nur aus Umfragen, sondern auch aus Betriebssystemen.
Evidence: „Die teilnehmenden Unternehmen bewarben sich freiwillig … Zudem fehlte eine Kontrollgruppe“
14. c — Hansen sieht Potenzial in der Verwaltung, Yilmaz warnt vor Problemen in der Pflege, und Nowak differenziert im Handwerk. Die anderen Optionen verdrehen diese Positionen.
Evidence: „sieht gerade in der Verwaltung ein großes Potenzial … In Pflegeeinrichtungen seien viele Tätigkeiten personengebunden“
15. c — Der Artikel versteht die Vier-Tage-Woche als Organisationsprojekt. Er nennt keine universelle Lösung und kein reines Marketinginstrument.
Evidence: „Eine Vier-Tage-Woche funktioniert offenbar dann, wenn sie als Organisationsprojekt verstanden wird“
Lesen Sie den Kommentar aus einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift.
Welche Sätze passen in die Lücken? Zwei Sätze passen nicht.
Die Stärke des Vielleicht
Mira Özdemir
Wer heute eine Nachricht über ein neues Medikament, eine Klimaprognose oder einen Algorithmus liest, erwartet häufig einen klaren Satz: Es wirkt, es kommt, es ist gefährlich. Diese Erwartung ist verständlich, denn Entscheidungen im Alltag dulden selten akademische Langsamkeit. Versicherungen, Schulen, Arztpraxen oder Stadtverwaltungen können nicht warten, bis jede Randbedingung abschließend untersucht ist. In der öffentlichen Debatte werden Forschungsergebnisse deshalb gern so präsentiert, als seien sie kleine Urteile, die nur noch verkündet werden müssten. Die Schlagzeile bevorzugt den Punkt, nicht das Komma; die Talkrunde verlangt eine Position, nicht eine methodische Fußnote. 0
Denn Forschung ist kein Lagerhaus fertiger Wahrheiten, sondern ein Verfahren zur kontrollierten Verringerung von Ungewissheit. Laborwerte schwanken, Stichproben sind verzerrt, Messinstrumente verändern den Gegenstand, den sie messen sollen. Selbst robuste Resultate tragen Spuren ihrer Entstehungsbedingungen: der gewählten Methode, der verfügbaren Daten, der theoretischen Vorannahmen. Hinzu kommt, dass wissenschaftliche Aussagen meist unter Bedingungen gelten, die in der Alltagssprache weggelassen werden: für eine bestimmte Gruppe, in einem bestimmten Zeitraum, mit einer bestimmten Messgenauigkeit. Unsicherheit ist hier nicht das Gegenteil von Erkenntnis und auch kein peinlicher Rest, den man vor dem Publikum entfernen müsste. 16 Diese Einsicht ist unbequem, weil sie dem Wunsch nach schnellen Gewissheiten widerspricht. Gerade deshalb gehört sie in die Wissenschaftskommunikation hinein und nicht an ihren Rand.
Gegen diese Forderung wird oft eingewandt, offene Vorläufigkeit könne Vertrauen zerstören. 17 Das Argument verdient, ernst genommen zu werden, weil Forschung tatsächlich in einem Klima kommuniziert, in dem einzelne Sätze aus dem Zusammenhang gelöst werden. Wer sagt, eine Studie sei „noch nicht abschließend“, riskiert, dass daraus ein „Die wissen selbst nichts“ wird. 18 Denn das Publikum bemerkt Widersprüche spätestens dann, wenn Empfehlungen geändert, Grenzwerte angepasst oder frühere Versprechen zurückgenommen werden. In sozialen Medien verbreitet sich dann nicht die sorgfältige Erläuterung des neuen Kenntnisstands, sondern der Verdacht, man habe vorher etwas verschleiert. Wird die Unsicherheit erst in diesem Moment erwähnt, wirkt sie wie eine Ausrede; wurde sie vorher erklärt, erscheint sie als normaler Bestandteil des Erkenntnisprozesses.
Ein Beispiel aus der Alltagsforschung zeigt, wie klein die sprachliche Verschiebung sein kann und wie groß ihre Wirkung. Man denke an die Meldung über einen neuen Schlafsensor, der angeblich frühzeitig Erschöpfungszustände erkennen konnte. 19 Nach einigen Wochen stellte sich heraus, dass die Genauigkeit bei älteren Personen, bei Schichtarbeitenden und bei Menschen mit chronischen Erkrankungen deutlich geringer war. Das Institut veröffentlichte eine Korrektur, die fachlich sauber, kommunikativ aber zu spät kam. 20 Wer von Anfang an über die Grenzen der Untersuchung informiert worden wäre, hätte die Nachricht nicht als Versprechen, sondern als vorläufige Orientierung gelesen. Der Unterschied ist nicht bloß stilistisch. Er entscheidet darüber, ob Menschen ein Gerät kaufen, ihre Arbeitszeiten ändern oder medizinische Beratung zu spät suchen.
Gute Kommunikation muss daher mehr leisten, als Ergebnisse in einfachere Wörter zu übersetzen. 21 Das klingt nüchtern, ist aber keine Kapitulation vor Komplexität. Im Gegenteil: Es schafft eine Landkarte, auf der Leserinnen und Leser sehen können, welche Wege gesichert sind und wo noch Nebel liegt. Dazu gehört auch, zwischen Nichtwissen, Messunsicherheit und fachlichem Dissens zu unterscheiden. Wer diese Formen pauschal als „Zweifel“ bezeichnet, verwischt gerade jene Abstufungen, die für eine vernünftige Entscheidung wichtig sind. Abstrakte Prozentwerte allein helfen dabei selten; sie wirken präzise, bleiben aber sozial leer. 22 Solche Formulierungen ersetzen keine Tabelle, aber sie verhindern, dass Genauigkeit mit Gewissheit verwechselt wird.
Auch Redaktionen tragen Verantwortung. Überschriften, die aus einem vorsichtigen Befund eine Sensation machen, mögen Klicks erzeugen; langfristig beschädigen sie die Erwartung, dass Wissenschaft korrigierbar sein darf. Ebenso problematisch sind Interviews, in denen Forschende so lange auf eine eindeutige Prognose gedrängt werden, bis sie eine liefern, die sie im Fachgespräch nie formuliert hätten. Am Ende geht es also nicht um pädagogische Bescheidenheit, sondern um eine demokratische Kompetenz: Gesellschaften müssen unter unvollständigen Informationen handeln können, ohne jede Korrektur als Betrug zu deuten. 23 Wissenschaftskommunikation, die Unsicherheit zeigt, nimmt ihr Publikum nicht an die Hand wie ein Kind; sie lädt es ein, erwachsen mit Wissen umzugehen.
Welcher Satz passt in die Lücke 0? (Beispiel / example)
Lösung: 0
Welcher Satz passt in die Lücke 16?
Welcher Satz passt in die Lücke 17?
Welcher Satz passt in die Lücke 18?
Welcher Satz passt in die Lücke 19?
Welcher Satz passt in die Lücke 20?
Welcher Satz passt in die Lücke 21?
Welcher Satz passt in die Lücke 22?
Welcher Satz passt in die Lücke 23?
Answer key
16. e — Der Satz erklärt positiv, welche Funktion Unsicherheit in der Forschung hat. Er passt genau nach der Abgrenzung, dass Unsicherheit kein Mangel sei; die anderen Sätze liefern dort keinen passenden Bezug auf „Unsicherheit“.
Evidence: „Unsicherheit ist hier nicht das Gegenteil von Erkenntnis … Sie markiert vielmehr den Punkt“
17. b — Hier wird das Gegenargument konkretisiert: Offene Wahrscheinlichkeiten könnten von Gegnern missbraucht werden. Danach kann das Argument sinnvoll „ernst genommen“ werden.
Evidence: „Gegen diese Forderung wird oft eingewandt … Wer öffentlich von Wahrscheinlichkeiten spricht“
18. i — Der Satz schränkt das zuvor anerkannte Gegenargument ein: Es ist ernst zu nehmen, rechtfertigt aber kein Verschweigen. Die folgende Begründung mit „Denn“ erklärt genau diese Einschränkung.
Evidence: „Das Argument verdient, ernst genommen zu werden … Es rechtfertigt jedoch nicht“
19. f — Der Satz liefert das konkrete Detail des Beispiels und erklärt, welche wichtige Einschränkung in der ersten Meldung fehlte. Die folgenden Probleme bei anderen Personengruppen schließen direkt daran an.
Evidence: „Man denke an die Meldung über einen neuen Schlafsensor … nur junge Erwachsene im Labor getestet“
20. a — Der Satz zieht die Schlussfolgerung aus der verspäteten Korrektur. Er bereitet den nächsten Satz vor, der beschreibt, wie eine frühere Offenlegung gewirkt hätte.
Evidence: „kommunikativ aber zu spät kam … durch ihre verspätete Offenlegung“
21. j — Der Satz erläutert, was gute Kommunikation zusätzlich zur Vereinfachung leisten soll. Die anschließende „Landkarte“ bezieht sich auf Daten, Annahmen und offene Fachfragen.
Evidence: „Gute Kommunikation muss daher mehr leisten … welche Daten vorliegen, welche Annahmen nötig sind“
22. d — Der Satz gibt ein Beispiel dafür, wie ein abstrakter Prozentwert verständlich gemacht werden kann. Danach wird betont, dass solche Formulierungen Tabellen nicht ersetzen, aber Missverständnisse verhindern.
Evidence: „Abstrakte Prozentwerte allein helfen dabei selten … übersetzt Statistik in eine vorstellbare Situation“
23. g — Der Satz formuliert die abschließende Konsequenz: Eine Gesellschaft kann trotz vorläufiger Studien handeln. Er passt zum vorherigen Gedanken der demokratischen Kompetenz und zum abschließenden Appell.
Evidence: „Gesellschaften müssen unter unvollständigen Informationen handeln können … das Vorläufige versteht“
Sie lesen drei Fachbeiträge über konsequent autofreie Innenstädte.
Wählen Sie bei jeder Aussage: Wer äußert das? Zwei Aussagen passen nicht. Markieren Sie in diesem Fall 0.
Verkehrsraum als Steuerungsinstrument
Prof. Dr. Leoni Krüger, Verkehrsplanung/Technische Hochschule Rhein-Main
Die Forderung nach autofreien Innenstädten wird häufig als symbolischer Kulturkampf missverstanden. Aus verkehrsplanerischer Sicht geht es jedoch weder um die nächtliche Sperrung sämtlicher Straßen noch um eine moralische Bewertung individueller Mobilität. Entscheidend ist vielmehr, dass privater Durchgangsverkehr im Kernbereich konsequent ausgeschlossen wird und der verbleibende Verkehr funktional begründet ist. Erreichbarkeit misst sich nicht daran, ob man mit dem privaten Pkw bis vor jede Ladentür gelangt, sondern an der Zuverlässigkeit des gesamten Mobilitätssystems: kurze Wege zu Haltestellen, sichere Radachsen, barrierefreie Umsteigepunkte und ein Lieferkonzept, das die erste und letzte Meile nicht improvisiert. Lieferverkehr, Handwerk, Pflege, Rettung und mobilitätseingeschränkte Personen benötigen verlässliche Zufahrtsfenster, digitale Buchungssysteme und physisch erkennbare Routen. Eine konsequente Autofreiheit wäre deshalb kein Verbot aller Räder, sondern eine Neuordnung von Prioritäten. Die frei werdenden Flächen können für Schatten, Regenwassermanagement, Sitzgelegenheiten und langsamere Verkehrsarten genutzt werden. Ohne solche Qualitätsgewinne bleibt die Maßnahme eine Beschilderungsübung. Zentral ist außerdem die regionale Einbettung: Park-and-Ride am Stadtrand, dichtere Takte im Umland und sichere Abstellanlagen müssen vor der Sperrung funktionieren. Wer nur Poller aufstellt, verlagert Staus in Wohnquartiere. Wer den öffentlichen Raum dagegen systematisch neu verteilt, erhöht die Leistungsfähigkeit der Innenstadt gerade dadurch, dass weniger Fahrzeuge einfahren.
Kundenströme entstehen nicht auf Parkplätzen
Prof. Dr. Murat Yildiz, Einzelhandelsforschung/Hochschule Nürnberg
In der Einzelhandelsforschung zeigt sich seit Jahren ein stabiler Befund: Die Bedeutung des Autos für innerstädtische Umsätze wird von Händlerinnen und Händlern oft überschätzt, während Fußkundschaft und ÖPNV-Nutzer statistisch unterschätzt werden. Das heißt nicht, dass Parkplätze gleichgültig wären. Es bedeutet aber, dass Umsätze stärker von Aufenthaltsqualität, Branchenmix und verlässlicher Erreichbarkeit abhängen als von Stellplatzzahlen allein. Wer eine autofreie Innenstadt plant, darf sie deshalb nicht als reines Verkehrsprojekt behandeln. Breitere Gehwege, sichtbare Querungen, öffentliche Toiletten, Schließfächer und witterungsgeschützte Wartezonen beeinflussen die Verweildauer – und diese ist für viele Sortimente relevanter als die Anreiseform. Problematisch wird es, wenn Kommunen die Übergangsphase unterschätzen. Kleine Fachgeschäfte verfügen selten über eigene Logistikreserven; Lieferzeitfenster, Mikrodepots und Ladezonen müssen vor Beginn verbindlich organisiert sein. Ebenso braucht es ein Monitoring, bei dem Zählungen, Bon-Daten und Befragungen offen ausgewertet werden, statt Umsatzrückgänge pauschal der Verkehrsregel zuzuschreiben. Der Handel benötigt Planungssicherheit, nicht nostalgische Parkplatzdebatten. Auch Beschilderung allein schafft keine Frequenz. Umstellungen brauchen Experimentierräume, Zwischennutzungen und transparente Daten. Eine Innenstadt wird nicht automatisch lebendig, weil Autos fehlen; sie wird attraktiv, wenn die neu gewonnene Fläche in konkrete Dienstleistungen, Sichtbarkeit und Aufenthaltsqualität übersetzt wird.
Autofreiheit darf kein Innenstadtprivileg sein
Prof. Dr. Zofia Nowak, Sozialgeografie/Universität Bern
Die Debatte über autofreie Innenstädte wird gern ästhetisch geführt: weniger Lärm, mehr Cafés, grünere Plätze. Sozialgeografisch ist jedoch zu fragen, wer von dieser Aufwertung profitiert und wer zusätzliche Wege- oder Zeitkosten trägt. Fahrverbote können Umweltbelastungen senken, aber ohne Ausgleich können sie Kosten auf jene verlagern, die ohnehin schlechter angebunden sind: Beschäftigte im Schichtdienst, Alleinerziehende, Menschen aus Randlagen oder Personen mit unsicheren Arbeitszeiten. Gerade wer früh um fünf im Krankenhaus beginnt, Angehörige pflegt oder Kinderwege kombiniert, kann nicht einfach auf ein idealisiertes Stadtrad umsteigen. Daraus folgt allerdings nicht, dass das Auto als soziales Recht im Zentrum festgeschrieben werden müsste. Vielmehr darf soziale Gerechtigkeit nicht als Bestandsschutz für jede Autonutzung missverstanden werden. In vielen dicht bebauten Quartieren leiden einkommensschwächere Haushalte überdurchschnittlich unter Abgasen, Unfällen und fehlenden Spielflächen, obwohl sie selbst seltener ein Auto besitzen. Eine gerechte Strategie koppelt daher Zufahrtsbeschränkungen an günstige Zeitkarten, Randlagen-Takte, barrierefreie Wege, Quartierslogistik und Beteiligung von Gruppen, die in Abendforen kaum erscheinen. Entscheidend ist nicht die Frage, ob Autos verschwinden, sondern ob Mobilitätschancen breiter verteilt werden. Ohne diese Verteilungsprüfung kann Autofreiheit zur Aufwertung für wenige werden; mit ihr kann sie ein Instrument sozialer Entlastung sein.
Erreichbarkeit bedeutet nicht, mit dem privaten Pkw bis unmittelbar vor jedes Geschäft fahren zu können. (Beispiel / example)
Lösung: a
Privater Durchgangsverkehr soll aus dem Zentrum herausgenommen werden, während bestimmte notwendige Fahrten geregelt möglich bleiben.
Für den innerstädtischen Handel sind Aufenthaltsqualität und Angebotsmix wichtiger als die bloße Anzahl von Parkplätzen.
Autofreie Zonen können neue Benachteiligungen erzeugen, wenn schlecht angebundene Gruppen keinen Ausgleich erhalten.
Damit die Innenstädte möglichst schnell leer werden, sollen alle Parkhäuser sofort abgerissen werden.
Die Folgen für Umsätze sollten empirisch begleitet werden, damit Rückgänge nicht vorschnell der Verkehrsregelung zugeschrieben werden.
Aus Gründen der Gleichheit müssen Autofahrende dauerhaft kostenlose Stellplätze direkt in der Innenstadt erhalten.
Bei der Planung müssen auch Menschen mit frühen Arbeitszeiten, Pflegeaufgaben oder kombinierten Alltagswegen berücksichtigt werden.
Answer key
24. a — Krüger fordert den Ausschluss des privaten Durchgangsverkehrs, lässt aber funktional notwendige Zufahrten zu. Yildiz und Nowak sprechen nicht in dieser verkehrsplanerischen Differenzierung.
Evidence: „privater Durchgangsverkehr im Kernbereich konsequent ausgeschlossen wird … Lieferverkehr, Handwerk, Pflege, Rettung und mobilitätseingeschränkte Personen benötigen verlässliche Zufahrtsfenster“
25. b — Yildiz nennt genau diese Faktoren als umsatzrelevanter als Stellplätze allein. Die anderen Beiträge behandeln Flächenverteilung beziehungsweise soziale Folgen.
Evidence: „Umsätze stärker von Aufenthaltsqualität, Branchenmix und verlässlicher Erreichbarkeit abhängen als von Stellplatzzahlen allein“
26. c — Nowak warnt, dass ohne Ausgleich gerade schlechter angebundene Menschen belastet werden. Krüger erwähnt regionale Anbindung, stellt aber nicht die soziale Benachteiligung in den Mittelpunkt.
Evidence: „ohne Ausgleich können sie Kosten auf jene verlagern, die ohnehin schlechter angebunden sind“
27. 0 — Diese extreme Forderung äußert niemand. Im Gegenteil: Die Beiträge sprechen von geordneten Umstellungen und nicht von sofortigem Abriss oder einer gewollten Entleerung.
Evidence: „weder um die nächtliche Sperrung sämtlicher Straßen … Umstellungen brauchen Experimentierräume, Zwischennutzungen und transparente Daten“
28. b — Yildiz verlangt ein Monitoring mit verschiedenen Datenquellen und warnt vor pauschalen Zuschreibungen. Bei Krüger und Nowak steht diese wirtschaftliche Datenauswertung nicht im Zentrum.
Evidence: „Zählungen, Bon-Daten und Befragungen offen ausgewertet werden, statt Umsatzrückgänge pauschal der Verkehrsregel zuzuschreiben“
29. 0 — Keine Autorin und kein Autor fordert kostenlose Dauerparkplätze im Zentrum. Besonders Nowak grenzt soziale Gerechtigkeit ausdrücklich von einem Bestandsschutz für jede Autonutzung ab.
Evidence: „darf soziale Gerechtigkeit nicht als Bestandsschutz für jede Autonutzung missverstanden werden“
30. c — Nowak nennt genau diese Gruppen und warnt vor einer idealisierten Vorstellung des Umstiegs. Die anderen Beiträge erwähnen solche Lebenslagen nicht in dieser Form.
Evidence: „wer früh um fünf im Krankenhaus beginnt, Angehörige pflegt oder Kinderwege kombiniert“
Goethe-Zertifikat C2: Großes Deutsches Sprachdiplom (C2). Lesen: 80 min, 4 Teile. Not covered here yet: Teil 2, 3, 4. Its format is on the description page.
Lesen Sie den folgenden Kommentar. Wählen Sie bei den Aufgaben 1–10 die Lösung a, b, c oder d.
Die Kulisse hat Anschluss
Miriam Benali
Wer heute durch das frühere Bahnhofsviertel am Nordbogen spaziert, braucht ein geübtes Auge, um die Vergangenheit nicht mit der Dekoration zu verwechseln. Die Backsteinmauern der alten Gepäckhallen sind sorgfältig gereinigt, die gusseisernen Stützen tragen wieder Last, wenn auch keine Säcke mehr, sondern Leuchten, deren Schirme aussehen, als hätten sie schon immer von Handfiltern geträumt. Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht: Nichts wurde abgerissen, jedenfalls nichts Sichtbares. Die Stadt kann sich auf die Schulter klopfen, weil sie die Erinnerung nicht entsorgt, sondern gewissermaßen frisch verfugt hat.
Doch gerade darin liegt die neue städtische Kunst: nicht zu zerstören, sondern so zu bewahren, dass am Ende niemand mehr stört. Früher, als die Züge noch rangierten und die Hotels am Platz Stundenpreise kannten, galt das Viertel als Zumutung. Dann entdeckten Investoren seine „raue Poesie“, ein Ausdruck, der zuverlässig auftaucht, sobald Rauheit nicht mehr kratzt. Aus Werkstätten wurden Lofts, aus Kantinen „Food-Labore“, aus dem Kiosk von Frau Zielińska eine Espressobar mit dem Namen „Gleis Sieben“, obwohl das Gleis bereits 1988 demontiert wurde. Wer nachfragt, bekommt zur Antwort, Authentizität sei eben ein Gefühl. Das ist praktisch, denn Gefühle lassen sich möblieren.
Die Verteidiger der Sanierung verweisen auf Zahlen, die nicht falsch sind. Vor zwanzig Jahren standen viele Gebäude leer; die Kanalisation war marode, die Dächer undicht, die Luft im Sommer schwer von Diesel und Frittierfett. Heute gibt es Grünflächen, Radwege, ein kleines Programmkino, und die Unfallstatistik liest sich freundlicher. Man muss schon einen gewissen Hang zur Nostalgie haben, um kaputte Treppenhäuser für soziale Wärme zu halten. Auch die alten Bewohnerinnen und Bewohner haben nicht alle im Chor um ihre zugigen Zimmer geweint. Manche wollten weg, lange bevor das Wort „Designquartier“ die Sitzungen des Planungsausschusses parfümierte.
Trotzdem greift die Erfolgsbilanz zu kurz, weil sie nur zählt, was sich zählen lässt. Mieten werden verdoppelt, dann „behutsam angepasst“ genannt; Vereine, die jahrelang Räume kostenlos nutzen durften, erhalten Einladungen zu runden Tischen, an denen sie erfahren, warum es leider keine Tische mehr gibt. Der Schuster Arslan, der noch Fahrkarten nach Jugoslawien aus den Jackentaschen seiner Kunden gezogen hat, sitzt nun zwei Haltestellen weiter in einem Hinterhof, den niemand fotografiert. Die Stadtführer erwähnen ihn nicht; er passt nicht auf die Karte, die an den Laternen hängt und „Spuren der Mobilität“ verspricht.
Besonders verräterisch ist der Umgang mit Erinnerung. Man hat, so heißt es, die Geschichte des Ortes sichtbar gemacht. Tatsächlich kleben an den Fassaden bronzefarbene Tafeln, auf denen in wohlerzogenen Sätzen steht, hier hätten „Menschen aus vielen Regionen“ gearbeitet. Keine Namen, keine Konflikte, keine Löhne, keine Gerüche. Die Erinnerung ist sauber wie die Fugen zwischen den restaurierten Ziegeln. Sie darf berühren, solange sie niemanden verpflichtet. Ein Viertel, das einmal Ankunft, Provisorium und Reibung bedeutete, wird zur Lernstation für jene, die zwischen Mittagspause und Vernissage kurz erfahren möchten, wie mühsam das Leben anderer Leute gewesen sein muss.
Natürlich kann man die Vergangenheit nicht einfrieren. Städte sind keine Museen, und wer jede Veränderung als Verrat behandelt, macht aus dem Leben eine Denkmalpflegeverordnung. Aber zwischen Erstarrung und Entkernung liegt ein weiter Raum, den unsere Kommunen erstaunlich selten betreten. Warum muss eine ehemalige Gepäckhalle entweder verfallen oder zu Büros für Menschen werden, die beruflich „Narrative entwickeln“? Warum werden günstige Proberäume, Beratungsstellen, Reparaturwerkstätten und einfache Gaststätten als Übergangsnutzungen geduldet, bis der eigentliche, zahlungskräftige Sinn des Areals erwacht? Die soziale Funktion eines Ortes ist kein romantisches Zubehör, das man bei Platzmangel im Keller lagert.
Das Wort Teilhabe klingt in solchen Debatten schnell nach Broschüre, und gerade deshalb sollte man es nicht den Broschüren überlassen. Teilhabe heißt nicht, einmal im Jahr ein Stadtteilfest zu erlauben, bei dem die neuen Bewohner Olivenbrot kaufen und die alten Bewohner ihre Geschichten liefern dürfen. Teilhabe hieße, Mietbindungen nicht als lästige Fußnote zu verhandeln, sondern als Voraussetzung; es hieße, bei der Vergabe von Flächen nicht nur Bonität, sondern Bindung an den Ort zu berücksichtigen; es hieße, Erinnerung nicht bloß auszustellen, sondern Menschen mit Erinnerung weiterhin dort wohnen, arbeiten und streiten zu lassen. Ohne diese Zumutung wird Bewahrung zur Kulisse, und eine Kulisse ist bekanntlich sehr geduldig: Sie widerspricht nicht, sie zahlt keine Miete, sie hat keine Enkel.
Die Ironie besteht darin, dass die neuen Quartiere gerade das verkaufen, was sie durch ihre Preise vertreiben: Unordnung, Durchmischung, die Möglichkeit, einander nicht sofort zu ähneln. Im Café „Ankunft“, wo die Kacheln künstlich angeschlagen sind, kostet der kleine Kaffee so viel wie früher ein Mittagessen in der Bahnhofskneipe. An der Wand hängt ein Schwarzweißfoto von Gleisarbeitern; darunter lädt ein Schild zum „Silent Workspace“ ein. Man kann das geschmacklos finden oder nur sehr konsequent: Die Arbeit ist jetzt Bild, das Schweigen Geschäftsmodell.
Vielleicht wäre schon viel gewonnen, wenn wir ehrlicher sprächen. Nicht jedes alte Viertel lässt sich retten, nicht jede Erinnerung ist angenehm, nicht jede Mieterhöhung ist ein Skandal. Aber wer aus Bahnhofsvierteln Designquartiere macht, sollte aufhören, sich als bloßer Restaurator des Stadtgedächtnisses zu inszenieren. Er schafft nicht nur Sichtachsen, sondern soziale Grenzen. Er poliert nicht nur Steine, sondern sortiert Zugehörigkeit. Und wenn am Ende alle Fassaden glänzen, während diejenigen fehlen, die die Geschichten dazu erzählen könnten, dann hat die Stadt nichts bewahrt. Sie hat eine schöne, teure Abwesenheit gebaut.
Was kritisiert die Autorin gleich zu Beginn am Umgang mit dem alten Bahnhofsviertel?
Wie ist die Formulierung „raue Poesie“ im zweiten Absatz zu verstehen?
Welche Haltung nimmt die Autorin zu den Verbesserungen im Viertel ein?
Was zeigt das Beispiel des Schusters Arslan vor allem?
Was bemängelt die Autorin an den Erinnerungstafeln an den Fassaden?
Welche Position vertritt die Autorin zur Veränderung von Städten?
Was bedeutet „Teilhabe“ nach Auffassung der Autorin in diesem Zusammenhang?
Welche Funktion hat das Café „Ankunft“ im Text?
Was fordert die Autorin am Ende vor allem von den Verantwortlichen solcher Umgestaltungen?
Welche Aussage fasst die zentrale These des Kommentars am besten zusammen?
Answer key
1. b — Die Autorin sagt, es sei nichts Sichtbares abgerissen worden, sieht aber gerade darin ein Problem. Es geht nicht um technischen Misserfolg oder reine Touristennutzung.
Evidence: „Nichts wurde abgerissen, jedenfalls nichts Sichtbares … gerade darin liegt die neue städtische Kunst“
2. d — Die Autorin macht sich über eine Ästhetisierung des Rauhen lustig. Die Rauheit wird erst interessant, als sie ungefährlich und konsumierbar geworden ist.
Evidence: „ein Ausdruck, der zuverlässig auftaucht, sobald Rauheit nicht mehr kratzt“
3. a — Die Autorin nennt konkrete Verbesserungen und warnt zugleich vor einer verengten Erfolgsbilanz. Sie idealisiert die Vergangenheit ausdrücklich nicht.
Evidence: „Heute gibt es Grünflächen, Radwege, ein kleines Programmkino … Trotzdem greift die Erfolgsbilanz zu kurz“
4. c — Arslan wird räumlich verdrängt und kommt in der offiziellen Darstellung nicht vor. Es geht nicht um wirtschaftlichen Gewinn oder bessere Vermittlung seiner Geschichte.
Evidence: „sitzt nun zwei Haltestellen weiter in einem Hinterhof … Die Stadtführer erwähnen ihn nicht“
5. b — Die Tafeln vermeiden konkrete Namen und Konflikte. Dadurch wird Erinnerung dekorativ, aber nicht verpflichtend.
Evidence: „Keine Namen, keine Konflikte, keine Löhne, keine Gerüche“
6. a — Die Autorin lehnt Stillstand ab, kritisiert aber die Alternative zwischen Verfall und exklusiver Verwertung. Museale Konservierung fordert sie nicht.
Evidence: „Städte sind keine Museen … Aber zwischen Erstarrung und Entkernung liegt ein weiter Raum“
7. d — Die Autorin nennt Mietbindungen, Flächenvergabe und die Anwesenheit erinnerungstragender Menschen. Ein Stadtteilfest reicht ausdrücklich nicht.
Evidence: „Mietbindungen nicht als lästige Fußnote … Menschen mit Erinnerung weiterhin dort wohnen“
8. c — Das Café verkauft künstliche Gebrauchsspuren und Bilder früherer Arbeit, während die soziale Realität verschwunden ist. Die Darstellung ist deutlich ironisch.
Evidence: „Die Arbeit ist jetzt Bild, das Schweigen Geschäftsmodell“
9. b — Die Autorin verlangt sprachliche Ehrlichkeit über soziale Folgen. Sie sagt ausdrücklich nicht, dass jede Mieterhöhung skandalös oder jede Sanierung falsch sei.
Evidence: „Er schafft nicht nur Sichtachsen, sondern soziale Grenzen“
10. a — Der Schluss formuliert, dass glänzende Fassaden ohne die Menschen mit den Geschichten keine echte Bewahrung sind. Die anderen Optionen widersprechen der Grundkritik.
Evidence: „während diejenigen fehlen, die die Geschichten dazu erzählen könnten“
More tasks for every Teil, timed as in the exam and scored with feedback, are in the Goethe practice section, and full timed mock exams are in Goethe mock tests. How the points are counted is on the scoring page.